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Wanderfalkenbetreuung 2001

Auch im Jahr 2001 wurden wieder Brutplätze der Wanderfalken durch Bergsteiger und Naturfreunde betreut. Mit neun Wanderfalken-Brutplätzen und 22 ausgeflogenen Jungvögeln war es ein gutes Wanderfalkenjahr in der Sächsischen Schweiz. Hinzu kommen 7 böhmische Brutpaare mit 11 Jungfalken. Die Organisation der Wanderfalkenbetreuung durch Bergsteiger lag in den Händen von Martina Wobst, der für ihre engagierte Arbeit ein besonderes Dankeschön gilt. Unter den Falkenbewachern waren auch viele Jugendliche, teils mit ihren Eltern, was uns besonders erwähnenswert erscheint. Einen Beitrag junger Wanderfalken-Bewacher möchten wir im folgenden veröffentlichen.

Wenn Bergsteiger und Kletterer Felsen erklimmen, auf denen Wanderfalken brüten, kann es schnell passieren, daß die Brut verloren geht. Die Altvögel verlassen für diesen Zeitraum ihren Horst. Schon wenn die Eier oder Jungvögel eine halbe Stunde auskühlen, haben sie kaum noch Überlebenschancen.

Aus diesem Grund betreut der SBB schon seit langem die Horste in der Brutzeit. Nicht nur Nationalparkmitarbeiter, sondern auch Freiwillige helfen also beim Schutz dieser seltenen Tiere. Ziel ist es, die Horstgebiete hauptsächlich an den Wochenenden menschenleer zu halten.

Da wir auch gelegentlich in der Sächsischen Schweiz klettern und etwas ornithologisches Wissen aus dem Ökohaus Dresden (Großer Garten) mitbringen, hat man uns angesprochen, ob wir nicht mal ein Wochenende einen Horst bewachen wollten (obwohl wir Schüler sind). Wir stimmten zu, vielleicht auch, weil wir 40 DM dafür bekommen würden.

Die Horstgebiete sind sehr gut durch zahlreiche Schilder ausgewiesen, auf denen nicht nur „Betreten verboten“ stand, sondern auch Informationen über das Brüten der Wanderfalken zu finden waren. Wir brauchten weniger die Leute daran hindern, gesperrte Gipfel zu besteigen, als ihnen Fragen dazu zu beantworten.

Besonders interessiert war ein Ehepaar aus Tschechien, denn die Information über die Falken stand nur in Deutsch auf den Zetteln. Es war eine Freude, mit ihnen zu beobachten, wie die zwei Wochen alten Jungen gefüttert wurden. Aber natürlich hörten und sahen wir auch verschiedene andere Vögel, zum Beispiel einen Rauhfußkauz.

Für uns war es auf jeden Fall einmal interessant zu sehen, wie eine Vogelbetreuung eigentlich abläuft.

Matthias Mütze, Kai Franze


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