Sächsische Schweiz Initiative, Heft 15, Herbst 1998

Neues vom Pfaffenstein

Mehrmals schon haben wir in vergangenen Ausgaben von den Aktivitäten der Schutzgemeinschaft Sächsische Schweiz e.V. auf dem Pfaffenstein berichtet und versprochen, unsere Leser über Neues auf dem laufenden zu halten.

Einige Monate sind seit meinem letzten Besuch auf dem Pfaffenstein vergangen. Ich muß sagen, ich war überrascht, was sich in dieser Zeit alles verändert hat. Schon beim Aufstieg durch das Nadelöhr sieht man neue Stufen und Leitern, die Metallgeländer sind gestrichen und etliche Meter Holzgeländer erneuert worden. Auch der 'Bequeme Weg' ist wieder begehbar.

Ein Schild begrüßt mich, als ich oben am Pfaffenstein ankomme. "Welcome to workcamp 98" steht da in bunten Farben. Wie schon im vergangenen Jahr fand hier wieder ein internationales Workcamp statt. Von Jürgen Dietze, dem Mann des Vereins vor Ort, ist zu erfahren, daß 12 junge Leute aus 8 Ländern sich in diesem Jahr hier trafen, um zu arbeiten, die Gegend kennenzulernen und sich zu erholen. Die Jugendlichen aus Polen, Rumänien, Italien, Frankreich, Weißrußland, Tschechien, Japan und Deutschland führen hauptsächlich Arbeiten am Wanderwegenetz durch. Schwerpunkt dabei war der Weg vom Gasthaus zur Barbarine. Desweiteren wurde dem gesamten "mausgrauen" Geländer auf dem Pfaffenstein zu Leibe gerückt und dieses in ein freundliches Olivgrün verwandelt.

Neben der Arbeit sollten natürlich auch Spaß und Erholung nicht zu kurz kommen. Viel Wissenswertes erfuhren die jungen Leute bei Exkursionen in den Nationalpark, auf die Festung Königstein und bei Besuchen der Landeshauptstadt Dresden. Auch auf kulinarischem Gebiet tauschte man sich aus. Jeden Tag kochte ein anderer Teilnehmer für die arbeitenden Kollegen. So lernte man Nationalgerichte wie echt russischen Borschtsch, italienische Pizza oder auch unsere guten alten Pellkartoffeln mit Quark kennen. Man saß beisammen bei Essen und Trinken und es wurden lange interessante Abende, wo über Gott und die Welt diskutiert wurde.

Zufrieden mit dem Erreichten und Erlebten und mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck, trennten sich die jungen Leute nach diesen 3 Wochen. Für den Pfaffenstein heißt es nun, auf ein Neues im nächsten Jahr.

Aber auch im Haus wurde einiges bewegt. Die kalten Wintermonate nutzte die Schutzgemeinschaft, um den 120 m2 großen Saal auszubauen. In den letzten 40 Jahren diente er nur noch als Abstellraum und Lager. Das sollte sich nun ändern. Der Saal wurde entrümpelt, der alte Fußboden entfernt und eine neue Dielung verlegt. In der Folgezeit wurden neue Fenster und Türen eingesetzt, die Wände trockengelegt, verputzt und in einem freundlichen Sonnengelb gestrichen. Neu gelegte Elektrik bringt die Kugellampen zum Leuchten, und eine geschmackvolle Einrichtung gibt dem Saal eine angenehme Ausstrahlung.

Als Tagungsstätte, Ausstellungsraum und auch für die zeitweilig stattfindenden Konzerte soll der Saal nun zur Verfügung stehen. Gegenwärtig bereitet die Schutzgemeinschaft eine Ausstellung über historisch gewachsene Ortsbilder in der Sächsischen Schweiz vor.

Silvia Müller