Sächsische Schweiz Initiative, Heft 15, Herbst 1998

Sanierung von Gebieten mit Erosionsschäden in der Sächsischen Schweiz

(Fortsetzung aus Heft 14)

In diesem Heft werden zwei Flächen um Klettergipfel vorgestellt, die vor mehreren Jahren sehr gut saniert wurden, wo allerdings durch eine fehlende ständige Betreuung oder durch unregelmäßige Aktivitäten und wechselnde Betreuer die Erosionsschäden wieder stärker zugenommen haben. Es sind dies der Anstieg zum Klettergipfel "Blaues Horn" im Großen Zschand und das Gebiet im "Riegelhof" genannten Felskessel an der Nordseite des Großen Bärensteins.

16. Der Riegelhof am Großen Bärenstein

In der Nordseite des Großen Bärensteins fällt eine markante Schlucht auf, der sog. Riegelhof. Begrenzt wird diese Felsenschlucht durch hohe und steile Felswände, wobei sich an einer Seite zwei Klettergipfel befinden, der "Riegelkopf" und der "Conradturm". Durch die natürliche Erosion bildeten sich viele große Sandreißen, begünstigt wurde dies durch den weichen Sandstein, aus dem die Felsen des Gebietes bestehen. Zum anderen wurden durch die Erschließung neuer und sehr schwieriger Kletterrouten an den beiden Klettergipfeln am Fuß dieser Gipfel Grashänge abgetreten.

Riegelhof-Karte

Erstmals gab es eine Betreuung für den Riegelhof, verbunden mit einem Arbeitseinsatz, im Jahr 1989 im Rahmen der Gebietsbetreuung durch die damalige Gruppe 4 der BSG Pentacon unter Leitung von Bergfreund Mörseburg. Es wurden Geländer errichtet, um die versandeten Flächen abzusperren, Abstützungen angelegt, Reisig-Faschinen ausgelegt und eine Reihe von Stufen gebaut.

Die Betreuung konnte allerdings nach der Wende durch den aus dieser Gruppe wiedergebildeten Klub nicht fortgesetzt werden.

Erst 1995 konnte ein neuer Betreuer, der Kletterklub "Die Rucksachsen", gefunden werden, der das Gebiet wieder übernahm. Ein Arbeitseinsatz mit 15 Teilnehmern fand unter Anleitung des Stellvertretenden Forstamtsleiters Flechsig statt. Dabei wurden die teils bereits verfallenen Absperrungen erneuert sowie neue Geländer gesetzt. Die sandigen Flächen wurden wiederum mit Reisig beruhigt. Mittlerweile ist es wieder notwendig, einen Arbeitseinsatz durchzuführen, weil sich der Zustand durch die stärkere Frequentierung der Pfade zu den Kletterwegen verschlechtert hat.

17. Blaues Horn (Großer Zschand)

Der Gipfel Blaues Horn steht auf einem hohen Riff in der Weberschlüchte im Großen Zschand. Der Zugang zu den Kletterwegen war nur durch zwei steile Schluchten von Norden und von Süden möglich. Der steilere und kürzere Südaufstieg wurde dabei bevorzugt und wies dadurch starke Erosionsschäden auf.

Im Jahr 1986 begann man den Nordaufstieg zu sanieren und herzurichten. Der sandige Aufstieg wurde durch Stufen befestigt. Weitere Abstützungen und Verbauungen sollten die Erosion eindämmen. Durchgeführt wurden die Arbeiten von Mitarbeitern der damaligen Arbeitsbrigade "Landeskultur" des Forstbetriebes Königstein unter Leitung von Herrn M. Herschel und einer Bergsteigergruppe.

Blaues Horn

Nach einigen Jahren stellte sich ein guter Zustand ein, die Stiege wurde angenommen, die steilen Hänge und die sandigen Flächen bewuchsen langsam. Zwar übernahm eine Gruppe der ehemaligen DWBO-Sektion TU Dresden bis zur Wende eine Betreuung, jedoch durften nach der Gründung des Nationalparks nur noch Gebietsbetreuungen im LSG-Gebiet übernommen werden.

Die Bergsteiger arbeiteten dann bei größeren Projekten wie z.B. im Rathener Gebiet oder in den Schrammsteinen mit, jedoch bei den kleinen sanierten Gebieten wie am Blauen Horn war keine Kontinuität gesichert. Jetzt treten dort leider ernstzunehmende Schäden auf, so z.B. durch abrutschende Grashänge, defekte Stufen und Leitern, die baldmöglichst behoben werden müßten. Zur Wiederaufnahme von Gebietsbetreuungen durch Bergsteigerklubs und -gruppen im Nationalpark ist der Sächsische Bergsteigerbund derzeit mit der Nationalparkverwaltung im Gespräch.

Alfred Rölke

Beide Beispiele machen deutlich, daß in vom Bergsport frequentierten Gebieten nur eine dauerhafte Betreuung zu einer Verhinderung von Erosionsschäden beitragen kann. Deshalb sollen die Bemühungen um ständige Betreuungen im LSG-Gebiet und im Nationalpark intensiviert werden. Vom Auftakt zu einer langfristigen Betreuung des Rathener Gebietes vor 15 Jahren berichtet der folgende Beitrag von Forstamtsleiter Dietrich Graf.