<-- Sächsische Schweiz Initiative, Heft 16, Herbst 1999

SSI-Heft 16, "Pflege und Entwicklungsplan für den Nationalpark Sächsische Schweiz, Teil Wegekonzeption, Entwurf 09/1998"

Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.

Wilsdruffer Straße 2a

01067 Dresden

An das Sächsische Staatsministerium

für Umwelt und Landwirtschaft

Herrn Staatsminister Dr. Rolf Jähnichen

Albertstr. 10

01097 Dresden

18.03.1999

Pflege und Entwicklungsplan für den Nationalpark Sächsische Schweiz, Teil Wegekonzeption, Entwurf 09/1998

Sehr geehrter Herr Staatsminister,

durch die uns übergebene Wegekonzeption und die kontroversen Diskussionen darüber sehen wir uns veranlaßt, uns an Sie zu wenden.

Grundsätzlich bekennt sich der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. zu den im Nationalparkprogramm festgelegten Zielen des Naturschutzes.

Verschiedene Gremien im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. haben die Problematik der Wegekonzeption umfassend diskutiert und entsprechende Vorschläge und Hinweise erarbeitet.

Erholung in diesen Gebieten beruht in erster Linie und vor allem auf der Begegnung und dem Kennenlernen unberührter Natur..."; auch diese Passage aus der IUCN-Richtlinie muß für den Nationalpark Sächsische Schweiz Gültigkeit haben. Die IUCN-Richtlinien müssen für den Nationalpark Sächsische Schweiz sensibel und regionalspezifisch umgesetzt werden. Die konsequente Durchsetzung der IUCN-Richtlinien garantiert das Gleichgewicht von anthropozentrischer und biozentrischer Wertschätzung.

Pauschale Sperrungen kulturhistorischer Wege lehnen wir ab. Wenn trotzdem Sperrungen notwendig werden, müssen diese wissenschaftlich begründet werden und außerdem sollte es sich vorrangig um jahreszeitliche begrenzte Sperrungen handeln. Diese sollten amtlich mit einer Durchführungsverordnung bekannt gemacht werden. Sachdienlich ist parallel eine Information über die Medien.

Wir begrüßen, daß die Zugänge zu den Kletterfelsen auch für den Wanderer möglich sind (Pkt. 5.1 der Wegekonzeption).

Wir schlagen vor, daß traditionelle Wege als Wandersteige

erhalten bleiben und außerhalb der Kernzone nicht gekennzeichnet werden, auch damit ist eine Beruhigung bestimmter Gebiete erreichbar.

Den kompakten Ausbau, z. B. an der Breiten Kluft oder am Kleinen Winterberg, von Wanderwegen können wir in dieser Weise nicht akzeptieren. Es macht sich notwendig, daß die Nationalparkverwaltung eine landschaftsgerechte und sensible Wegesanierung plant und deren Umsetzung kontrolliert.

Die Öffentlichkeit sollte auch über diese Maßnahmen umfassend informiert werden, damit diese akzeptiert und unterstützt werden.

In der Anlage 1 sind die Gedanken des Arbeitskreises Sächsische Schweiz des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. zur Wegekonzeption beigefügt, sie enthalten weitere detaillierte Vorschläge.

Sehr geehrter Herr Staatsminister, wir wären Ihnen dankbar, wenn der wissenschaftliche Beirat für die Nationalparkverwaltung wieder eingerichtet werden könnte und erklären unsere Bereitschaft zur Mitarbeit. Über künftige Vorhaben im Nationalpark kann in diesem Gremium fachlich fundiert diskutiert werden, ehe es zu Kontroversen in der Öffentlichkeit kommt, die dem Anliegen des Nationalparkes Schaden zufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Hans-Jürgen Hardtke

Vorsitzender des Fachbereiches Naturschutz/Landschaftsgestaltung

Anlage:

1. Gedanken zur Wegekonzeption im Nationalpark Sächsische Schweiz (siehe nächste Seiten 6 und 7)

2. Grundsätze zum Wanderwegekonzept vom 17.09.1998

(veröffentlicht im SSI-Heft 15)