<-- Sächsische Schweiz Initiative, Heft 17, Herbst 2000

Die Studie "Wanderwege in der Sächsischen Schweiz"

Seit März 1998 beschäftigt das Thema der Sperrungen von Wanderwegen in der Sächsischen Schweiz die Öffentlichkeit. Angefangen hatte alles mit einer Presseveröffentlichung vom geplanten Abriß der Häntzschelstiege.

Nachdem die umstrittene Wegekonzeption der Nationalparkverwaltung vom Oktober 1998 von den Bergsportverbänden aus fachlichen Gründen als Diskussionsgrundlage abgelehnt wurde, erstellte der Sächsische Bergsteigerbund mit Unterstützung durch die anderen Bergsportverbände eine eigene Studie „Wanderwege im Nationalpark Sächsische Schweiz“. Jetzt, über ein Jahr nach der Fertigstellung, wollen wir die Ergebnisse dieser Studie auszugsweise vorstellen.

Die Verhandlungen in der Gesprächsrunde, bestehend aus Forstbehörden, Nationalparkverwaltung, Kommunen, Tourismusverband, Naturschutzverbänden und Wander- und Bergsportverbänden, wurden im zurückliegenden Jahr intensiv weitergeführt. Im Januar 2000 konnte als erstes der Grundlagenteil abgeschlossen und ein Positionspapier der Presse vorgestellt werden, welches auf der folgenden Seite abgedruckt wird. Dieses Positionspapier stellte nun die Basis für die Besprechung der Einzelwege dar, die noch im Januar 2000 mit der Hinteren Sächsischen Schweiz begonnen wurde.

Anfang Februar gab es im Ökumenischen Informationszentrum in Dresden zum Thema „Bedeutung von Naturerfahrung“ eine Diskussionsrunde, moderiert von Frau Frank. Teilnehmer der Diskussion waren Dr. Hans Hilpmann vom Sächsischen Bergsteigerbund und Dr.Jürgen Stein, Leiter der Nationalparkverwaltung. Einen Beitrag zu dieser Thematik von Frau Dr. Hannelore Frank finden Sie auf Seite 30.

Mitte Februar konnte der Moderator der Verhandlungsgruppe, Prof. Heinz Röhle von der TU Dresden, der Presse erste Ergebnisse zum Gebiet des Kleinen Zschandes mitteilen. Für das Gebiet der Bärfangwände, das praktisch „wandererfrei“ werden sollte, konnte ein Kompromiß gefunden werden, der Wanderer und Naturschutz gleichermaßen berücksichtigt. Der Gehackte Weg bleibt bis zum Kleinen Kuhstall erhalten, auch der Zugang zur Aussicht über dem Bärfangkegel wird von der Raubsteinschlüchte aus möglich sein . Der untere Teil der Westelschlüchte wird gesperrt. Im Ostteil der Bärfangwände um das Försterloch wird eine Ruhezone eingerichtet, das Försterloch wird damit nicht mehr begehbar sein.

Größere Probleme gab es im Gebiet des Großen Zschandes. Die Begehung des Grenzweges wurde von deutscher und tschechischer Nationalparkverwaltung abgelehnt. Für alle überraschend, forderten die Nationalparkverwaltung und der Tourismusverband einen Grenzübergang am Prebischtor, über den geführte Wanderungen stattfinden sollten. Sogar in der Presse war diese Meldung im Oktober 1999 erschienen. Doch mittlerweile kam es zu ernsthaften Verstimmungen zwischen tschechischen und deutschen Behörden. Weder Grenzweg noch Grenzübergang Prebischtor seien von tschechischer Seite erwünscht. Die Bergsportverbände sprachen sich gegen die Sperrung des Grenzweges aus. Wegen der komplizierten Situation mit dem Nachbarstaat konnte die Arbeitsgruppe die Thematik nicht weiter beraten.

Zu Redaktionsschluß gab es noch keinen Abschluß der Gespräche zu den Einzelwegen, doch es gibt bereits genug erfreuliche Ergebnisse, die im Juli auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden konnten: abgesehen vom umstrittenen Grenzweg bleiben voraussichtlich alle touristisch wertvollen Wanderwege zugänglich. Auch der obere Teil der Häntzschelstiege wird nicht abgerissen, sondern bleibt erhalten.

Auf den Seiten 7-23 werden Auszüge aus der Studie des Sächsischen Bergsteigerbundes abgedruckt. Die komplette Studie ist einzusehen beim Sächsischen Bergsteigerbund, Könneritzstraße 33, 01067 Dresden und dort auch erhältlich für einen Unkostenbeitrag von 20,- DM.

Peter Rölke