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Die Aktion 'Sauberes Gebirge' - Wie lief es?

Das Anliegen war aktuell wie eh und je. Die vielen Besucher der Sächsischen Schweiz hinterlassen Spuren, die dieses einzigartige Wander- und Klettergebiet belasten.

Und da Bergsteiger, Wanderer und Naturfreunde Menschen sind, die über Ökologie nicht nur als politische Programmpunkte streiten, sonderm selbst Hand anlegen, trafen sich ca. 600 Helfer am 28. Oktober 1990 zum "Großreinemachen". Eins hat ein jeder gleich bemerkt: Einer der Sponsoren der Aktion die "Sächsischen Neuesten Nachrichten" - warb für sich. Erfeulich war, daß auch Bergfeunde aus dem Tiefland, so z.B. aus Bernau, dem Aufruf gefolgt waren. Schnell waren alle Helfer den aus den Aktionen der Vorjahre bereits festgelegten Routen zugeordnet und es konnte losgehen. Bewaffnet mit Papiersäcken, wurde manches von den Wegen, aus Spalten und Schluchten geholt, was unsere Mitmenschen so achtlos der Natur übereignet hatten: in erster Linie natürlich die "Segnungen des Konsums" in Form von Getränkedosen, Papier- und Folieabfällen in allen Varianten.

Angesichts des Wissens um "den Tropfen auf den heißen Stein" und der verschiedentlich scheelen Blicke der gepriesenen Touristen mag es nicht verwundem, daß auch einige von uns resignieren wollten und diesen Herbstsonnabend auch am liebsten an Felswänden verbringen wollten.

Schmunzeln mußten wohl alle, die es ermst mit der Sache meinten, über die herbeigeeilten Journalisten. Die dachten nämlich, um uns so richtig hautnah bei der Arbeit zu erleben, müßten sie uns die Abfalle auch liefern. Ein Zeichen, daß sie, wenn die 12. Aktion startet, vielleicht selbst einmal als Akteure dabeisein sollten.

Hoffen wir, daß immer mehr Menschen ein solches Verhältnis zur Natur finden, Flora und Fauna unberühert zu lassen, sozusagen "spurlos" die Schönheit der Landschaft erschließen - als Kraftquell für die heutige und als kostbares Erbe für die kommenden Generationen.

Annekatrin Kautz


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