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Gebietsbetreuung

... unser Lilienstein!

Mit dem Kauf einer Scheune auf der Ebenheit am Lilienstein durch die damalige BSG Lok Riesa 1979 wurde sozusagen der Lilienstein zu unserem "Hausberg".

Und so zogen Wanderer und Bergsteiger unseres Vereins an den Wochenenden in die Sächsische Schweiz, um Sport zu treiben oder zu bauen. So wuchs aus der Scheune eine Berghütte, sie ist zwar noch nicht fertig, aber es geht weiter vorwärts.

Auf der Ebenheit war es eigentlich schön ruhig, abgesehen von von den Besuchern der Gaststätte auf dem LiliensteinPlateau und den wenigen Bergsteigern, die an der Westkante kletterten. Doch leider, oder sollte man sagen, bloß gut, daß es so ist, bekommt man auch einen anderen Blick für die Dinge. Man sieht plötzlich den Unrat im "Busch". Es müßte etwas an den Aufstiegen getan werden, da ist etwas defekt, dort fehlt ein Nagel und wenn jährlich die Wanderer und Bergsteiger aufgerufen waren zur Aktion "Sauberes Gebirge", "fegten" wir um den Lilienstein. Ich kann mich noch heute erinnern, daß wir mal ein halbes Motorrad aus dem Wald geholt haben, Autoreifen undjede Menge Schrott. Mit den ganz gebliebenen Biergläsern, die Besucher der Gaststätte als Wurfgeschosse verwendet hatten, haben wir unseren "Hausrat" vervollständigt.

Und dann wurde 1987, mit der Entwicklung der Gebietsbetreuung im LSG Sächsische Schweiz, die Bitte an uns herangetragen, auch ein Betreuungsobjekt zu übernehmen. Wir saßen zusammen und diskutierten und am Ende kam heraus, wir übernehmen als Kreis Riesa mit allen Sportgemeinschaften den Lilienstein.

Schwellenschleppen am Lilienstein-Südaufstieg

Es begann eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Försterei Rathewalde, dem Ehepaar Graf. Es war eine schöne Zeit, mit dabei zu sein, wie Sportfreunde von Chemie Riesa mit großem Eifer dem Geländer und den Aufstiegen einen neuen Farbanstrich gaben, den Südaufstieg vom Erdreich befreiten, unsere Rentner mithalfen bei der Sicherung des Jungbaumbestandes gegen Wildverbiß, der Parkplatz am Lilienstein beräumt wurde. Die Bergfreunde von Stahl Riesa leisteten eine gute Arbeit bei der Wegmarkierung zu den Kletterfelsen am Lilienstein. Ich erinnere mich noch, mit welcher Mühe der obere Teil des Nordaufstieges in Ordnung gebracht wurde. Die Holzstiege wurde entfernt und durch eine Treppe aus Eisenbahnschwellen ersetzt. Da zu dieser Zeit gerade der Aufzug kaputt war, durften alle Schwellen auf dem Kreuz nach oben geschleppt werden. Gut für die Kondition, aber eine absolute Schinderei.

Mit Jugendlichen haben wir im Wald Drahtzäune enfernt und Reisigbündel angefertigt. So wie man am Wochenende am Lilienstein war, mußte eben schnell noch ein Rundgang gemacht werden, nur um mal nachzusehen.

Ja, und mit der Wende wurde uns klar, daß nun mehr Leute kommen werden und auch mehr Probleme; ich sehe das zumindest so. An der Westkante begann ein "Kletterboom", für die Bergsteiger wurde eine sehr ordentliche Zuführung gebaut. Seit ich die Westkante kenne, wird hier geklettert und wenn man oben war, wurde über den Südaufstieg zurückgewandert. Offensichtlich war einigen Bergfreunden derWeg zu lang, eine Abseilöse mußte in Höhe der Querhanges der Kneifervariante eingeschlagen werden. Die Zuführung zur Westkante ist eindeutig, trotzdem sieht man deutlich Spuren querdurch den Waldhang, man könnteja 10 Sekunden zu spät am Einstieg sein.

Mit der Wende kamen auch die "schönen bunten Dosen", die man überall als Tupfer in der Landschaft finden kann. Natürlich, nun nach der Wende kann man sich auch viele andere "saubere Gebirge" ansehen, die Welt ist für uns größer geworden.

