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Zeughausquartier für Wanderer und Bergsteiger in neuem Gewand

Völlig im Schatten der (noch immer nicht völlig geklärten) Zeughausproblematik existierte seit Jahren ein Touristenboden, auch "Försterquartier" genannt. Das Gebäude am Beginn des Roßsteiges kann von so mancher Clubfeier berichten, sowohl auf der "Bergfinken"-Seite als auch nebenan im Massenquartier. Da dampfte das Waschwasser neben dem Glühwein auf dem Herd und nachts machte sich der Hausbilch über die reichlichen Vorräte her ...

Trotz aller Gemütlichkeit stand es besonders um die sanitären Verhältnisse nicht zum Besten, so daß das Forstamt als Eigentümer schon lange einen Umbau plante. Seit vorigem Herbst waren nun umfangreiche Bauarbeiten im Gange. Das Ergebnis kann sich sehen und ab 1.Mai 1994 auch wieder bewohnen lassen. Nur der Schornstein und der "Herzhäusel"-Schlüssel erinnern noch an die alte Hütte.

Herr Grunwald, der Leiter des Forstamtes Bad Schandau, und die neue Pächterin des Objektes, Frau Steiner, stellten uns das neue Quartier für Bergsteiger und Wanderer vor:

Ausgebaut vom Forstamt und eingerichtet von der Pächterin wurde eine touristische Unterkunft für kleine und größere Gruppen (besonders auch mit Kindern) geschaffen als echte Alternative zu den bestehenden Übemachtungsmöglich-keiten in diesem Gebiet. Drei geräumige Schlafräume mit Matratzenlagem und ein großer, gemütlicher Aufenthaltsraum (mit Bullerjan für kühle Tage) bieten ausreichend Platz für max. 30 Personen. Die Selbstversorgerküche ist mit allem Notwendigen ausgestattet und die Waschräume mit Dusche und WC lassen die ehemaligen "Freiluftanlagen" vergessen.

Das umstrittene Problem des Autoverkehrs im Großen Zschand wird mit gutem Beispiel angegangen. Die Anreise erfolgt mit Bus oder PKW bis Neumannmühle, der 20-minütige Marsch zur Hütte schreckt Wanderer und Bergsteiger nicht. (Es wird davon gesprochen, daß der Autoverkehr zum Zeughaushotel nur noch dieses Jahr zugelassen wird!) Und die ganz Zünftigen wandern über den Wurzelweg/Roßsteig von Schmilka aus.

Getränke (Bier, Limonade und Wein) können im Objekt erworben werden, damit die Rucksäcke nicht allzu schwer werden. Heißer Tip für größere Gruppen: Möglichst bald bestellen. Einzelwanderer und Minigruppen kommen auch kurzfristig noch unter.

An guter Auslastung der Hütte wird es, nicht zuletzt durch die zentrale und sehr schöne Lage inmitten des Nationalparks, nicht mangeln. Wünschenswert auch von Seiten des Forstamtes, so äußerte sich Herr Grunwald, wären noch mehr derartige Quartiere für Wanderer und Bergsteiger. Entscheidungen bezüglich des Objektes Großer Winterberg oder auch des Liliensteines sollten in dieser Richtung forciert werden.

Bitte beachten: Anreise mit PKW nur bis Parkplatz Neumannmühle möglich! Hüttenschuhe sind bitte mitzubringen. Getränkekauf (Bier, Limonade, Rotwein) vor Ort möglich. Übernachtungspreise für Matratzenlager (mit eigenem Schlafsack): Erwachsene: 12 DM; Kinder (bis 14 Jahre): 6 DM (Aufpreis für Steppdecken- u. Bettwäschebenutzung)

Die Wachbergbaude bei Saupsdorf

Schaut man zum ersten Mal von Saupsdorf aus zum Wachberg hinauf, erwartet man zunächst nichts Besonderes. Er erscheint als langgezogener Berg, der sich harmonisch in die liebliche Landschaft am Rande der Hinteren Sächsischen Schweiz einfügt. Seine 496 m Höhe sieht man ihm dabei kaum an.

Oben angekommen ist man jedoch überrascht, welch umfassender und bei klarem Wetter überwältigender Rundblick sich bietet. Er beginnt weit im Westen mit dem Borsberg bei Dresden, reicht u.a. über Lilienstein, Königstein, Schrammsteine, Großer Winterberg, Raumberg, Rosenberg und Kaltenberg bis zur Lausche im Osten. Bei Superwetter kann man sogar die Schneekoppe zu sehen bekommen.

Bereits zu Beginn des vorigen Jahrhunderts war der aus Lausitzer Granodiorit bestehende Berg wegen seiner großartigen Aussicht bei Sonntagsausflüglern sehr beliebt. 1851 entstand das erste Schankhaus, das sich durch den aufkommenden Fremdenverkehr zu einem florierenden Geschäft entwickelte.

1897 ging das damals "Schweizerkrone" genannte Haus in den Besitz der Familie des Dresdner Berg- und Wanderfreundes Carl Gottlob Tauchmann über. Nachfolgende Generationen haben es bis heute weitergeführt. Unterbrochen wurde diese Tradition jedoch durch ein trauriges Kapitel im Jahre 1949, als man die Tauchmanns für ein halbes Jahr vom Wachberg vertrieb. Im Februar wurde ihre Baude beschlagnahmt und anschließend von der Grenzpolizei übernommen. Innerhalb von drei Tagen mußte die Familie das Haus verlassen, in das sie im Oktober zurückkehren durfte, nach_ dem die Grenzpolizei wieder abgezogen war. Es war eine traurige Rückkehr, denn Hans Tauchmann, Bergwirt seit 1947, hatte die Willkürmaßnahme nicht verkraftet und Selbstmord begangen.

Heute ist Frau Erika Tauchmann Inhaberin der Baude mit Gaststätte und Pension. Wie seit jeher erwartet den Einkehrenden eine einfache, aber gute Küche zu vernünftigen Preisen. Insgesamt finden 120 Gäste Platz in einer kleinen gemütlichen Gaststube, einer geräumigen Veranda und einem Klubraum mit TV. Im Sommer kommen noch 35 Plätze im Freien und eine Liegewiese auf der Südseite hinzu. Die Pension bietet 3 Zweibett-, 2 Dreibett- und 1 Vierbettzimmer. Letzteres ist für eine Familie mit 2 Kindern gedacht. Alle Zimmer sind mit kaltem und warmem Wasser, Dusche, WC und Radio ausgestattet. Gern werden auf dem Wachberg Feiern, wie Hochzeiten, Jugendweihen u.a. ausgerichtet.

Es gibt viele Möglichkeiten, auf den Berg zu gelangen. Die bequemste ist, mit dem Auto bis zur Baude hinaufzufahren. Wer es sportlicher möchte und kann, findet unterschiedlich lange und schwierige Routen:

Auf dem Dr.-Alfred-Meiche-Weg, der von Sebnitz über den Wachberg nach Hinterhermsdorf führt, kann man die eingangs erwähnten Landschaften in aller Ruhe betrachten und auf sich wirken lassen.(Sebnitz-Wachberg 1,5 h; WachbergHinterhermsdorf 1 h, blau).

Kommt man mit dem Bus oder Auto nach Saupsdorf, benutzt man am besten den gelb markierten Weg, der neben der ehemaligen Gaststätte "Zur Schmiede" (in unmittelbarer Nähe von Bushaltestelle und Parkplatz) beginnt und in 40 min. zur Wachbergbaude führt.

Empfehlenswert sind auch Touren aus dem Kirnitzschtal über Saupsdorf zum Wachberg: rot markiert Buschmühle Kleinsteinhöhle-Saupsdorf 2 h, gelb Buschmühle-Amstein-Saupsdorf Ih 45min, grün Räumichtmühle-Sturmbauers Eck-Saupsdorf Ih. Günstig hierfür ist die Linie 241 DresdenHinterhermsdorf der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft PIRNA-SEBNITZ mbH (OVPS). Sie oder die Linie 268 nach Sebnitz kann auch benutzen, wer vom Wachberg nach Hinterhermsdorf gewandert ist. Diese Vorschläge sind natürlich nur eine erste Anregung. Ein Blick auf eine Wanderkarte wird noch viele weitere Möglichkeiten zeigen.

Martina Wobst


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