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Aus der Naturschutzarbeit des SBB

Arbeitsgruppe "Natur- und Umweltschutz" mit 25 Mitgliedern

Seit März 1990 gibt es beim Sächsichen Bergsteigerbund die Arbeitsgruppe "Natur- und Umweltschutz", der inzwischen 25 Mitglieder angehören.

Viele von uns haben sich bereits vor diesem Datum intensiv für den Natur- und Umweltschutz engagiert und verfügen über Verbindungen und Erfahrungen, die den Neubeginn einfach machten. Ein großer Teil von uns ist auch neu hinzugekommen. Diese Bergfreunde haben großes Engagement gezeigt und sich schnell eingearbeitet, was alle Interessenten und wandemde oder bergsteigende Naturliebhaber ermutigen soll, auch ohne größere Vorkenntnisse auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes in unserer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Arbeit gibt es ausreichend, praktische wie konzeptionelle und organisatorische, wobei sich natürlich jeder sein Gebiet wählt.

Damit wären wir bereits beim Inhalt der Naturschutzarbeit des Sächsischen Bergsteigerbundes. Das Arbeitsgebiet des SBB sind trotz der Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein natürlich die sächsischen Mittelgebirge, womit wir voll ausgelastet sind. Das Hauptkletter- und -wandergebiet, die Sächsische Schweiz, steht als einmalige europäischen Landschaft im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Erosionssanierung, Wege- und Stiegenbau durch Bergsteiger und Wanderer -

Ein Blick zurück und die Pläne für die Zukunft

Zentraler Teil der praktischen Landschaftsschutzarbeiten im Gebirge sind die seit vielen Jahren duchgeführten Arbeiten zur Erosionssanierung, zum Stiegen- und Wegebau.

Auf die längsten Aktivitäten können die SBB-Clubs der ehemaligen BSG Empor Löbtau zurückblicken. Bei dieser Sektion hatten sich viele der traditionellen Clubs nach dem Verbot des alten, 1911 gegründeten, SBB organisiert. Beginnend in den fünfziger Jahren wurden bis heute regelmäßige Arbeiten an den Stiegen und Wegen besonders des Schmilkaer Gebietes durchgeführt, wobei Fritz Petzold und auch dem jetzigen Verantwortlichen, Wemer Rößler, ein besonderer Dank gebührt.

1983 begannen Pirnaer Bergsteiger um Rolf Schirmer gemeinsam mit der Oberförsterei Hohnstein und dem sehr engagierten Oberförster Dietrich Graf, der selbst Bergsteiger ist, die durch Bergsteiger entstandenen Erosionsschäden im Rathener Gebiet langfristig zu sanieren. Diese Arbeiten wurden kontinuierlich in über 40 Einsätzen bis heute fortgesetzt, es erfolgte eine ständige Kontrolle und Betreuung und auch 1991 soll diese Arbeit durch die Pirnaer Bergsteiger weitergehen. Ein Dank an dieser Stelle an den langjährigen Verantwortlichen Rolf Schirmer ist sicher im Namen aller sächsischen Bergsteiger.

Bei den um 1985 beginnenden, von der damaligen Abteilung Landeskultur des StFB Königstein organisierten Einsätzen am Schrammtor, am Bloßstock, am Gamrig oder am Falkenstein leisteten Bergsteiger und Wanderer tausende freiwillige Arbeitsstunden mit dem Ergebnis, daß weitere Gebiete mit gravierenden Erosionsschäden saniert wurden.

Auch bei kleineren, dezentralen Einsätzen im Rahmen der Gebietsbetreuung wurden in den letzten vier Jahren umfangreiche Erosionssanierungen, Wegebau und andere Betreuungsarbeiten durchgeführt, so z.B. am Rauenstein (Rauensteinturm, Dreifreundestein, Laasenstein, Nonne), im Dürrebielegrund, an den Herkulessäulen, an den Pechofenhömem, an der Verlassenen Wand, im Riegelhof am Großen Bärenstein, am Kohlbomstein, in der Dorfbachklamm bei Altendorf, am Bruno-Barthel-Weg, am Pfaffenstein, im Katzsteingebiet ...

