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25 neue Wanderfalken in der Sächsischen Schweiz !

Die Wanderfalkensaison 2002 ist wieder erfolgreich verlaufen. 11 Paare haben 25 Junge aufgezogen. Auch bei dem Paar im Zittauer Gebirge gab es zwei Jungvögel.

Zu verdanken ist ein Teil dieses Erfolg den vielen freiwilligen Horstbewachern, die an allen betreffenden Wochenenden und Feiertagen am Pfaffenstein und im Glasergrund (Bielatal) nach dem Rechten sahen.

Kaum Probleme gab es in diesem Jahr am Pfaffenstein. Kleine Unklarheiten über die genaue Lage des Sperrgebietes wurden mit dem Anbringen einiger zusätzlicher Hinweisschilder beseitigt.

Schwieriger war die Situation im Glasergrund. Schon seit Jahren ist zu beobachten, daß sich ein Teil der Besucher im Bielatalgebiet deutlich von denen im übrigen Teil der Sächsischen Schweiz unterscheidet. Das Verhalten gegenüber der Natur und auch gegenüber anderen Bergfreunden wird rücksichtsloser, der Umgangston rüder.

Diese Tendenz zeigte sich auch verstärkt im und am Wanderfalkenschutzgebiet. Ich selbst habe am Pfingstmontag erlebt, mit welcher Gleichgültigkeit und manchmal regelrechter Verachtung sogenannte Bergfreunde sich im Sperrgebiet bewegten oder sich über die Sperr- und Hinweisschilder ausließen.

Am frühen Nachmittag brach bei den Falken ein großes Geschrei aus, das gar nicht wieder enden wollte. Nach einigem Suchen entdeckte ich zwei Bergsteiger, die offenbar gemütlich unter allen gesperrten Gipfeln „entlangflaniert“ waren und nun laut plärrend (Dialekt aus dem Bundesland nördlich von Sachsen) und mit irgendwelchen Heldentaten prahlend den Glasergrund herunterkamen. Als sie eines der Sperrschilder sahen, wuchs ihr Heldentum fast ins Unermeßliche: „Ej kiek ma, übaall hängt hiea det Zeuch (die Sperrschilder) rum, und wia sind da übaall voll duachjebrettat, Alta ej !!!“.

Protokoll der jüngsten Wanderfalkenbewacher 2002

Bewacherprotokolle und telefonische Berichte zeigten, daß meine Beobachtungen leider keine Einzelfälle waren. Wie gut, wenn man in solchen Momenten an die vielen Bergfreunde denken kann, die mit mehr Verstand und Verständnis für die Natur ausgestattet sind und an die fleißigen Helfer bei der Falkenbetreuung. Ganz besonders freut es mich immer, wenn Kinder mit Begeisterung und großem Eifer auf „ihre Falken“ aufpassen, wie z.B. Torsten und Carsten Sohrmann, die schon mehrfach dabei waren und die ich hier einmal stellvertretend für den Betreuernachwuchs nennen möchte. In einem Gespräch mit ihrer Mutter erfuhr ich, daß beide die Sache sehr ernst nehmen und vor allem der jüngere Sohn wie ein Detektiv umherläuft, alle Beobachtungen in sein Notizheft schreibt und „Sünder“ gewissenhaft ermahnt. Auch ihre Protokolle sind lesenswert, von denen wir einmal eins auszugsweise abgedruckt haben.

Zu einem weiteren Problem im Glasergrund wurde in diesem Jahr der zuständige Revierförster, Herr Endler. Wir haben viel Verständnis für seine oft schwierige und sicherlich auch frustrierende Arbeit (siehe Abschnitt „Besucherverhalten“), was aber nicht sein schon bekanntes unbeherrschtes und zum Teil unsachliches Auftreten entschuldigt, mit dem er Besuchern und Falkenbewachern gegenübertritt. Es kann zum Beispiel nicht angehen, daß er Bewacher, die gerade aus dem Sperrgebiet kommen, weil sie Kletterer herausgeholt haben, anherrscht, ohne sie zu Wort kommen zu lassen. Zum Glück hat sich niemand ernsthaft vergraulen lassen (nur für Kinder ist so etwas eine unangenehme Erfahrung!). Mit einigen Teilnehmern konnte ich klärende Gespräche führen, andere nahmen es eher heiter und gelassen.

Es ist klar, daß Wanderfalkenhorste im Glasergrund wegen der oben genannten „Problembesucher“ auch und gerade in den nächsten Jahren gut bewacht werden müssen. Wir sind auch weiterhin dazu bereit, wünschen uns aber für die Zukunft einen sachlicheren Umgang seitens des Revierförsters mit den ehrenamtlichen Helfern.

Zum Abschluß noch ein äußerst erfreulicher Aspekt: Nachdem sich die Zahl der „Bewachungswilligen“ bereits letztes Jahr deutlich erhöht hatte, konnten wir dieses Mal nicht mehr alle Anmeldungen berücksichtigen. Wer nächstes Jahr gerne wieder mitmachen möchte, melde sich bitte möglichst früh. Als „gelernte DDR-Bürger“ werden wir uns ein geeignetes Terminvergabesystem einfallen lassen!

Anschließend möchten wir den Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung, insbesondere Holm Riebe und Ulrich Augst, für die gute Zusammenarbeit herzlich danken.

Martina Wobst


Wir freuen uns über neue Meldungen für die Betreuung der Wanderfalkenbrutplätze im Jahr 2003. Die Zuteilung der zu bewachenden Horstplätze erfolgt durch die Nationalparkverwaltung. Einer der beiden Plätze könnte wieder der Pfaffenstein sein.

Meldungen bitte an die Geschäftsstelle des Sächsischen Bergsteigerbundes, Könneritzstraße 33, 01067 Dresden, Telefon 0351 - 494 15 16 oder 494 15 16, Fax 494 14 17



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