Sächsische Schweiz Initiative, Heft 15, Herbst 1998

Grundsätze zum Wanderwegekonzept der Verbände

Insgesamt sechs Verbände haben gemeinsam ein Wanderwegekonzept für den Nationalpark Sächsische Schweiz erstellt, das Ende September dem Umweltministerium, der Nationalparkverwaltung sowie den Forstämtern Lohmen und Bad Schandau überreicht wurde. Darin sind die wichtigsten Grundsätze für die Zukunft der Wanderwege, bei Berücksichtigung von Naturschutzbelangen, vorgestellt. Zugangspfade zu den Klettergipfeln sind für den Wanderer kaum von Interesse und wurden deshalb im vorliegenden Konzept nicht berücksichtigt.

Eine Liste von wichtigen unmarkierten Bergpfaden, die erhalten bleiben sollten, ist am Schluß aufgeführt und bildet einen Bestandteil des Konzeptes. Außerdem wird die Öffnung von zwei neuen Grenzübergängen vorgeschlagen: Rabensteine - Zadní Jetřichovice (Hinterdittersbach) und Großer Zschand - Mezní Louka (Rainwiese).

Die unterzeichnenden Wander- und Bergsportverbände, die annähernd 14.000 Mitglieder in Sachsen vertreten, legen hiermit ein Konzept vor, das die Erhaltung der traditionellen Wandermöglichkeiten im Elbsandsteingebiet zum Ziel hat. Dabei lassen wir uns von folgenden Grundsätzen leiten:

Aus naturschutzfachlicher Sicht wurde bei der Erarbeitung des Konzeptes folgendes berücksichtigt:

Es wird vorgeschlagen, die Wanderwege und -pfade in zwei Kategorien zu unterteilen: den markierten Wanderweg und den unmarkierten Wanderweg (Bergpfad). Ein Grundsatz des Konzeptes ist, daß prinzipiell keine Änderungen am markierten Wanderwegenetz vorgenommen werden. Jedoch sollen die markierten Wanderwege nicht so massiv ausgebaut werden wie z.B. derzeit im Bereich der Breiten Kluft.

Touristisch bedeutende Wege im unmarkierten Wanderwegenetz (Bergpfade) wie z.B. die Rotkehlchenstiege, die Obere Affensteinpromenade oder der Griesgrund sollen begehbar bleiben. Bei diesen Wegen darf kein massiver Ausbau mit Geländern u.ä. erfolgen. Die Wanderer begehen diese unmarkierten Wege auf eigene Gefahr, d.h. es besteht bei Unfällen keine Haftung der Forstbehörden.

Zur Kategorie Bergpfade gehören auch bekannte Stiegen, die bereits klettertechnisches Geschick erfordern, sowie verschiedene schmale Bergpfade mit hervorragenden Aussichten (z.B. die Häntzschelstiege, die Zwillingsstiege, die Starke Stiege oder der Pfad über den Honigsteinrücken, der Begangsteig, die Terrassenpfade im Schmilkaer Gebiet und der Grenzweg vom Großen Winterberg zum Raingrund). Dagegen wurde im Konzept aus Naturschutzgründen auf eine ganze Reihe von ehemals begangenen Schlüchten und Wegen, besonders in der Kernzone im Großen Zschand und in den Thorwalder Wänden, verzichtet.

Sächsischer Bergsteigerbund (SBB)
Touristenverein "Die Naturfreunde"
Bergwacht Sachsen des DRK
Akademische Sektion Dresden (ASD) des DAV
Sächsischer Wandersport- und Bergsteigerverband (SWBV)
Arbeitskreis "Sächsische Schweiz" im Landesverein Sächs. Heimatschutz