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Abwasserreinigung für die Feinpapierfabrik ist in Sicht

Die Biela kann aufatmen!

Probleme beim Genehmigungsverfahren verzögern den Baubeginn

Im Juni 1993 hatten wir in unserem Heft 6 erstmals vom Zustand der Biela in Königstein berichtet.

Unterhalb der Feinpapierfabrik verwandelt sich der bis dahin saubere Bach in eine weiße, undurchsichtige Brühe. Alle Steine und Pflanzen sind mit einer weißen, schleimigen Schicht überzogen.

Die Ursache für diesen schlimmen Zustand liegt in der Verwendung von Titandioxid begründet, einem feinkömigen und schwer sedimentierenden Pigment, das als "Superweiß" Farbstoff bei der Feinpapierherstellung verwendet wird.

Wie im vergangenen Heft angekündigt, wollen wir kontinuierlich über den Stand der Abwasserbehandlung informieren.

Mit Herrn Cedra, dem Geschäftsführer der Feinpapierfabrik, konnten wir uns im August 1993, einer Einladung nach Königstein folgend, über die Zukunft der Biela unterhalten. Im Ergebnis der Gesprächs stellen sich die Bemühungen des Betriebes wie folgt dar:

Nachdem die Feinpapierfabrik im Jahr 1991 durch ein bayerisches Unternehmen erworben wurde, wurden die Mittel für Abwasserreinigungsmaßnahmen erst einmal auf Eis gelegt.

Obwohl sich Herr Cedra schon seit längerer Zeit um die Freigabe dieser Mittel bemüht hatte, kam das grüne Licht aus Bayern erst kurz nach Erscheinen unseres SSI-Heftes 6. War dies Zufall oder war es das i-Tüpfelchen, das ein weiteres Hinauszögern verhindert hatte?

Geplant ist eine Adsorption des Titandioxids an Bentonit, welches dann als Faserstoff in der Baustoffindustrie verwendet werden kann.

Mittlerweile läuft bereits das Genehmigungsverfahren, das der Landkreis Sebnitz in Amtshilfe für den Landkreis Pirna durchführt. Da die Dauer des Verfahrens mit mindestens 6 Monaten veranschlagt wird, stellte die Feinpapierfabrik einen Antrag zum vorzeitigen Baubeginn, damit die Belastung der Biela sobald als möglich gesenkt werden kann.

Im Oktober 1993 konnte Herr Cedra bereits einen Vertrag mit der Firma Linde KCA Dresden zum Bau der Abwasserreinigungsanlage abschließen.

Man kann also der Geschäftsführung des Betriebes im zurückliegenden Sommer ein großes Engagement bescheinigen. Woran es nun wieder hängt, das sind vor allem die behördlichen Instanzen, wobei es besonders hinderlich wirkt, daß das Landratsamt Sebnitz die Träger öffentlicher Belange des Landkreises Pirna befragen muß. Und das kann dauern...

Bleibt die Hoffnung, daß ein Besuch des Sebnitzer Landrates, Herrn Drechsler, in Königstein das Genehmigungsverfahren beschleunigen wird.

Denn das wäre sehr wichtig, um das Problem der "Weißen Biela von Königstein" so bald als möglich zu den Akten legen zu können. In jedem Falle werden wir im Heft 8 weiter von der Biela berichten.



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