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Aktuelle Informationen

Freundeskreis Böhmische Schweiz in Jetrichovice gegründet

In März 1994 hat sich in Jetrichovice der "Freundeskreis Böhmische Schweiz" gegründet. Der unabhängige Verein will sich für den Schutz und die Erhaltung der Natur der Böhmischen Schweiz einsetzen, eine breite Öffentlichkeitsarbeit leisten und auch Informationseinrichtungen und das kulturhistorische Erbe pflegen und bewahren.

Entstanden ist der Verein aus der Initiative der Leserschaft des Monatsblattes Üeskä silnice (Böhmerstraße), dessen Herausgeber das Gemeindemat Jetfichovice ist.

(Nach einer Information von Karl Stein, Decin).

Die Gründung des Nationalparks Böhmische Schweiz (siehe auch größeren Beitrag im Heft 7) läßt noch auf sich warten. Die Vorlage muß noch vom tschechischen Kabinett und vom Parlament verabschiedet werden, womit noch in diesem Jahr gerechnet wird, teilte uns Werner Hentschel, Leiter der LSG-Verwaltung "Labske piskovce" mit.

Kirnitzschtal im Stau

Wenn man das Kirnitzschtal idyllisch genießen will, dann besucht man dieses Fleckchen Erde am besten nicht am Wochenende. Denn dann rollen lange Autokarawanen über das surrende Kopfsteinpflaster. Die Parkplätze sind überfüllt, Waldeinfahrten durch wildes Parken zerwühlt, Bad Schandau liegt im Staukoma und die Kimitzschtalbahn verschafft sich klingelnd freie Fahrt.

Mehr als zwei Drittel der Anwohner fühlen sich zwar durch diese Verkehrslawine belästigt, nicht aber durch die Wochenendler selbst, denn diese sind natürlich erwünscht (s. SZ vom 12.4.94). Es wird eine Verkehrsberuhigung gefordert, wenn nicht sogar die Sperrung der Straße. Hauptgründe für die Wahl des Autos trotz Stau und Ärger sind die relativ hohen Preise der Deutschen Bahn AG und die ungenügende Verkehrsanbindung in Bad Schandau (S-Bahn, katastrophale Fahrzeiten der Bahnhofsfähre, Straßenbahn). Die Busse aus Dresden sind jedoch kaum ausgelastet, trotz ihres günstigen Preises. Welche Alternativen werden gesucht ?

Das Verkehrswegekonzept Sächsische Schweiz schlägt vor, daß den Ausbau der Alten Hohen Straße zwischen Lichtenhain und Hertigswalde und der Straße zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf Entlastung bringen würde. Die Kimitzschtalbahn soll außerden bis zum Elbkai verlängert werden, vielleicht schon zum 100. Jahrestag der Bahn. Wie weiterhin in der SZ zu erfahren war, liegt es der Nationalparkverwaltung fern, den Gaststätten Gäste zu entziehen. Nur sollte dieser wichtige Erholungsraum auch als solcher erhalten bleiben. Kurzfristig müßte erst einmal wildes Parken durch Absperrungen unterbunden werden, doch dies ist der aussichtslose Anfang einer Eindämmung des Verkehrs. Mehr Erfolg dürfte das Einrichten von Parkplätzen in Krippen und Bad Schandau haben. Denn von dort könnten andere Alternativen für den Zugang ins Tal genutzt werden, wie Fähre, Bahn, Bus, Rad (übrigens am Bahnhof ausleihbar) oder vielleicht zu Fuß (!).

Dr. Günter Körner, Referent im sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, will deshalb Alternativen schaffen' "durchgängige Ketten" bilden. Bahn, Bus, Schiff und Fähren müssen so aufeinander abgestimmt sein, daß der Besucher der Sächsischen Schweiz jederzeit Anschluß hat und zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln wechseln kann.

Steffen Kube


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