Wenn wir auch ein paar weniger geworden sind, einige Sportgemeinschaften gibt es nicht mehr, Bergfreunde sind weggezogen, der Arbeit hinterher, trotzdem werden wir uns weiter um "unseren Lilienstein" kümmern.

Uwe Hübner, ESV Lok Riesa

Berliner Bergsteiger arbeiten am Nordaufstieg zur Lok

Am 4.April 1992, einem Sonnabend, trafen sich 8 Bergsteiger des Bergsteiger-Clubs "Bärenstein" aus Berlin zu einem Arbeitseinsatz im Rathener Gebiet. Fachliche Betreuung und Anleitung erhielten die Bergsteiger durch zwei Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung.

Im unteren und mittleren Teil des vielbegangenen Nordaufstiegs zur "Lokomotive" wurden auf etwa 200m Länge Stufen, Geländer und Treppen gebaut.

Das Gebiet um die Rathener Lokomotive und den Honigsteinrücken ist eines der von Bergsteigern am stärksten frequentierten Gebiete.

Arbeitseinsatz zur Gebietsbetreuung am Rauenstein

17 Bergsteiger waren am ersten Aprilsonnabend 1992 zum Rauenstein gekommen, nicht um zu klettern, sondern um in ihrem Betreuungsgebiet Hand anzulegen

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Bereits seit 1986 ist der Rauenstein in fester Betreuung,jedes Jahr waren 2-3 Einsätze zur Erosionssanierung, zum Wege und Geländerbau gelaufen.

1989 und 1990 waren Erosionssanierungsarbeiten um die "Nonne" erfolgt. Der Großteil der versandeten Flächen war mit Geländern abgesperrt worden. Die Sandflächen konnten daraufhin mit Reisig belegt werden. Somit waren die Flächen ruhiggestellt und langsam konnte sich wieder etwas Bodenvegeation bilden.

Klettersteigmarkierung am Rauenstein

Zum diesjährigen Einsatz hatte der für den Rauenstein zuständige Revierförster, Herr Bauch, junge Kiefern für die versandeten Flächen rund um die "Nonne" bereitgestellt. Auf den Sandsteinriffen der Sächsischen Schweiz sind dies standortgerechte Bäume.

Nach einer kurzen Einweisung durch den Revierförster konnten die Pflanzarbeiten beginnen.

Von den 1990 an der Ostseite der Nonne gepflanzten Bäumchen hatten leidernur wenige die extremen Bedingungen, den Sand und etliche trockene Tage nach dem Pflanzen, überlebt. Hoffen wir, daß es diesmal günstiger wird.

Ganz erfreulich ist bereits heute das Bild auf den 1988 bepflanzten Flächen an der Rauenstein-Ostseite an der großen Boofe. Hier haben sich die Bäumchen im Schutz der Absperrungen sehr gut entwickelt und auf den ehemaligen großen Sandflächen sind wieder Gräser, Heidekraut usw. zu finden.

Aber nicht alle der 17 Teilnehmer hatten Bäumchen gepflanzt. Zwei weitere Gruppen waren mit Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten an den Absperrungen. am Laasenstein, an der Rauenstein-Ostseite und an der Übungsstelle "Reibungsplatte" beschäftigt.

Insbesondere waren es gebrochene Geländerstangen, die zu erneuern waren. Zwei Absperrungen wurden neu gebaut.

Auch in den nächsten Jahrenwollen die Bergsteiger des SBB-Kletterclubs KV "Enzian" ihre Gebietsbetreuung am Rauenstein weiterführen.

Wieder Helfer für Erosionssanierung gesucht

Wer lnteresse hat, einmal selbst bei einem Naturschutzeinsatz in der Sächsichen Schweiz mitzuhelfen, kann sich jederzeit bei uns melden.

Daneben wollen wir Terminwünsche von Gruppen bei der Einsatzplanung berücksichtigen.

Wir bereiten gemeinsam mit den Revierförstem bzw. Forstämtern und der Nationalparkverwaltung eine Liste mit Terminen und Einsatzorten vor, die wir gern allen Interessenten zuschicken.

Die Einsätze sind wieder vorrangig im Frühjahr und im Herbst. Das nächste Mal dann voraussichtlich im Oktober und Anfang November 1992.

Für Kletterclubs oder Gruppen gibt es auch die Möglichkeit, im Rahmen einer langfristigen Gebietsbetreuung ein eigenes Betreuungsgebiet zu übernehmen.



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