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Sanierung von Gebieten mit Erosionsschäden in der Sächsischen Schweiz

Die Natur der Felsenlandschaft der Sächsischen Schweiz ist durch Witterungseinflüsse und durch die Einwirkung der Bergsteiger großen Belastungen ausgesetzt. Durch Ausspülungen, durch das Abtreten von Hängen und deren Bewuchs entstanden große Erosionsschäden.

Seit vielen Jahren werden deshalb durch Wanderer- und Bergsteigerverbände, die Forstverwaltung und die ehemalige LSG-Inspektion und jetzige Nationalparkverwaltung an vielen gefährdeten Stellen Maßnahmen ergriffen, um der Erosion Einhalt zu gebieten.

Während sehr große zusammenhängende Flächen wie z.B. das Schrammtor, das Bloßstockgebiet, der Ganuig oder der Falkenstein durch die LSG-Inspektion bzw. Nationalparkverwaltung mit Hilfe der Bergsteiger saniert wurden, gibt es insbesondere im LSG viele Gebiete um die Klettergipfel, die von Bergsteigervereinen oder Kletterklubs in Zusammenarbeit mit dem Forst eigenverantwortlich betreut werden. Diese Gebietsbetreuungen werden vom Sächsischen Bergsteigerbund (SBB) koordiniert.

In mühevoller und jahrelanger Arbeit wurden Absperrungen, Geländer, Stufen, Abstützungen und Faschinen angelegt und auch Bäumchen gepflanzt.

Mit diesem Beitrag möchten wir beginnen, sanierte Gebiete vorzustellen und die Arbeit, die bisher geleistet wurde, zu dokumentieren.

Gleichzeitig möchten wir bitten, wenn Zugänge ausgeschildert sind, nur diese zu benutzen sowie die abgesperrten Flächen nicht zu betreten, die vorhandenen Absperrungen und Geländer schonend zu behandeln und in diesem Sinne auch auf andere uneinsichtige Bergfreunde einzuwirken.

1. Sanierungsgebiet Falkenstein

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Beginnen möchten wir mit der Vorstellung eines der großen Sanierungsgebiete, dem Falkenstein. Auf Grund der Vielzahl der Aufstiege war das gesamte Areal um den Falkenstein durch den Bergsport sehr in Mitleidenschaft gezogen. Aus diesem Grund begannen im Jahr 1987 von der LSGInspektion organisierte Einsätze.

Es wurden Zugangswege ausgewiesen, Stufen angelegt, die versandeten Hänge wurden mit Reisigfaschinen versehen, die das Überspülen mit Sand verhindern und dem Bewuchs eine Chance zur Ansiedlung bieten sollen.

Nach vielen Einsätzen durch Bergsteiger unter fachlicher Leitung der LSG-Inspektion konnte das Gebiet wieder in einen guten Zustand gebracht werden.

Im Bild auf Seite 46 ist der Falkenstein mit Zugangswegen, Geländern und abgesperrten Flächen dokumentiert.

Ohne langfristige Betreuung ist aber jedes Projekt der Erosionssanierung zum Scheitern verurteilt. Denn die Holzgeländer hallen keine Ewigkeit und müssen nach und nach erneuert werden, und es bilden sich immer wieder neue Überspülungen der Hänge.

Aus diesem Grund hat die Akademische Sektion Dresden (ASD) des Deutschen Alpenvereins eine langfristige Betreuung des Gebietes übernommen. Da der Falkenstein im Nationalparkgebiet liegt, werden jegliche Arbeiten gemeinsam mit den Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung durchgeführt.

Im April diesen Jahres war wieder ein Einsatz des ASD am Falkenstein. Gemeinsam mit Bergsteigern der Sektion Leipzig-Nordost waren 40 Teilnehmer gekommen, um Geländer neu zu errichten und Stufenbaumaterialien vom Hohen Torstein zum Fuß des Falkensteins zu transportieren.

2. Laasenstein bei Rathen

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Durch die gute Erreichbarkeit waren die Gipfel am Rauenstein einer vergleichsweise hohen Belastung ausgesetzt. Seit 1986 gibt es für das gesamte Gebiet des Rauenstein eine ständige Gebietsbetreuung.

Ein besonders frequentierter Gipfel ist der Laasenstein. In den letzten Jahren war der gesamte Aufstieg zum Gipfel durch Ausspülungen und Trampelpfade vollkommen versandet.

Die Sanierungsarbeiten am Laasenstein wurden im Jahr 1991 durch den KV Enzian, Kletterfreunde aus Freiberg sowie das Forstamt Bielatal, vertreten durch den Revierförster Herrn Bauch und den Stellvertretenden Forstamtsleiter Herrn Flechsig, begonnen.

Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt :

In den am stärksten versandeten Stellen wurden Bäumchen gepflanzt. Erfolge sind bereits sichtbar, denn in den letzten Jahren trat eine Beruhigung der Erosion ein und etliche Bäumchen wuchsen gut an.

Im April 1994 fand ein Arbeitseinsatz am Laasenstein, an der Nonne und am Rauensteinturm mit 21 Teilnhmem statt. Insbesondere waren zerbrochene Geländer zu reparieren, Stufen neu anzulegen und Bäumchen nachzupflanzen.

Eine ständige Betreuung des Laasensteins ist weiterhin erforderlich. Sie wird auch zukünftig vom SBB-Klub KV Enzian durchgeführt.

3. Nonne am Rauenstein

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Der Klettergipfel Nonne ist ebenfalls sehr stark von Bergsteigern frequentiert. Auf den großflächigen Hängen um die Nonne mußten sehr große Erosionsschäden registriert werden.

Der Zugang zum Gipfel erfolgte, teilweise unverantwortlich, von allen Seiten. Mit den Sanierungsarbeiten wurde 1990 begonnen, wie auch schon am Laasenstein durch den KV Enzian und Kletterfreunde aus Freiberg gemeinsam mit dem Revierförster, Herrn Bauch.

In mehreren Etappen, d.h. jährlich ein bis zwei Einsätzen von 1990 bis 1993, konnte der Zugang zum Gipfel durch Geländerbau, Stufen und Absperrungen gezielt geführt werden. Stark gefährdete Flächen sowie der gesamte Nordhang wurden durch Faschinen und Gestrüpp gesichert. Dazwischen wurden Bäumchen gepflanzt. Durch den extrem sandigen Standort muß jährlich nachgepflanzt werden.

Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen versuchen immer wieder Bergsteiger, diese Maßnahmen zu umgehen, indem sie alle Absperrungen ignorieren, über die sanierten Flächen abkürzen und Auf- und Abstiege an den am stärksten gefährdeten Stellen zwischen den Felsen wählen.

Eine ständige Betreuung des Gebietes erfolgt ebenfalls durch den KV Enzian.

Alfred Rölke


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