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Autobahn - Höchste Gefahr für die Sächsische Schweiz

Ignorieren die regierenden Politiker alles und jeden; Verkehrswissenschaftler, Ärzte, Biologen, Umweltverbände, Bürger?

Eigentlich war alles ganz anders geplant - zumindestens von den Autobahn-Planern und vom Straßenbau-Chef Herrn Rohde aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium. Zu schnell und trotz aller Vorsicht war Licht an ihre AutobahnPläne gekommen. Die Vorzugsvariante, die in DDR-Zeit schon fertig ausgemessene und exakt geplante Trasse Südliches DresdenSächsische Schweiz, war auf heftigen Widerstand von Bürgern, Initiativen und Verbänden gestoßen. Da nur eine Bündelung aller Kräfte gegen die Autobahn Erfolg versprach, wurde im Januar 1992 das Netzwerk "Bürgerinitiativen Autobahn" gegründet, in dem auch wir als Sächsischer Bergsteigerbund und z. B. die Schutzgemeinschaft "Sächsische Schweiz" mitarbeiten. Die Koordination des Netzwerkes hat Maria Jacobi vom Ökologischen Arbeitskreis der Dresdner Kirchenbezirke übernommen, ihr Beitrag im vorliegenden Heft beleuchtet und hinterfragt politische Entscheidungen zum Problem Autobahn eindrucksvoll. Bis zum 30. 03. 1992 sollte ursprünglich die Entscheidung über eine Vorzugstrasse der Autobahn Sachsen-Prag fallen. Die Entscheidung zur Vorzugstrasse wurde auf Grund der Proteste auf den Sommer 1992 vertagt. Die Wünsche und die Pläne der Autobahn-Lobby, das Projekt im Zuge der deutschen Vereinigung im "Blitzverfahren" durchzubekommen, sind somit erst einmal ins Stocken gekommen. Hoffnung für das südliche Dresden, die Sächsische und Böhmische Schweiz ? Noch nicht! Denn die Autobahnbefürworter sind alles andere als untergetaucht. Schon gibt es erste Gedanken, die Trasse auf dem zweiten südlichen Höhenrücken von Dresden, also etwas außerhalb der Stadtgrenzen, in Richtung Barockgarten Großsedlitz/Pirna zu führen und dann wie gehabt mit Grenzübergang Grenzplatte in die CSFR. Somit hätte man keinen Quadratmeter Boden Dresdens berührt und könnte dem "Partner" Stadt Dresden, dessen Entwicklungsdezernent Roßberg engagiert gegen eine stadtnahe Variante eintritt, erst einmal umgehen, denktman in Bonn und im sächsischen Wirtschaftsministerium. Für die Sächsische Schweiz also keinerlei Entwarnung! Jetzt sind wir gefordert! Alles in unseren Kräften stehende muß getan werden, um die Schreckensvision Autobahn mit Grenzübergangsstelle an der Grenzplatte - mit Abfertigungsspuren für Lkw und Pkw, mit Zoll- und Sozialgebäuden, mit Tankstelle, Motel, Raststätte und großen Parkplätzen, mit Stauräumen für die Fernlaster - zu verhindern. Wir dürfen nicht zulassen, daß fernab von Natur und Realität über die Zerstörung unserer Landschaft Sächsische Schweiz entschieden wird. Wie ernst es ist, beweist der Einstufungsvorschlag für die Trasse aus dem Hause Krause in Bonn: "Trotz erkennbarer erheblicher Umweltprobleme wird nach Abwägung aller Belange dem verkehrspolitischen Ziel der Maßnahme Vorrang eingeräumt."

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