SSI-??? Startseite SSI

Liebe Freunde der Sächsischen Schweiz,

allem voran möchten wir auch diesmal ein ganz herzliches Dankeschön an all diejenigen richten, deren Spende im zurückliegenden halben Jahr auf dem Konto der SächsischenSchweiz-Initiative einging. Das bestärkt uns enorm in unserer Arbeit und zeigt zugleich, wie viele Menschen sich in einer schwierigen Zeit um die Erhaltung und den Schutz der Sächsischen Schweiz sorgen; und daß wir keine Einzelkämpfer sind, sondern ein großer Kreis von Mitstreitern und Gleichgesinnten, auch wenn sich untereinander nur wenige kennen.

Es soll auch nicht verschwiegen werden, daß Ihre finanzielle Unterstützung eine nicht wegzudenkende Grundlage für das Erscheinen unserer Hefte geworden ist. Also Dank noch einmal allen, die gespendet haben. Es wäre schön, wenn Sie uns auch diesmal wieder unterstützen.

Trotzdem sind wir leider nicht umhingekommen, den Heftpreis auf Grund gestiegener Kosten unserer Druckerei geringfügig anzuheben. Denn obwohl die gesamte Arbeit ehrenamtlich erfolgt, müssen die Druckkosten gedeckt werden. Aber wir denken, die geringe Erhöhung ist verkraftbar.

Neben aktuellen Dingen haben wir in diesem Heft besondere Schwerpunktthemen ausgewählt. Zum einen sind es die alarmierenden Waldschäden in der Sächsischen Schweiz, zum anderen ist es das Thema Dorfentwicklung und Ortsbildgestaltung.

Dem letzteren Thema haben wir uns ganz bewußt zugewandt, denn die Sächsische Schweiz ist weitaus mehr als nur das Wald-Fels-Gebiet der Nationalparkteile, es ist eine Kulturlandschaft mit vielen Einwohnern. Schaut man z.B. von der Aussicht des Kleinen Bärensteins in die Runde, sind es sowohl die Tafelberge, wie der Lilienstein oder die Festung Königstein, als auch die Ebenheiten mit ihren eingestreuten Gemeinden, die das Bild der Sächsischen Schweiz prägen.

Große Sorgen bereitet uns der Waldzustand. Sind wir den trostlosen Zustand der Fichten schon gewohnt, so sind nun auch die Schäden an den Laubbäumen gravierend. Schaut man sich aufmerksam Buchen oder Eichen, nicht nur im Bielatal oder auf dem Pfaffenstein, sondern auch z.B. im Schmilkaer Gebiet, im Großen Zschand oder den Affensteinen an, fallen mittlerweile schon dem Laien hohe Blattverluste, Verkahlung und fehlender Feinastanteil auf. Wie soll dies einmal weitergehen, wenn die Schadstoffzuführ konstant bleibt oder sogar zunimmt? Verschlechtert sich der Zustand der 150 bis 200 Jahre alten Buchen in 10 bis 20 Jahren weiter? Werden die jungen Buchen, die ein Leben lang Schadstoffe zugeführt bekommen, überhaupt noch so alt?

Mit Erläuterungen, Fachbeiträgen und Kommentaren zu Waldschäden wollen wir uns diesem Thema im vorliegenden Heft widmen.

Aber noch einmal zurück zu unserem letzten Heft. Die Reaktionen auf unser Heft 7 waren unerwartet heftig. Besonders beim Beitrag zum Nationalpark-Zentrum reagierte die Nationalparkverwaltung sehr sensibel und warf uns u.a. den Stil der "Boulevardpresse" vor.

Daraufhin haben sich beide Seiten an einen Tisch gesetzt und sich nicht nur über die Problematik verständigt, sondem auch über die Gemeinsamkeiten von Bergsteigern und Nationalparkhütern, ohne die die Bewahrung und Pflege unserer Sächsischen Schweiz langfristig nicht funktionieren kann.

Es wird immer wieder passieren, daß man beim Thema Umweltschutz irgendjemandem "auf die Füße tritt". Das bringt die Thernatik mit sich. Wenn dies nicht geschähe, wäre wohl unser Anliegen verfehlt und auch die Erwartungen unserer Leser blieben auf der Strecke. Schließlich handelt sich der "Spiegel" bei seinen kritischen Recherchen wöchentlich Ärger ein, wir dafür nur einmal im halben Jahr...

Natur- und Umweltschutz vollzieht sich in jeder Gesellschaft nun mal nicht konfliktfrei. Aus diesem Grund haben wir auch in diesem Heft zum Thema Nationalpark-Zentrum recherchiert. Der Schutz der einmaligen Natur der Sächsischen Schweiz, in diesem Falle vor starker Verkehrsbelastung der Nationalpark-Kernzone, ist uns wichtiger als eine einseitig auf Konfliktvermeidung ausgerichtete Haltung.

Peter Rölke


[nach oben]