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Aktuelle Informationen

Nationalpark "BöhmischeSchweiz" geplant

Auf tschechischer Seite sind Vorbereitungen für die Einrichtung eines Nationalparkes "Böhmische Schweiz" angelaufen. Vorgesehen sind dafür die rechtselbischen großen Wald- und Felsgebiete vom Prebischtorgebiet über die Felsen bei Jetrichovice bis zum Oberlauf der Kirnitzsch (Kyjovske udoli).

Freundes- und Förderkreis Pfaffenstein

Vom neuen Eigentümer des Pfaffensteins, der Schutzgemeinschaft "Sächsische Schweiz", ist ein Aufgabenkatalog für die Zukunft des Tafelberges erarbeitet worden. Die Schutzgemeinschaft möchte den Pfaffenstein bei Aufrechterhaltung der touristischen Nutzung zu einem Beispiel vorbildlichen und behutsamen Umgangs mit der Natur werden lassen.

Es ist eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pfaffendorf begonnen worden, die Gemeinde wird auch Mitspracherechte bei Entscheidungen zum Pfaffenstein erhalten. So ist auch, zwar wohl nicht von heut auf morgen, die Wiedereröffnung der Berggaststätte vorgesehen.

Geplant ist außerdem die Einrichtung eines "Freundes- und Förderkreises Pfaffenstein" unter Einbeziehung von Einwohnern Pfaffendorfs, Repäsentanten des Landkreises bzw. der Sächsischen Schweiz sowie Vertretern geeigneter Vereine und Verbände.

Unterlauf der Biela ist oft biologisch tot

In regelmäßigen Abständen ist der Unterlauf der Biela biologisch tot. Der Bach ist dann eine weiße, undurchsichtige Brühe, die sich in die Elbe ergießt; so geschehen z. B. am 28/29. Juni 1992.

Der Grund dafür ist die Abwassereinleitung der Papierfabrik Königstein. Auf unsere Nachfragen wollte der Leiter der Sonntagsschicht am 28. 6. keine Auskunft geben und erklärte, dies sei kein unnormaler Zustand, eine Havarie läge nicht vor.

Am Montag, dem 29. 6. erklärte uns der Umweltbeauftragte des Betriebes, die Einleitungsbedingungen würden erfüllt... Außerdem warte man auf Fördermittel für die Abwasserreinigung. Hoffentlich fließen diese genauso schnell wie die 5 Millionen für die Straßenbegradigung unter der Festung Königstein.

Endlich Tempo 100 unter der Festung Königstein...

Während ein großer Teil der Kommunen der Sächsischen Schweiz auf Fördermittel z. B. für die Abwasserentsorgung wartet, sind andere Fördertöpfe noch längst nicht leer. 5 Millionen DM für das Aufschwungwerk Ost waren 1992 für den Straßenbau noch übrig. Damit wurde die B 172 unterhalb der Festung Königstein, nachdem man eine Schneise in den Wald des Landschaftsschutzgebietes gehauen hatte, begradigt und auf Tempo 100 ausgebaut. Und dies, obwohl man nur l km weiter im auf 30 km/h beschränkten Nadelöhr der Stadt Königstein steckt...

Autofahren aufgesperrten Waldwegen?

Immer öfter werden Autofahrer auf gesperrten Waldwegen angetroffen, so z. B. auf der Taubenbachslraße im Forstamt Cunnersdorf oder auf den Wegen zwischen den Zschirnstei-nen. Oft gelingt es nicht, die Fahrzeugführer mit einem Hinweis auf das Fahrverbot zurückzuschicken. Verstöße gegen das Befahren gesperrter Waldwege, geregelt im Sächsischen Waldgesetz GB1. 14/1992 vom 21.4. 1992, § 11-13, werden durch den betreffenden Forstamtsleiter per Bußgeld- bzw. Ordnungsstrafverfahren (Waldgesetz § 52) geahndet.

Jeder sollte entsprechende Verstöße mit einer Kurzbeschreibung (z. B. Kfz-Nummer, Zeit, Ort, Zeugen) an die Nationalparkverwaltung oder direkt an den zuständigen Forstamtsleiter weiterleiten.

DAV-Naturschutzreferenten-Tagung in Dresden

Vom 23. bis 25. Oktober 1992 war Dresden das Zentrum der Naturschutzbewegung des Deutschen Alpenvereins. Rund 200 Naturschutzreferenten und Naturschützer aus Sektionen in ganz Deutschland trafen sich ein Wochenede lang im Haus für Kultur und Bildung. Nach übereinstimmender Meinung der Teilnehmer der jährlich stattfindenden Naturschutzreferenten-Tagung erwies sich der Sächsische Bergsteigerbund als ein hervorragender Gastgeber.

Von herausragender Bedeutung für den SBB war eine Resolution, die die Tagung zum Thema Autobahn Dresden-Prag verabschiedete. Die Resolution, die sich gegen jeden Autobahnbau im Eibsandsteingebirge richtet, fand in den Medien große Beachtung.

Die Tagung - übrigens die erste bei einer ostdeutschen Sektion - stand unter dem Motto "Ökologie und Ökonomie - für immer geteilt?".

Unter diesem Leitsatz diskutierten am ersten Abend miteinander Prof. Manfred Rochlitz (IG Tourismussoziologie Dresden), Peter Hildebrand (Schutzgemeinschaft Sächsische Schweiz), Dr. Dieter Angst (Staatssekretär im Sächsischen Umweltministerium), Dr. Bernd Rohde (Abteilung Straßenbau im Sächsischen Wirtschaftsministerium), Prof. Günter Hertel (Verkehrs-wissenschaftliche Fakultät der TU Dresden) und Dr. Werner Mankel (Industrie- und Handelskammer Dresden). Dabei prallten die Meinungen aufeinander. Der kleinste gemeinsame Nenner war wohl, daß keiner für eine noch größere Vergeudung von Ressourcen eintrat, als wir sie heute in unserer Gesellschaft vorfinden.

Bleibende Eindrücke hinterließen die fünf Exkursionen, die am Samstag für die Tagungsteilnehmer veranstaltet wurden. Ein großer Teil der Naturschutzreferenten war noch nie in Dresden oder im Eibsandsteingebirge gewesen. Sie waren sich nach einem Besuch im Bielatal, eines von vielen Zielen der Ausflüge, einig, daß ein Autobahnbau durch die Sächsische Schweiz katastrophale Auswirkungen haben würde.

Damit den DAV-Naturschutzreferenten Dresden in Erinnerung bleibt, dazu trugen zahlreiche Mitglieder des SBB bei: Die Bergfinken sorgten für die musikalische Umrahmung, Frank Richter stellte in einem Dia-Vortrag die Sächsische Schweiz vor, und Mitglieder der Naturschutzgruppe sorgten für eine fachkundige Information auf den Exkursionen und stellten den aus ganz Deutschland Angereisten die Autobahnpläne im Rahmen einer Ausstellung vor.

Viele der Teilnehmer äußerten sich dahingehend, daß sie sicher nicht das letzte Mal in Dresden, insbesondere in der Sächsischen Schweiz, waren!

Wolfgang Dausen, DAV München


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