<-- Sächsische Schweiz Initiative, Heft 16, Herbst 1999

Umweltzerstörung in großem Ausmaß: Bäume fallen für die Autobahn A 17

Bis zum Schluß hatten die Bewohner des Hüttendorfes im Zschonergrund gegen die gelanten Baumfällungen gekämpft. Über zwei Jahre harrten sie in ihren zurechtgezimmerten Holzbehausungen aus, um Zeichen zu setzen gegen die drohende Umweltzerstörung durch die Autobahn A 17.

Doch am 21. April 1999 rollten früh zwischen 4 und 5 Uhr die Einsatzkommandos an, das Gelände wurde weiträumig umstellt. Damit es zu keinen persönlichen Konflikten von in Dresden wohnenden Mitgliedern des Kommandos kommt, wurden sogar Sonderein-heiten aus Leipzig herangeholt.

Die Bewohner des Hüttendorfes waren in der Zwischenzeit in ihre Baumhäuser hinaufgestiegen, um so die Fällung der alten Bäume am Bachlauf des Zschonergrundes zu verhindern. Ein großer Autokran wurde aufgestellt, mit denen die Leute der Sondereinheiten, die in einem speziellen Metallkäfig saßen, in die Nähe der in den Baumkronen vertauten Baumhäuser gehoben wurden. Das Polizeiaufgebot war immens. Gegen einige hundert mit allem technischen Gerät ausgerüstete Beamte der Sonderkommandos konnte der Widerstand der 20 Bewohner nicht lange anhalten. Sie wurden festgenommen.

Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Überall sah man Polizeifahrzeuge, die Wiese stand voll mit Einsatzwagen aller Art. Gegen 9 Uhr wurde schon mit der Fällung der ersten Bäume durch eine beauftragte Firma aus Dresden begonnen. Symbolisch hat das Auto die Natur besiegt...