SSI-??? Startseite SSI

Unterschriftensammlung des Sächsischen Bergsteigerbundes bis 30. April 2003 für den Erhalt des Grenzweges

Die Bemühungen und das Ringen des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) um den Erhalt des Grenzweges gingen im Jahr 2002 in eine neue Runde. Bereits im Frühjahr 2001 hatte der Verein mit einer Pressemitteilung dem Leiter der Nationalparkverwaltung Dr. Stein widersprochen, daß die Sperrung des Grenzweges im Wanderwegekonsens enthalten sei (wir berichteten im letzten Heft 18).

Da die von der Nationalparkverwaltung vorgebrachten Sperrungsgründe dieses beliebten und mit der weiten Fernsicht nach Böhmen landschaftlich besonders reizvollen Weges von den Bergsportverbänden als nicht akzeptabel eingestuft wurden, wollen die Verbände nicht lockerlassen, um den Grenzweg offiziell begehbar zu halten.

Mit einer Unterschriftensammlung will jetzt der Sächsische Bergsteigerbund für den Erhalt des Grenzweges kämpfen. Bereits über 3500 Unterschriften sind gesammelt worden, die beim Hochwasser in der SBB-Geschäftsstelle lagerten, aber gerettet werden konnten. Einen großen Teil der Unterschriften sammelten dabei die Wandergruppen des Vereins um Lothar Hempel.

In der Zwischenzeit ist etwas eingetreten, was für den Naturschutzgedanken sicher wenig hilfreich ist. Die Wanderer setzen sich in relativ großer Zahl über die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Sperrung hinweg und begehen den Grenzweg trotzdem. Wer einmal in voller Überzeugung Sperrungen mißachtet, der macht dies vielleicht auch ein zweites Mal an anderer Stelle? Erfreulicherweise werden die im Wanderwegekonsens vereinbarten Einschränkungen allgemein akzeptiert.

Problematisch wird der Streit durch die internationalen Verknüpfungen, verläuft der Weg doch direkt auf der Grenze und wechselt immer wieder von deutschem auf tschechisches Gebiet. Die böhmische Nationalparkverwaltung läßt derzeit wenig Kompromißbreitschaft erkennen. Das ist für diese insofern leicht, sind doch wohl nahezu 100 % der Wanderer auf dem Grenzweg deutsche Staatsbürger. Wegen dieses grenzüberschreitenden Problems ist mit einer schnellen Lösung nicht zu rechnen.

Auch die sächsische Nationalparkverwaltung hat erklärt, daß sie zwar langfristig gemeinsam mit dem Tourismusverband an der Idee der Öffnung eines (zum Grenzweg direkt benachbarten) Grenzüberganges zum Prebischtor festhält, aber dennoch die Sperrung des Grenzweges (mit viel weniger Publikumsverkehr) fordert.

Der Text der Unterschriftensammlung sei im folgenden vorgestellt:

Die Unterschriftensammlung wird bis zum Beginn der neuen Wandersaison laufen und soll am 30. April 2003 beendet werden. Danach sollen die Unterschriftenlisten mit der Forderung nach dem Erhalt des Grenzweges der Sächsischen Staatsregierung übergeben werden.

Die Unterschriftenlisten werden auf Anforderung (telefonisch 0351 - 494 14 15 oder 0351 - 494 14 16, per Fax 0351 - 494 14 17 oder e-mail) gern zugesandt und können auch in der Ausweich-Geschäftsstelle Kramergasse am Altmarkt in Dresden bzw. später wieder in der Könneritzstraße abgeholt werden.

Im nächsten Heft werden wir über das Ergebnis und den neuesten Stand zum Grenzweg berichten.

Dr. Peter Rölke


[nach oben]