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Öffentliche Verkehrsmittel in der Sächsischen Schweiz

Derzeit arbeiten die Oberelbische Verkehrsgesellschaft PIRNA-SEBNITZ mbH (OVPS) und der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) gemeinsam an der Verbesserung der Linienführung und Fahrplangestaltung vieler für Wanderer und Kletterer interessanter Busstrecken. Außerdem laufen Verhandlungen, deren Ergebnis eine Ermäßigungskarte für SBB-Mitglieder sein soll. Den Inhabern einer solchen Karte würde die OVPS auf allen von ihr bedienten Strecken an den Wochenenden einen Rabatt von 50% gewähren. Dies wäre unserer Meinung nach ein erster Schritt in Richtung einer allgemein erhältlichen Umweltkarte für die gesamte Region der Sächsischen Schweiz. Leider scheitern solche Projekte z.Zt. an den verschiedensten bürokratischen Hürden. Eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG ist wegen der noch ausstehenden Bahnreform im Moment nicht möglich.

Dem SBB geht es vorrangig darum, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen, ihn überhaupt zu erhalten und zur Verringerung des Individualverkehrs in der Sächsischen Schweiz beizutragen. Eine ganze Reihe der vom SBB geäußerten Vorschläge und Wünsche stießen beim Leiter des Straßenverkehrsamtes Pirna auf Verständnis und waren dort zum Teil ebenfalls bereits angedacht:

Wichtigstes Ziel ist die möglichst günstige Anbindung der Buslinien an die Züge der S-Bahn-Strecke Meißen-Schöna.

Wenn keine örtlichen Gegebenheiten im Wege stehen, sollen Abfahrtszeiten besser auf touristische Belange abgestimmt werden (z.B. zeitigere Verbindung ins Bielatal und nach Hinterhermsdorf, günstigere Rückfahrtmöglichkeiten am Nachmittag auch auf weniger frequentierten Strecken U.ä.).

Weitere in Arbeit befindliche Punkte sind die Fahrzeiten von Kimitzschtalbahn und Bahnhofsfähre, die Verbesserung der Angebote auf den Strecken Bad Schandau-Ostrau bzw. Schmilka, vorteilhaftere Linienführung und Fahrzeiten im Gebiet Gohrisch-Papstdorf-Cunnersdorf und eine neue Haltestelle für das Labyrinth auf der Linie 242.

Welche Veränderungen sich im neuen Fahrplan schon finden werden, ist noch nicht zu sagen. Aber selbst wenn die meisten Vorschläge vielleicht erst nächstes Jahr verwirklicht werden können, ist es doch gut zu wissen, daß sich einiges bewegt. Außerdem sollte man sich noch bewußt sein, daß etliche Linien der OVPS trotz der notwendigen Verbesserungen auch jetzt schon gute Fahrtmöglichkeiten bieten.

Der SBB wird keinesfalls lockerlassen und hofft, spätestens im nächsten Frühjahr Greifbareres berichten zu können. Bis dahin sollten wir die vorhandenen Möglichkeiten nicht vergessen, sondern recht häufig nutzen - sind sie doch auf alle Fälle eine Alternative zu abgasbelasteter Luft.

Martina Wobst und Lutz Schmidt

Wird die Fähre Schöna-Hrensko in diesem Sommer eröffnet?

Großes Engagement der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna für diese Fährverbindung

Ganz so schwierig hatte sich Bürgermeister Arno Suddars den Weg zur Wiedereinrichtung der Fähre Schöna-Hiensko nicht vorgestellt, als er vor zwei Jahren begann dieses Projekt anzuschieben. Bis 1945 hatte diese Fährverbindung bestanden, ehe sie eingestellt wurde. Kürzlich wurden auch alte Zugangswege und Stufen freigelegt.

Mit dieser Fährverbindung würde der öffentliche Verkehr in diesem Teil der Sächsisch-Böhmischen Schweiz eine ganz große Förderung erfahren. Insbesondere auf Grund der schlechten Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen derzeit noch drei Viertel aller Besucher das Auto bei einer Fahrt in die Böhmische Schweiz. Gibt es die Fähre, dann ist die Verbindung Zug-Fähre nicht nur für die Umwelt günstiger, sie ist dann auch von der Fahrzeit her vom Auto nicht zu schlagen.

Hatten wir im Heft 7 noch von der ausstehenden Entscheidung der tschechische Seite berichtet, so hat Prag jetzt endlich Bereitschaft zur Einrichtung der Fähre gezeigt.

Mit einem gemeinsamen Förderantrag bei der EG konnten 400.000 DM für das Projekt bereitgestellt werden. Mitte April schickte die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna einen Brief mit einer Aufstellung aller notwendigen Mittel zur Einrichtung der Fährverbindung an die Sächsische Staatskanzlei. Sollte die Bestätigung in nächster Zeit eintreffen, könnte schon im Sommer die erste Fähre von Schöna nach Hrensko übersetzen.

Die Stadt Wehlen will ein Parkdeck bauen

... zumindest, wenn es nach Bürgermeister Klaus Tittel geht. Allerdings sollen damit nicht noch mehr Autos in die oftmals zugeparkte Stadt gelockt werden. Die 43 Stellplätze, die in dem zweistöckigen Gebäude neben zwei Feuerwehrfahrzeugen Platz finden sollen, sind vor allem den Einwohnem und Hotelgästen vorbehalten, und stehen 164 fehlenden gegenüber.

Für Tagesbesucher soll der Parkplatz am Ortseingang ausgebaut werden, wobei zu den derzeit achtzig Stellplätzen keine neuen hinzukommen sollen. Mit Pendelbussen, vielleicht auch Pferdewagen, sollen die Besucher neben dem normalen Linienverkehr in die Stadt gelangen können.

Gearbeitet wird auch an einer Ablösesatzung für Stadt Wehlen, um die Möglichkeiten, die das sächsische Baugesetz vorsieht, zu nutzen. Laut diesem Gesetz muß jeder Investor für den ausreichenden Bau von Autostellplätzen sorgen. Kann er das nicht, so muß er sich von dieser Pflicht mit einer Ablösesumme an die jeweilige Kommune freikaufen. Diese übernimmt den Bau der Parkplätze. In Sachsen kann das Geld, im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern, auch für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder des Radverkehrs verwendet werden. Die Stadt Wehlen denkt deshalb über die teilweise Finanzierung des o.g. Pendelverkehrs durch Ablösesummen nach. "Die Unterstützung des S-Bahn-Verkehrs mit solchen Mitteln kann", so Klaus Tittel, "nicht die alleinige Aufgabe Wehlens sein. Hier ist die gesamte Region gefragt." Bleibt zu wünschen, daß sich die Region, die ja aus einzelnen Kommunen besteht, zusammenfindet und über die günstigste Verwendung dieser Mittel diskutiert.

Lutz Schmidt


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