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Das Hundsdörfer-Gutachten

Das Umweltministerium beauftragte das anerkannte Stuttgarter Ingenieurbüro Hundsdörfer, mit einem integrativen Gutachten dem SMU eine Entscheidungshilfe unabhängig von den umstrittenen Gutachten des SMWA (Bender & Stahl, Schreiner, Lohmeyer) zu schaffen.

Hundsdörfer wendet zum Erhalt eines Gesamturteils nicht die in den Wirtschaftswissenschaften übliche Kosten-Nutzen-Analyse mit Angaben in Geldwerten an, sondern er verwendet für die vorliegende Sensitivi-tätsanlayse eine"Punkte"-Bewertung.

Es kamen Wertewichtungen der Fachgruppen Wirtschaft, Verkehr und Kosten (1), Wohnumwelt und Raumordnung (2) sowie Naturhaushalt (3) zur Anwendung.

Für jede der Trassen über den Erzgebirgskamm (außer 3a, Hellendorf) wurde zur Minimierung der ökologischen Schäden eine Tunneltrasse entworfen.

Erstmalig einbezogen wurden Betrachtungen der Weiterführung der Trassen auf CSFR-Gebiet und die Gesamtwirtschaftliche Bewertung des Bundesministers für Verkehr (BMV, 1992).

Während das BMV den Untersuchungsraum in seiner europäischen Dimension betrachtet, wird der Bilanzraum von "Bender & Stahl" vorwiegend regional bewertet. Durch Umverteilungen von der A 7 und der A 9 gelangen demzufolge etwa 14.000 Kfz / Tag mehr auf die neugebaute A 13 als bisher angenommen. Damit ist die Belastung auf der stadtnahen Trasse noch größer; aber ein Freiberger Korridor (2, 2a) würde nun allerdings von der Belegung her wirtschaftlich und für das BMV kostenseitig vetretbar.

Nach einer sehr aufwendigen nutzungsanalytischen Abwägung ergibt sich bei gleicher Wichtung der o. g. drei Fachgruppen folgende Rangfolge:

Während die Trassen 2 und 2a auch ohne Tunnel noch auf Rang 7 und 8 liegen, rangieren alle Dresden-nahen Varianten ohne Tunnel (3, 3a, 3b) in dieser Reihenfolge auf den letzten Plätzen (Ränge 15, 13, 16). Trasse 3 mit Tunnel liegt auf Rang 10 und Trasse 3b mit Tunnel auf Rang 12. Für Variante 3a (Hellendorf) ist auf Grund des Geländes überhaupt kein Tunnel möglich, sie kommt nur auf Rang 13.

Hundsdörfers Fazit: Nur die Korridore Zittau (7, 7L) und Freiberg (2aT) sind positiv zu bewerten. Bei allen anderen Trassen überwiegen die negativen Folgen, und es besteht die Gefahr, daß sie einer Planfeststellung nicht standhalten.



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