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Verkehrsumfrage

In Heft 13 kündtigten wir an, das Wesentliche der Auswertung vorzustellen. Obwohl die Umfrage schon vor längerer Zeit war ist das Ergebnis doch sehr interessant und in den Hauptpunkten nach wie vor aktuell.

Von 6000 verschickten Karten kamen 651 zurück, davon 147 von Lesern dieses Heftes. Erfasst wurden dabei 1366 Personen und ca. 37250 Fahrten. Aus genau 100 Orten zwischen München bis Kiel und Frankfurt/Oder bis Görlitz kamen Karten zurück. Der größte Teil (464 Stück) kam aus dem S-Bahn-Einzugsbereich (davon 381 aus Dresden). 39 Karten erhielten wir aus der Sächsischen Schweiz, 43 aus der Region Freiberg - Chemnitz, 19 aus Leipzig, 15 aus Berlin und 71 aus anderen Orten. Ca. 90% der Einsender fahren zum Wandern in die "Schweiz", 70% auch zum Klettern. 13% zieht daneben der Radsport ins Elbsandsteingebirge. 10% ergänzten andere Gründe, wie Verwandtenbesuche, Gartenpflege, Arbeitseinsätze, Paddeln, Zelten, Höhlentouren, Boofen, Wohnen, Arbeiten, Felsenbühnenbesuche u.ä..

Zu 47% wird für die Fahrt das Auto genutzt, zu 44% der öffentliche Personenverkehr (ÖPV), zu 5% das Fahrrad, zu 3,5% die Kombination von Bahn und Rad und zu 0,5% andere Verkehrsmittel (Moped, Schiff oder die eigenen Füße). Der überwiegende Teil der Einsender nutzt sowohl öffentliche als auch individuelle (Auto, Fahrrad) Verkehrsmittel. Interessant ist eine getrennte Betrachtung des SBahn-nahen Bereiches: Hier ist die ÖPV-Nutzung höher (48%), was sicher auf die bessere Verfügbarkeit zurückzuführen ist. Junge Leute nutzen deutlich mehr öffentliche Verkehrsmittel als Ältere, und Einzelpersonen mehr als Familien. So nutzen junge Einzelpersonen im S-Bahn-Bereich den ÖPV doppelt so oft wie das Auto, während es bei den älteren Familien (ohne Kinder) gerade umgekehrt ist. Das Fahrrad wird von jungen Leuten mit 6-9% doppelt so häufig für die Fahrt in die Sächsische Schweiz genutzt, als von Älteren (3-4%). Wichtigste Kriterien für die Verkehrsmittelwahl sind Fahrpreis, Reisezeit und Umweltfreundlichkeit (für jeweils c. 60%). Für 37% ist auch die Bequemlichkeit wichtig, wobei die einen das Fahren mit der S-Bahn, die anderen das Autofahren als bequem empfinden.

Im Sommer gehen die Meisten (ca. 60%) zwischen 6.45 und 8.15 Uhr aus dem Haus, im Winter eine Stunde später. Im Sommer sind besonders die S-Bahnen 7.00, 7.30, 8.00 und 8.30 Uhr ab Dresden Hbf von Bedeutung. Die Entlastungszüge 8.44 und 9.17 Uhr spielen kaum eine Rolle. Einzelpersonen fahren etwas früher als Familien. Die Rückfahrt erfolgt zu sehr verschiedenen Zeiten. Im Sommer wollen die einen schon 17 Uhr zu Hause sein, andere - vor allem junge Leute - erst 23 Uhr. Zwischen 18 und 20 Uhr möchten ca. 40% daheim ankommen. Für 23% richtet sich die Rückfahrzeit nach anderen Gründen. 23% gehen erst los, wenn es dunkel wird. Bei jungen Einzelpersonen aus dem S-BahnEinzugsgebiet beträgt dieser Anteil 60%, bei allen anderen Altersgruppen höchstens 20%. Im Winter bleiben 3 1 % bis zum Dunkelwerden, 35% wollen zwischen 17 und 19 Uhr zu Hause sein und 21% gaben andere Gründe an. Andere Gründe sind vor allem "Lust und Laune", das Wetter, die geplante Tour und Rücksicht auf die Kinder. Aber auch die günstige Verbindung für die Heimfahrt, Stauvermeidung und der Gaststättenschluß spielen eine Rolle.

Taktzeiten von 30 Minuten für die S-Bahn wurden von ca. 60% für ausreichend gehalten, für 16% wären auch 60 Minuten akzeptabel. Stundentakt wird bei den Buslinien von 30% für ausreichend gehalten. Wichtigste Buslinien sind (erwartungsgemäß) Bad Schandau Hinterhermsdorf und Königstein - Schweizermühle, die von über 60% als wichtig oder sehr wichtig eingestuft wurden. Mit großem Abstand folgen die Linien Pirna - Hohnstein und Pirna Schweizermühle (ca. 30% wichtig).

Der Durchschnittseinsender fährt im Sommer 3 bis 4 mal im Monat raus, im Winter mit 1 bis 2 mal etwa halb so oft. Einmal in vier Jahren verbringt er seinen Urlaub in der Sächsischen Schweiz. Beliebtestes Gebiet ist das Bielatal (15,2% der Fahrten), dicht gefolgt von den Affensteinen (14,8%) und Rathen (13,4%). Die geringste Bedeutung haben die Zschirnsteine (3,3%) und die Nikolsdorfer Wände (2,7%). Wer immer mit dem Auto fährt, fährt öfter ins Bielatal (17,4% der Fahrten), wer immer S-Bahn fährt, öfter nach Rathen (19 ' 3%). In anderen Gebieten läßt sich kein so deutlicher Trend feststellen.

Viele Karten waren mit guten Anregungen und Kommentaren versehen. Viele Hinweise betrafen den Preis und die Anschlüsse öffentlicher Verkehrsmittel. Auch das Parkproblem wurde öfter erwähnt, wobei es Stimmen für und gegen neue Parkplätze gab. Aussagekräftig sind die Ergebnisse in erster Linie für Leute, die regelmäßig in die Sächsische Schweiz fahren, denn solche wurden vorwiegend erfaßt.

Zum Schluß ein herzliches Dankeschön an alle, die eine Karte zurückgeschickt haben, und jene, die bei der Auswertung halfen. Das Ergebnis ist ein gutes Fundament für weitere Bemühungen zur Verkehrsgestaltung.

Lutz Schmidt



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