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Zukunft des Zeughauses ungeklärt

Das ehemalige Stasi-Heim wird immer Fremdkörper in der Kernzone des Nationalparks bleiben

Im vergangenen Heft hatten wir vom Zeughaus und dessen Zukunft als Hotel, Gaststätte, Tagungs- und Konferenzzentrum berichtet und das stark gestiegene Fahrzeugaufkommen auf der für den öffentlichen Verkehrs gesperrten Zeughausstraße kritisiert.

Auch wenn die Zukunft des Objektes nach wie vor unklar ist, etwas Positives ist zu vermelden. Statt des beabsichtigten fünfjährigen Pachtvertrages wird vorerst nur ein einjähriger Pachtvertrag abgeschlossen.

Damit ist erst einmal ein Jahr Zeit, um eine sinnvolle, dem Anliegen einer Nationalpark-Kernzone entsprechenden Lösung zu finden.

Leider wird die Nationalparkverwaltung bei den Vertragsausarbeitungen, die das Finanzministerium durchführt, nur ungenügend berücksichtigt und auch die Naturschutzverbände wünschten sich mehr Einbeziehung bei der Suche nach Lösungen für das umstrittene Objekt.

Die gute Idee, daß der Eigentümer des Zeughauses, der Freistaat Sachsen, den Pachtzins zur Einrichtung einer Elektro-Busses verwendet, der die Gäste von der Neumannmühle zum Zeughaus bringt, ist leider auch gescheitert. Denn die Erhebung des Pachtzinses ist abhängig von der Wirtschaftlichkeit des Objektes. Die Randbedingungen (Lage, Auslastung, Gewinn) des Zeughaus-Hotels sind allerdings so schlecht, daß der Pachtzins gegen Null geht...

Wie es scheint, läßt sich das Hotel Zeughaus wohl generell nicht wirtschaftlich betreiben, ohne größere Massen von Gästen, seien es nun Privatpersonen, Gruppen oder Firmen, anzulocken.

Und daß diese Gäste fast alle mit dem Auto anreisen und wenige (oder gar keine) zu Fuß kommenden Wanderer darunter sind, dafür sind die Übernachtungspreise für ein Doppelzimmer von knapp unter 100,- DM pro Nacht die beste Garantie.

Die Wanderfreunde und Bergsteiger findet man ganz sicher im Quartier von Revierförster Steiner.

Eines bleibt in jedem Falle offensichtlich: Das ehemalige Stasi-Heim Zeughaus wird immer ein Fremdkörper in der Kernzone der Nationalparks bleiben.

Von einem Abriß des überdimensionierten, erst kurz vor der Wende beträchtlich erweiterten Objektes zu sprechen, traut sich heute wohl noch niemand. Doch müßte man nicht mittelfristig auch eine solche Lösung ins Auge fassen?



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