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Signet für die Nationalparkregion kommt aus Baden-Württemberg?

Am 30. 10. 91 hatte das sächsische Umweltministerium zur Vorstellung einer Konzeption für die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark Sächsische Schweiz ins Rathaus von Bad Schandau eingeladen.

Das Hauptanliegen war eine Meinungsbildung insbesondere zu einem neuen Signet der Nationalparkregion, zur optischen Gestaltung von »Eingangssteinen« an den Straßenrändern und zur amtlichen Kennzeichnung der Nationalparkgrenzen.

Um ihre Meinung zu den vorliegenden Entwürfen befragt waren Bürgermeister von Städten und Gemeinden, Vertreter der Landratsämter Sebnitz und Pirna, des Regierungspräsidiums und die Naturschutzbeauftragten der Kreise.

Von Seiten der Verbände waren die Schutzgemeinschaft »Sächsische Schweiz« und der Sächsische Bergsteigerbund vertreten.

Das sächsische Umweltministerium hatte eine baden-württembergische Firma mit der Erarbeitung von Vorschlägen beauftragt.

Diese Tatsache zog gleich zu Anfang die Kritik der Anwesenden auf sich. Wäre es nicht im Interesse einer breiteren Ideenvielfalt günstiger gewesen, eine Ausschreibung für die Gestaltung des neuen Signets durchzuführen? Die sächsischen Grafiker hätten sicher keine schlechteren Ideen als die aus Baden-Württemberg ...

So war man bei der Diskussion der Vorschläge nur auf die Ideen eines einzigen Büros angewiesen.

Ein Teil der gezeigten Vorschläge zeugte von der geringen Kenntnis der Sächsischen Schweiz. Favorisiert wurde ein (allerdings zu überarbeitendes) Signet mit den Konturen des Liliensteins und der Elbe. Herr Dietrich Graf, Naturschutzbeauftragter des Kreises Sebnitz, erläuterte notwendige Veränderungen des Signetvorschlags, insbesondere zur Gestaltung des Liliensteins und der Einbeziehung der für das Gebirge charakteristischen Ebenheiten.

Volle Übereinstimmung erzielten die Teilnehmer, daß es nur e i n Signet für Nationalpark und Nationalparkregion geben darf, um auch den einheitlichen Charakter der Landschaft zu betonen.

Die gleiche vollständige Zustimmung aller Teilnehmer erhielt ein Vorschlag des Umweltdezernenten von Pirna, Herrn Dr. Dybek, die geplanten »Eingangssteine« nicht am Eintritt der Straßen in den Nationalpark zu, postieren, sondern am Eingang der Nationalparkregion. Einhellige Meinung der Teilnehmer: Die Sächsische Schweiz beginnt mit Eintritt in die Nationalparkregion und dorthin gehört auch der für den Autofahrer sichtbare »Eingangsstein«. Er soll signalisieren: Hier beginnt ein geschütztes Gebiet.

Zum letzten Punkt, den Eingangsschildern des Nationalparks an den Wanderwegen, gibt es weniger Entscheidungsfreiheit, da dies staatsrechtliche Schilder sind. Befürwortet wurde die Beibehaltung des bisherigen fünfeckigen Schildes mit der allseits bekannten »Naturschutz-Eule« oder/und dem Signet des Freistaates Sachsen.

Eine Entscheidung sei in allen Punkten noch nicht gefallen, versicherte Herr Sympfendörfer, Abteilungsleiter Naturschutz beim Umweltminsterium, man bemühe sich um größtmögliche Akzeptanz.

Bleibt zu hoffen, daß für solche langfristigen Dinge keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden, denn das Signet und die Beschilderung sollen sicher nicht in einigen Jahren erneuert werden.

Anerkennenswert ist in jedem Falle das Anliegen des Umweltministeriums, die Öffentlichkeit in eine Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Fällt dabei die Meinung so eindeutig aus wie in Bad Schandau, bleibt zu hoffen, daß dies die Grundlage der Entscheidungsfindung im Umweltministerium ist.



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