Sebnitzer und Neustädter Bergfreunde engagieren sich seit geraumer Zeit für die Hintere Sächsische Schweiz. Während die Neustädter Bergsteiger vorrangig bei Erosionssanierungsarbeiten am Goldstein aktiv waren, befinden sich die Einsatzgebiete der Sebnitzer z.B. an den Lorenzsteinen, am Aufstieg dorthin, der Spitzsteinschlüchte, und auch am Aufstieg gegenüber der Neumannmühle. In der Hinteren Sächsischen Schweiz und im Sebnitzer Wald führen die Sebnitzer auch regelmäßig Müllberäumungen durch.

All diese Arbeiten hatten den "Nebeneffekt", daß jeder Bergsteiger oder Wanderer, der an solch einem Einsatz teilgenommen hat, aufgeschlossener den Problemen des Landschaftsschutzes gegenübersteht. Die Wirkung der Einsätze ist also eine doppelte.

Der SBB wird diese Einsätze natürlich weiterführen und unterstützen, denn Handlungsbedarf in Sachen Erosionssanierung und Betreuung besteht in sehr vielen Gebieten. Schwerpunkte sollen dabei die Schäden auf den Flächen um die Klettergipfel sein, die die Bergsteiger selbst verursacht haben.

Auch die bisher etwa 30 verschiedenen ständigen Gebietsbetreuungen bestimmter Gebiete und Felsengruppen durch Sektionen, Clubs und Gruppen sollen unbedingt erhalten werden, denn Erosionssanierungen sind nur bei langfristiger Betreuung sinnvoll. Außerdem erfolgt durch die Gebietsbetreuungen eine enge Beziehung der Clubs und Gruppen mit ihrem Gebiet.

Die Organisation und die Weiterführung der Gebietsbetreuungen ist eine der vorrangigen Aufgaben der Arbeitsgruppe "Natur- und Umweltschutz" des SBB im Jahr 1991. Dabei soll eine enge Zusammenarbeit mit den Forstämter und der LSG-Inspektion bzw. dem Aufbaustab Nationalpark angestrebt werden. Letztere sollte eigentlich durch die Mitarbeit des Bergfreundes Andreas Knaak (er ist Mitarbeiter des Aufbaustabes Nationalpark) in unserer Arbeitsgruppe schon gesichert sein.

Im Statut des SBB verankerte Aufgabe:

Eintreten für den Schutz und die Erhaltung der Bergnatur

Der zweite Schwerpunkt der Natur- und Umweltschutzarbeit des SBB ist das Eintreten für den Erhalt und den Schutz der Berglandschaft als Ganzes.

Denn die Erosionssanierung wäre Selbstberuhigung, wenn wir zusehen, wie um die Ecke die Landschaft von nüchtemen Zweckbauten, Hotelketten, Golfplätzen oder Vergnügungsparks verschandelt wird und Tiefflieger über uns kreisen.

Mit der "Sächsische-Schweiz-Initiative" gegen eine Vermarktung und Verschandelung der Bergnatur hat der SBB klare Zeichen in dieser Richtung gesetzt und sich wie der Deutsche Alpenverein eindeutig positioniert. Eine enge Zusammenarbeit mit allen Umweltverbänden und touristischen Vereinen sowie ein guter Kontakt zu den staatlichen Stellen wird von uns angestrebt bzw. ist bereits realisiert.

Eine breite Offentlichkeitsarbeit steht ganz sicher im Mittelpunkt unserer Arbeit, um viele Bürger mit den Problemen des Naturschutzes, mit unseren Gedanken und Vorschlägen vertraut zu machen. Dieses Informationsheft soll ein wichtiger Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit des SBB sein.

Ansprechpartner für Natur- und Umweltschutz in den Clubs und Gruppen des SBB gesucht

Innerhalb des SBB versuchen wir, in möglichst vielen Clubs und Gruppen einen Verantwortlichen für Natur- und Umweltschutz zu finden, der alle wichtigen Informationen erhält und an die Basis weiterleitet und umgekehrt.

Da die ersten Informationen zu unserem Anliegen erst im Oktober an die Clubs und Gruppen gegangen sind, hoffen wir, daß sich weitere Bergfreunde in den Clubs und Gruppen für die Aufgabe bereiterklären.



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