<-- Sächsische Schweiz Initiative, Heft 16, Herbst 1999

Waldflößchen in den Huten

Etwa 1,5 km westlich von Rathewalde befindet sich in einer Höhenlage von 300 m ü. NN das Flächennaturdenkmal "Waldflößchen in den Huten" welches eine Fläche von 2,71 ha besitzt. Das kleine Schutzgebiet geht auf das Wirken des langjährigen Kreisnaturschutzbeauftragten des Kreises Sebnitz, Dietrich Graf, zurück. Im nordöstlichen Teil des Lohmener Waldes auf der mit eiszeitlichen Kiesen und Löß bedeckten Sandstein-Hochfläche hat sich der naturnahe Bachlauf des "Waldflößchens" eingetieft. Es durchfließt in stark mäandrierender Form einen naturnahen Buchenwald, der entsprechend den geologischen Gegebenheiten überwiegend von bodensauren Bodenpflanzen geprägt wird. So finden wir hier Zittergras-Segge (Carex brizoides), Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa), Schmalblättrige- und Haar-Hainsimse (Luzula luzuloides u. L. pilosa) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Im Auenbereich blüht im Frühjahr als Zeiger des grundfeuchten Stieleichenwaldes das Busch-Windröschen (Anemone nemorosa). Das FND ist außerdem eine bedeutsame ökologische Altholzinsel der Rotbuche im überwiegend jungen Bestandesgefüge des Oberlohmener Waldes. Unmittelbar östlich angrenzend an das Flächennaturdenkmal befinden sich die Hutenteiche, die ein äußerst wertvolles Amphibienlaichgewässer für den Springfrosch (Rana dalmatina), den Grasfrosch (Rana temporaria) und die Erdkröte (Bufo bufo) darstellen. Vom Springfrosch laicht hier die derzeit stärkste Population des Elbsandsteingebirges. Auch in der Zukunft sollte das Flächennaturdenkmal eine möglichst ungestörte und nutzungsfreie Entwicklung erfahren. Bei einer fachlichen Überarbeitung des FND´s sollten die Hutenteiche mit in das Schutzgebiet integriert werden.

Holm Riebe