<-- Sächsische Schweiz Initiative, Heft 16, Herbst 1999

Protestwanderung gegen die Autobahn durch das Böhmische Mittelgebirge

Der kleine Regionalzug von Ústí nach Teplice war bis zur Station Stadice gut gefüllt, denn er brachte die Teilnehmer der Protestwanderung am 1. Mai 1999 an die Stelle, wo später die Autobahn ins Böhmische Mittelgebirge beginnen soll. Ein Informationszelt wurde aufgebaut, in dem Schautafeln über die durch den Autobahnbau gefährdete Natur hinwiesen.

Die über 100 Teilnehmer wurden von Marian Páleník, dem Vorsitzenden der Umweltorganisation Pøátelé pøírody (Freunde der Natur) aus Ústí begrüßt, der besonders auf die Gefahr des geplanten Abbaus zweier Berge zur Schottergewinnung für die Autobahn hinwies. Dieser Schotter wird auch nach Deutschland exportiert. Er betonte, daß diese Autobahn den Verkehr nicht nur von Dresden nach Prag, sondern von Hamburg und Berlin bis hinunter auf den Balkan bis nach Istanbul aufnehmen wird.

Entlang der zukünftigen Trasse wanderten dann die Teilnehmer hinauf zum Dubitzer Kirchlein (Dubický kostelík) mit der phantastischen Aussicht über die laubbaumbestandenen Hänge hinab zur Elbe und auf die gegenüberliegenden Basaltberge und die Burgruine Kamaik. Unweit dieses Kirchleins soll die Autobahn vorbeiführen.

Über weite Wiesen, gesäumt von weißblühenden Schlehenhecken und Wildkirschen, führte der Weg weiter. All dies wird später dem Betonband zum Opfer fallen.

Alternativen zur Autobahn durch das Böhmische Mittelgebirge sehen sowohl die Umweltorganisation Pøátelé pøírody aus Ústí als auch die landesweite Organisation Dìti žeme in einer Verlegung der Trasse außerhalb des wichtigen Schutzgebietes Böhmisches Mittelgebirge in den durch die Braunkohle schon stark entwerteten Bereich Most und in einer Nutzung des Freiberger Korridors auf deutscher Seite für die Autobahn.

Ein Abstecher führt die Teilnehmer der Tour zu den bereits bestehenden Steinbrüchen am Berg Kubaèka, gelegen zwischen dem Berg Kleteèna (Kleiner Milleschauer ) und der Elbe.

Hier werden ganze Berge für den Straßenbau abgebaut, warnte Marian Páleník, und sollte die Autobahn gebaut werden, wird es zu einer Intensivierung der Zerstörung und des Abbaus von Bergen kommen. Auch das Opárenské údolí (Wopparner Tal), in dem die Gruppe zum Abschluß wanderte, bleibt von der Autobahn nicht verschont. Der weithin sichtbare Lovoš (Lobosch) wird vom Betonband halbseitig umschlossen.

Die Karte auf Seite 24 stellt den Verlauf der geplanten Autobahn durch das Böhmische Mittelgebirge dar.

Alle Wander- und Naturfreunde möchten wir hiermit aufrufen, sich für dieses schöne Gebirge in unserer direkten Nachbarschaft einzusetzen und die diesem Heft beiliegende Petition zu unterschreiben sowie die Petition Freunden und Bekannten weiterzureichen. Bitte senden sie die Unterschriftenlisten baldmöglichst an die Grüne Liga, Matthias Menzel, Schützengasse 18, 01067 Dresden. Die Sächsische-Schweiz-Initiative wird in Zukunft verstärkt mit der Grünen Liga kooperieren und ist 1999 eine Mitgliedsgruppe der Grünen Liga geworden.

Außerdem möchten wir die Organisation Pøátelé pøírody aus Ústí bei Ihrem Engagement für das Böhmische Mittelgebirge mit einem Spendenaufruf unterstützen. Viele kleine Beträge helfen auch!!! Bitte überweisen sie eine Spende auf das folgende Konto:

Konto-Nr.: 102 239 024

BLZ: 850 951 64

Landeskirchliche Kreditgenossenschaft

Kontoinhaber:

UVO e.V. (Umwelt und Verkehr im Oberen Elbtal e.V.)

Kennwort: Böhmisches Mittelgebirge

Das Kennwort ist wichtig bei der Überweisung einer Spende. Bitte nicht vergessen!

Und schon jetzt vielen Dank für eine jede Spende. Wir werden die Spenden sammeln und dann unseren Freunden von Pøátelé pøírody in Ústí übergeben.

Abschließend möchte ich Karel und Svata Plechaè für ihre Unterstützung für die Erstellung der Beiträge zum Böhmischen Mittelgebirge danken.

Peter Rölke