<-- Sächsische Schweiz Initiative, Heft 16, Herbst 1999

Sanierung von Gebieten mit Erosionsschäden in der Sächsischen Schweiz (Fortsetzung aus Heft 15)

In diesem Heft werden zwei weitere Flächen um Klettergipfel im Rathener Gebiet vorgestellt, wo vor allem durch natürliche Erosion, aber auch durch den Kletterbetrieb Schäden entstanden. Dies sind das Gebiet um den Kletterfelsen "Wehlscheibe" im Wehlgrund und am Felsmassiv Gamrig um die Klettergipfel "Heidestein" und "Gamrigkegel".

18. Wehlscheibe im Wehlgrund

Um zur "Wehlscheibe" und weiter zu den Klettergipfeln "Hinterer Basteiturm", "Wehlkegel", "Doppelkopf" u.a. zu gelangen, benutzt man den Hangweg um die Felsenriffe von der "Wehlgrundspitze" aus. An der Wehlscheibe begegnen wir sehr hohen Felswänden mit schmalen Kaminen und Spalten, aus denen sehr viel Sand herausgespült wird, welcher den Abstieg südwestlich des Klettergipfels Wehlscheibe überspült.

Dieser Bereich war vor längerer Zeit bereits saniert und mit Stufen versehen worden, aber stark beschädigt bzw. in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Zuge der großen Sanierung, angefangen vom Raaber Kessel und am Kleinen Gans-Felsen entlang bis zu den Wänden unterhalb der Wehlnadel, wurden auch diese Flächen in den vergangenen Jahren einbezogen. Im sehr sandigen Abschnitt mit vielen Felsbrocken war es schwierig, die Sanierung vorzunehmen. Über eine gut ausgebaute Steiganlage erreicht man den hinteren Talgrund. Die Erosion der Hangflächen wird dadurch aufgehalten.

Zu reparieren bzw. zu verbessern wäre noch der Anstieg zur Wehlgrundspitze aus dem Wehlgrund und die fehlende Markierung zurück aus dem hinteren Wehlgrund, die einen Abstieg in gesperrte Wege zuläßt.

19. Heidestein und Gamrigkegel am Gamrig

Das gesamte Felsmassiv des Gamrig ist ein stark erosionsgefährdetes Gebiet, bedingt durch die sehr weichen Sandsteinschichten.

Der Anstieg zur Aussicht auf den Gamrig mußte für die vielen Besucher und Wanderer verbessert und ausgebaut werden. Dabei ist der Zugang zum Kletterfelsen "Gamrigkegel" einbezogen worden. Die hohe und sandige Scharte am Klettergipfel "Heidestein" wurde durch den regen Kletterbetrieb, bedingt durch die leichten und schönen Kletterwege, stark in Mitleidenschaft gezogen.

Mit sehr großem Aufwand für die Anbringung von vielen Abstützungen und Faschinen für die Hangbefestigungen konnte die Erosion eingedämmt und teilweise gestoppt werden. Mit Steigleitern und Geländern sowie Stufen wurde der Zugang zu den Kletteranstiegen gelenkt und ermöglicht.

Alfred Rölke

Weitere Kurzmeldungen

Der SBB-Kletterklub "Die Rucksachsen" führte in seinem Betreuungsgebiet, dem Großen Bärenstein, im April 1999 einen Arbeitseinsatz durch. Es wurden Erosionsschäden im Riegelhof um die Kletterfelsen "Conradturm" und "Riegelkopf" beseitigt. Das Gebiet Riegelhof war als Sanierungsgebiet Nr. 16 im letzten SSI-Heft vorgestellt worden.

An der "Nonne" im Rauensteingebiet führte der Klub KV "Enzian" ebenfalls im April einen Arbeitseinsatz durch, wobei vor allem Geländer repariert und Hangkanten gegen das Überspülen der sanierten Flächen mit neuem Sand angelegt wurden. Beide Einsätze, am Rauenstein und am Großen Bärenstein, wurden von Revierförster Patolla betreut.

Am "Türkenkopf" im Rathener Gebiet begannen Arbeiten zur Sanierung im Rahmen der Erosionssanierung gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung.