Sächsische Schweiz Initiative, Heft 15, Herbst 1998

Aktuelle Informationen

Wegebau im Nationalpark

Wander- und Bergsportverbände haben den Ausbau von Wanderwegen in der Sächsischen Schweiz kritisiert. Besonders die massiven Absperrgeländer im Bereich Breite Kluft wurden kritisiert. In diesem Zusammenhang wurde auch Unverständnis über den unverhältnismäßig breiten Ausbau von Forstwegen im Nationalpark wie z.B. an der Unteren Affensteinpromenade geäußert. Wegebautätigkeit ist derzeit flächendeckend, besonders im hinteren Nationalparkteil, zu beobachten.

Ausgenommen von der Kritik haben die Verbände ausdrücklich die notwendigen Erosionsverbauungen einschließlich Geländerabsperrungen in den gefährdeten Gebieten z.B. in Rathen oder im Schrammtorgebiet, wo die Nationalparkverwaltung und die Forstämter mit Unterstützung von Bergsteigern sehr gute Arbeit leisten.

Hotel "Jagdschloß Bielatal" wird nicht gebaut

Wie schon bei der überdimensionierten Kurklinik in Ostrau hat auch beim seit 1995 geplanten Hotel im Bielatal nicht der Aspekt des Landschaftsbildes die Entscheidung bewirkt, sondern finanzielle Gründe brachten das Aus. Trotz Baugenehmigung und Fördermittel verweigerte die Hausbank des Freiherrn angesichts der Bettenauslastung in der Region die Finanzierung.

Gittermast auf dem Großen Winterberg

Der Bau eines neuen Sendemastes auf dem Großen Winterberg konnte nicht verhindert werden. Mitten in einem Nationalpark und dazu noch an exponierter Stelle in dessen Kernzone ist der Fremdkörper kein Aushängeschild für den Nationalpark. Von den Aussichten im gesamten Schmilkaer Gebiet ist der Sendemast sichtbar, ebenso von der anderen Elbseite von Kaiserkrone und Zirkelstein oder aus dem Großen Zschand.

5 Mio. DM-Förderung für den Investor des umstrittenen Luxus-Hotels Elbschlößchen

Für ca. ein Drittel der Baukosten des neuen Luxus-Hotels Elbschlößchen in Rathen kommt der Steuerzahler auf. Trotz angespannter Lage der Branche und sinkender Bettenauslastung wird der Münchner Investor und seine Firmengruppe mit Sitz in Prag mit 5 Mio. DM vom Freistaat Sachsen gefördert.

Aspekte des Landschaftsschutzes wegen der Dimension des Hotels am Elbufer wurden mit dem Verweis, es sei die sog. Innenzone der Gemeinde Rathen, abgewiesen. Dort hätte der Naturschutz kein Einspruchsrecht.

Vorschlag: Kennzeichnung der Grenzen der Nationalpark-Region

Schon 1991 hatte Forstamtsleiter Dietrich Graf vorgeschlagen, nicht nur den Nationalpark mit Eingangssteinen zu kennzeichnen, sondern dem Besucher auch den Eintritt in das LSG anzuzeigen, um die Einheit der Sächsischen Schweiz zu betonen. Mit dem Begriff "Nationalpark-Region" ist die Gesamtheit von LSG und der darin befindlichen Nationalparkteile im sächsischen Naturschutzgesetz verankert.

Um den Schutzgedanken für den LSG-Teil zu stärken und um die Besucher, Wanderer und Bergsteiger auf den Eintritt in die Nationalpark-Region hinzuweisen, wird nun 7 Jahre später vom Sächsischen Bergsteigerbund vorgeschlagen, solch ein Eingangsschild, ähnlich den Nationalpark-Steinen, an den wichtigsten Zufahrtsstraßen zu installieren. So mancher Besucher wird dann vielleicht überrascht sein, daß das Schutzgebiet z.B. gleich hinter Pirna beginnt und nicht erst im Kirnitzschtal oder im Polenztal.

Keine Beruhigung bei touristischen Rundflügen

Nach Verabschiedung der Regelung zu einer Mindestflughöhe von 600 m über Grund war es ruhiger geworden, doch 1998 wurden wieder massive Verstöße registriert. Besonders beliebt ist die Runde von Dresden über die Bärensteine, um den Lilienstein, zu den Schrammsteinen und zurück über die Bastei. Extreme Tiefflüge gab es z.B. am 20. Juni 1998 gegen 18 Uhr, als ein Flieger die Bastei in ca. 50 m Höhe überquerte. Am 14. Juni wurden Tiefflüge über dem Polenztal und vor der Brandaussicht festgestellt. Besonders schlimm war es am Vormittag des 16. Mai 1998, als im Bereich Hirschgrund/ Bastei sieben tiefe Überflüge registriert werden mußten. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Dem Problem der touristischen Flüge muß im kommenden Jahr verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden.