Sächsische Schweiz Initiative, Heft 17, Herbst 2000

Naturschutzgruppen-Treffen des DAV auf der Schwäbischen Alb

Wer das erste Mal in die Schwäbische Alb kommt und von Norden anreist, wird überrascht sein vom ca. 400 m hohen Nordabsturz der Alb, dem sog. "Albtrauf". Diesen steilen Albtrauf einige Male hinauf und hinab führte dann auch die Exkursion am ersten Tag des Naturschutzgruppen-Treffens des Deutschen Alpenvereins. Eingeladen hatte die Sektion Stuttgart vom 28. April bis zum 1. Mai 2000 in das "Albhaus" der Sektion, das in einer landschaftlich schönen und herrlich ruhigen Gegend unweit der Gemeinde Schopfloch hoch oben auf dem Albtrauf liegt. Gleich benachbart vom Albhaus beeindruckten uns Wiesen mit reichen Orchideenbeständen. Am ersten Abend stellten Heiko Wiening und Günter Holl in interessanten Diavorträgen die Landschaft der Schwäbischen Alb vor.

Am Albhaus begann auch die naturkundliche Exkursion durch das Naturschutzgebiet Oberes Lenninger Tal. Weite Buchenwälder an steilen Talhängen charakterisieren das gesamte Gebiet. Zuerst ging es hinab ins Dontal, dann weiter zum Goldloch und wieder hinauf zu einem großen Steinbruch bei Grabenstet-ten. Weiter führte die Wanderung zum Konradfels, einem geologischen Naturdenkmal und von dort steil hinab bis ins Tal der Lauter. Der Schlußanstieg auf der Gegenseite des Tals bis zu den Gutenberger Höhlen brachte alle Teilnehmer ganz schön ins Schwitzen. Nachdem die Besichtigung der relativ kleinen Karsthöhlen etwas Abkühlung gebracht hatte, war der Schlußanstieg bis zum Naturschutzzentrum Schopflocher Alb nicht mehr anstrengend. Nach einer Führung durch das Naturschutzzentrum war der Diavortrag "Kleintiere der Alpen" mit hervorragenden Nahaufnahmen ein abschließender Höhepunkt des Tages.

Am darauffolgenden Sonntag standen für die Teilnehmer des Treffens drei Alternativen zur Auswahl: eine Begehung einer nicht erschlossenen Höhle, eine Besichtigung der Kletterwände mit Informationen über Klettern und Naturschutz in Baden-Württemberg oder eine thematische Wanderung "Kunst und Biotope". Den Abend beschloß eine Diskussionsrunde zum Thema "Welchen Schutz braucht die Schwäbische Alb". Am letzten Tag, dem 1. Mai, stellten dann die einzelnen Sektionen ihre Umwelt- und Naturschutzarbeit vor.

Für die Teilnehmer aus Sachsen war es auf jeden Fall ein sehr interessantes Treffen in einem landschaftlich attraktiven Gebiet, und es ergaben sich viele Möglichkeiten für einen Erfahrungs- und Gedankenaustausch.

Peter Rölke