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Errichtung der Fährverbindung Schöna-Hrvensko verzögert sich

S-Bahn und Fähre wären für Besucher der Böhmischen Schweiz echte Alternative zum Auto

Noch immer fahren fast alle Besucher der Böhmischen Schweiz mit dem Auto in dieses Gebiet, wobei ihr Anfahrtsweg quer durch die Sächsische Schweiz führt.

Man kann die Fahrt mit dem Auto allerdings keinem so richtig verdenken, muß man doch von Schmilka bis H;ensko und in Richtung Prebischtor hin und zurück ein langes Stück Straße laufen. Und auch die weiteren Ausgangspunkte für Wander- oder Klettertouren sind ohne Kfz sehr schwierig erreichbar. Lediglich ein Privatbus verkehrt am Wochenende bis Mezni Louka (Rainwiese).

Nicht zuletzt fahren auch die vielen Bürger, die zu einem billigen Einkauf nach Hrensko wollen, in ihrer Mehrzahl mit dem Auto.

Eine Lösung, um all diese Autofahrer zum Umsteigen auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, würde die Errichtung einer Fährverbindung von Schöna nach Hrensko bringen.

Angesichts der nahezu idealen, halbstündlichen Anbindung von Schöna durch die S-Bahn-Züge der Deutschen Reichsbahn wären die öffentlichen Verkehrsmittel dann eine echte Alternative. Keiner müßte sich auf dem Heimweg von der Böhmischen Schweiz in den gefürchteten "Wochenend-Rückstau" begeben. Nach einem Bier in Wrensko setzt man mit der Fähre über und läßt sich vom Zug, vorbei an allen Staus, heimfahren. Zudem ist die Familienfahrkarte zu 15,- DM für die lange Strecke preiswert.

Für die Deutsche Reichsbahn würde diese Fährverbindung sowohl das Hinzugewinnen neuer Kunden als auch eine Auslastung der Strecke Schrrülka-Schöna, auf der die Züge eigentlich immer leer fahren, bedeuten.

Der Bürgermeister von Reinhardtsdorf-Schöna, Herr Suddars, bemüht sich nun schon seit längerer Zeit um die Einrichtung der Fährverbindung. Nach intensiver Arbeit gemeinsam mit der Sächsischen Staatskanzlei, dem Wirtschafts- und dem Innenministerium wurde jetzt über das Projekt "Euro-Region" ein Fördermittelantrag an die EG in Brüssel fertiggestellt. Die EG würde dann 75% fördern, für die restlichen 25% müßten Bund oder Land aufkommen.

Da die Fähre natürlich auch die tschechische Seite betrifft und der Antrag im Rahmen der Euro-Region von beiden Seiten gestellt werden muß, liegt das Papier jetzt in Prag zur Unterschrift. An dieser scheitert es allerdings noch. Schon seit einiger Zeit wartet man in Sachsen vergeblich auf eine Antwort...

Hoffen wir, daß der Antrag im Interesse der zukünftig grenzüberschreitenden Nationalpark-Region so schnell als möglich gestellt werden kann, und daß die Fähre in Schöna ein wichtiger Impuls zur Förderung des öffentlichen Verkehrs in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz wird.

Umwelt-Fachtagung zur Sächsischen Schweiz mit interessanten Exkursionen

Mit der "Umwelttagung Sächsische Schweiz", zu der die Schutzgemeinschaft "Sächsische Schweiz" vom 4.-6. Juni 1993 auf die Burg Hohnstein eingeladen hatte, fanden die Landschaftstage der Vorwendezeit, ob gewollt oder ungewollt, ihre logische Fortsetzung. Damals noch von staatlicher Seite organisiert, war diesmal ein unabhängiger Naturschutzverband der Veranstalter.

Nachdem die Tagung am Freitagabend mit der Preisverleihung der auf der Burg ausgestellten Fotografien und einem Bergabend des Sächsischen Bergsteigerbundes begann, stand der Sonnabend ganz im Zeichen von Fachvorträgen. Der Schnitzer Landrat Drechsler begrüßte die Teilnehmer. Landwirtschaftsminister Jähnichen und Umweltminister Vaatz waren mit Vorträgen vertreten, es gab Beiträge zu Themen wie z.B. Landwirtschaft, Naturschutz, Dorfentwicklung und Tourismus. Zur gleichen Zeit hatten die Mitarbeiter der Schutzgemeinschaft um Doris Fiedler im Burggarten ein Umweltfest mit speziellen Angeboten für Kinder organisiert, welches sehr großen Anklang fand.

Am Sonntag hatten die Veranstalter eine morgendliche Vogelstimmenexkursion, die Dr. Albrecht Sturm führte, und weitere interessante Exkursionen im Angebot.

Bei schönem Wetter führte der Biologe Holm Riebe eine Gruppe durch die interessante Pflanzenwelt des Polenztals. Forstamtsleiter Dietrich Graf erläuterte bei einem Rundgang im Brandgebiet die langjährigen Bemühungen um eine naturgerechte Waldwirtschaft im Forstamt Lohmen.

Aus letztgenannter Führung heraus entstand die Idee, daß Herr Graf einmal mit einem ausführlichen Beitrag in unserem Heft zu diesem wichtigen Thema zu Wort kommen könnte. Der folgende Beitrag von Herrn Graf trägt diesem Wunsch Rechnung.



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