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Liebe Freunde der Sächsischen Schweiz,

fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der ersten großen Demonstration für den Schutz der Sächsischen Schweiz, damals hatte auch unsere "Sächsische-Schweiz-Initiative" begonnen, gab es am 3. Juni 1992 eine Demo-Neuauflage. Diesmal stand sie unter dem Motto "SOS Sächsische Schweiz - Bedrohung Autobahn".

Ursache für diese nicht alltägliche Aktion waren die forcierten Planungen an der transeuropäischen Autobahn A 13, deren Vorzugstrasse durch die Sächsische Schweiz gehen sollte. Irreversible Schäden in wertvoller Natur- und Kulturlandschaft wären die Folgen, selbst die relativ weit von der Trasse entfernten Gebiete der Sächsischen Schweiz würden durch die 10 km weiten Schadstofftransporte empfindlich beeinflußt.

Von seiten des sächsischen Wirtschaftsministeriums gab es im Frühjahr 1992 immer wieder Andeutungen, daß der Korridor Südliches Dresden - Sächsische Schweiz die günstigste Variante für den Bau einer Autobahn sei.

Um dies zu verhindern, hatten eine große Zahl von Verbänden, Vereinen und Bürgerinitiativen, deren Aktivitäten von Maria Jacobi koordiniert wurden, zu einer Demo am 3. Juni 1992 aufgerufen.

Ein Erfolg war die Demo in jedem Falle: Wurde doch die für den 7. Juli geplante Entscheidung zur Vorzugstrasse wiederum vertagt. Man schien im Kabinett doch etwas verunsichert zu sein, wie denn nun die Meinung der Bevölkerungsmehrheit zu einer Autobahn durch die Sächsische Schweiz ist, und daraus resultierend, ob man sein ^94 er "Wahlvolk" (mit Blick auf den 1995 geplanten Baubeginn) allzu sehr vor den Kopf stoßen sollte.

Insbesondere das Umweltministerium zeigte sich zunehmend kooperativer und positionierte sich mit Rückendeckung durch das Hundsdörfer-Gutachten Ende Oktober endlich für die Sächsische Schweiz, aber gleichzeitig auch für die zukünftige Lebensqualität in der Stadt Dresden.

Mit der Entscheidung des Kabinetts am 3. November 1992 wurden die LSGs Sächsische Schweiz, Zschonergrund und Plauenscher Grund zu Autobahn-Tabuzonen erklärt.

Wir können uns freuen, denn dies ist ein erster großer Erfolg unserer Arbeit. Wertvolle Landschaftsschutzgebiete bleiben damit erhalten, um die Sächsische Schweiz wird das Betonband einen Bogen machen.

Gleichzeitig wurde eine Tiefenprüfung des Freiberger Korridors bis Februar 1993 angeordnet, jedoch favorisiert das Wirtschaftsministerium weiterhin den Korridor südlich von Dresden.

Deshalb ist es jetzt auch wichtig, daß wir uns nach diesem ersten Teilerfolg nicht "zur Ruhe setzen" und annehmen, mit dem Aus für den Grenzübergang Grenzplatte ist die Gefahr gebannt. Grenzübergänge bei Hellendorf oder Breitenau brächten für die Sächsische Schweiz fast dieselbe hohe Schadstoffbelastung, zudem würden wertvolle Gebiete des Osterzgebirges für immer zerstört.

Die Fortführung unseres Engagements für die Sächsische Schweiz gilt selbstverständlich nicht nur für die Autobahn-Problematik.

Mit dem neuen sächsischen Naturschutzgesetz besteht die akute Gefahr, daß das ganze LSG Sächsische Schweiz in einzelne Fragmente zerfällt.

Es darfauch nicht unwidersprochen hingenommen werden, daß die privaten Tiefflieger die Nationalparkregion und insbesondere den Aussiedlungsort der Wanderfalken, den Lilienstein, zu ihrem bevorzugten Zielobjekt erkoren haben.

Vielleicht machen Ihnen die ersten Lichtblicke in punkto Autobahnbau etwas Mut und geben neue Kraft, das Engagement für den Erhalt und den Schutz unserer Lebensräume und unsere Natur nicht aufzugeben, auch wenn es manchmal (oder sogar oft) scheint, als wäre es ein langer, oft aussichtslos scheinender Kampf.

Es war aber auch für unser kleines Redaktionsteam wichtig, daß Sie, unsere Leser, uns mit ihren freundlichen Briefen und Karten und mit ihren Spenden den Mut gegeben haben zur Fortführung unserer Arbeit und auch Mut zur Fortsetzung unseres Heftes "Sächsische-Schweiz-Initiative".

In diesem Sinne hoffen wir, daß Sie auch zukünftig mit uns gemeinsam für den Schutz unseres Gebirges eintreten. Wir würden uns natürlich freuen, Sie auch als Leser unseres nächsten Heftes, dann bereits die Nr. 6, begrüßen zu können.

Peter Rölke


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