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Planungsfall Autobahn-Existiert der Entlastungseffekt?

Genereller Verkehrszuwachs macht alle Entlastungseffekte einer Autobahn zunichte

"Die Bürger an der überlasteten B 170 in Dippoldiswalde, Schmiedeberg oder Altenberg warten dringend darauf, daß für den unzumutbar hohen Verkehr eine baldige Lösung gefunden wird."; so oder ähnlich ist es vielfach in der Presse zu lesen, so ist es auch von Kommunalpolitikern oder Vertretern des Wirtschaftsministeriums (SMWA) zu hören, wenn es um eine Begründung für den Autobahnbau geht.

Aber: Die Hoffnung auf Entlastung wird trotz Autobahn eine Illusion bleiben. Schauen wir uns dazu die nebenstehende Tabelle mit den Verkehrsprognosen der vom SMWA in Auftrag gegebenen Studie "Bender & Stahl / HfV Dresden" an, fällt eine generell sehr hohe Zunahme des Straßenverkehrs bis zum Jahr 2002 auf; und dies in allen Gebieten des Großraumes Dresden-Pirna-Osterzgebirge, auch bei Varianten mit stadtnaher (sog. Planungsfälle 3,3 a) oder stadtferner Autobahn (Planungsfall 3 b).

So wird Dippoldiswalde, egal ob ohne Autobahn oder mit irgendeiner Variante der Autobahn, im Jahr 2002 mit 36.000 bis 38.000 Kfz pro Tag belastet, statt jetzt 15.000. In Altenberg werden trotz Autobahn 20.000 statt 10.000 Fahrzeuge rollen.

Auch für Pirna bringt eine stadtnahe Autobahn nicht die von Landrat Evers erhoffte Entlastung. Die Eibbrücke, jetzt noch mit 26.500 Fahrzeugen befahren, hat beim Planungsfall 0 (ohne Autobahn) eine Belastung von etwa 54.000 Fahrzeugen pro Tag, beim Planungsfall 3 bzw. 3 a (mit Autobahn) sind es sogar 55.000 Fahrzeuge.

Für die Städte in der Sächsischen Schweiz sieht es nicht besser aus; z. B. wird Bad Schandau nach Bau einer Autobahn (Planungsfälle 3, 3 a, 3 b) von etwa 12.000 Kfz pro Tag durchfahren, jetzt sind es noch 7.500 Fahrzeuge. An der Grenze im Bereich Postelwitz / Schmilka werden 6.500 Kfz statt bisher 4.500 prognostiziert.

Im Jahr 2002 werden auf der Bergstraße in Dresden (B 170) täglich 46.000 statt der bisher 18.000 Fahrzeuge fahren (Planungsfälle 3,3 a und 3 b), auch die Kesselsdorfer Straße hat ähnliche Zuwachsraten.

Die B 172 zwischen Dresden und Pirna gewinnt im Jahr 2002 eine gewisse Entlastung nach dem Bau einer stadtnahen Autobahn. Der Wermutstropfen: Die Verkehrsbelastung der B 172 steigt laut Studie mit Autobahn auf das Doppelte, ohne Autobahn auf das Dreifache . . .

Link: Tabelle der Verkehrsbelegungen nach Bender & Stahl / HfV 1992

Selbst beim Bau einer Autobahn macht der generelle Anstieg des Straßenverkehrs alle herbeigesehnten Entlastungseffekte zunichte.

Wenn man diese Zahlen unserer zukünftigen Verkehrsbelegung im Großraum Dresden und den damit verbundenen Schadstoffausstoß mit seinen gesundheitlichen Folgen betrachtet, kann man Angst vor unserer Zukunft bekommen und sich fragen, ob die Politiker beim Planen der Autobahn im Dresdner Umfeld überhaupt den Ernst der Situation begriffen haben.



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