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Kurzmeldungen

Aktion „Sauberes Gebirge“ diesmal zur Beseitigung des Hochwassermülls

Das Stasiheim am Zeughaus wird abgerissen (Foto: P. Rüger)

Die diesjährige Aktion „Sauberes Gebirge“, wie immer organisiert von Bergfreund Winfried Popelka und seinen Helfern, wurde wegen des Hochwassers vorverlegt auf Ende September.

Diesmal sollte das Augenmerk vor allem dem angespülten Müll an den Elbwiesen gelten. Die „Biwak“-Redaktion des mdr war mit unterwegs und berichtete ausführlich in ihrer Oktobersendung von der Umweltaktion, an der in diesem Jahr mehr Teilnehmer mitmachten als in den zurückliegenden Jahren.

Allseits begrüßt: Stasiheim am Zeughaus wurde abgerissen

Weil das SSI-Heft nur einmal im Jahr erscheint, ist diese Meldung zwar nicht mehr ganz so aktuell, aber erscheint dennoch berichtenswert. Im letzten Winter wurde das ehemalige Stasiheim am Zeughaus endgültig abgerissen, ein von allen Seiten begrüßter Schritt. Nachdem die Bagger gekommen sind (siehe Foto), wird bald nicht mehr als eine freie Fläche inmitten des Waldes an die Existenz des Heims erinnern.

Zusammenlegung von Forstamt und Nationalparkverwaltung

Im Frühjahr 2002 erfolgte eine Zusammenlegung der beiden Forstämter der Sächsischen Schweiz mit der Nationalparkverwaltung. Als Leiter der neuen Behörde wurde der Leiter der Nationalparkverwaltung, Dr. J. Stein, bestimmt.

Die „Waldhusche“ – Neues Informationsgelände im Wald nahe der Buchenparkhalle bei Hinterhermsdorf

Als „Husche“ bezeichnete man früher lange, präparierte „Rutschen“, auf denen gefälltes Holz z.B. zum Flößen hinab an die Kirnitzsch befördert wurde. Um den Wald und die Natur geht es auch im neu angelegten Informationsgelände unweit der Buchenparkhalle bei Hinterhermsdorf.

Hier durchziehen das Gebiet jetzt vier miteinander verbundene Wegen von ca. 5 km Länge, entlang denen man Informationen zum Wald und dessen Nutzung sowie zum Naturschutz erhält. Forst- und Nationalparkverwaltung bieten ab 2003 Führungen an, vor allem sollen auch Schulklassen angesprochen werden. Wer das Gelände alleine erkundet, dem erschließt sich allerdings ohne den „Waldführer“ (zu 5,- Euro) nicht alles.

Überdimensionierte vierspurige Straße durch den Graupaer Wald vor den Toren Pirnas

Mit Erschrecken muß man den Baufortschritt der Straße durch den Graupaer Wald verfolgen. Dort wird eine vierspurige Straße als Verlängerung von der neuen Pirnaer Brücke durch den Wald gebaut und man fragt sich: wohin soll diese Pseudo-Autobahn eigentlich führen? Nach Graupa, nach Wünschendorf oder Eschdorf? Und wird die Straße dann so weitergehen als Nordanbindung zur Autobahn A4 oder als Autobahnring zwischen geplanter A17 und A4?

Zumindestens kann man vom Sparwillen der öffentlichen Hand hier im Landkreis Sächsische Schweiz rein gar nichts merken. Nicht nur aus Sicht des Umweltschutzes, denn der Graupaer Forst wird mittendurch zerschnitten, sondern auch im Hinblick auf die Ökonomie, erscheint dieser Straßenbau die Steuerverschwendung in Reinform zu sein. Warum haben die Umweltbehörden hier kein Veto einlegen können? War dies wieder einmal eine der bekannten „Abwägungen“?

Stacheldrahtabsperrung an der Brandaussicht

Stacheldraht an der Brandaussicht

Eine der kuriosesten Aktionen des Jahres 2002 leistete sich der Wirt der Brandgaststätte, Berger, als er im Frühjahr den Zugang zur Brandaussicht mit Stacheldraht und Absperrbändern dicht machte (siehe Foto S. 21). Seit 200 Jahren konnte man ungeachtet der Eigentumsverhältnisse die Aussicht genießen. Unklar blieben die Motive des Privatbesitzers Berger, der das Gasthaus zu Anfang der 1990er Jahre erworben hatte. Es halten sich Gerüchte, daß Berger finanzielle Probleme hatte, das Haus verkaufen will, und er wohl sauer auf die Gäste war, die zwar die Aussicht genossen, aber nicht in seine (allerdings vernachlässigt aussehende) Wirtschaft einkehrten. Schon seit Jahren künden Schilder vom Verbot des Verzehrs mitgebrachter Speisen auf den Tischen an der Brandaussicht.

Tiefflüge immer noch ein Problem

Tieffliegende Sport- und Ultraleichtflugzeuge werden anscheinend erst dann über der Sächsischen Schweiz verschwinden, wenn gezielt empfindliche Strafen ausgesprochen werden, doch das ist vorerst nicht in Sicht. Am 28.4.02 war z.B. gegen 12.40 Uhr ein einmotoriges Sportflugzeug in den Affensteinen zu beobachten, das mit ziemlichem Lärm über mich hinwegflog. Da man das „D“ des Kennzeichens (danach kam offenbar eine „514“, die vom trüben Himmel leider überstrahlt wurde) mit bloßen Auge erkennen konnte, war die Flughöhe von 600 Fuß über Grund mit Sicherheit unterschritten, schlimmer noch: Das Flugzeug kurvte offenbar sogar unterhalb der Kammhöhe herum. Am 3.10.02 war sogar Großflugtag über Rathen: Ständig drehten ein oder mehrere Sportflugzeuge ihre Kreise über den Köpfen der Gäste, ein Ultraleichtflieger segelte tief über die Bastei. Am 20.10.02 gab es zwei tiefe Überflüge im Bereich Großer Winterberg und Schmilkaer Gebiet.

Seit der Wende besteht das Problem, und Beschwerden stoßen auf Widerstand und Ignoranz. Es gibt lediglich die „Empfehlung“, eine Flughöhe von 600 Fuß (ca. 200m) über Grund einzuhalten, doch mit der Kontrolle sieht es sehr arg aus. Trotzdem ist es wichtig, eigene Beobachtungen zu notieren – obwohl sie nicht amtlich beglaubigt sind – und am besten der Nationalparkverwaltung zu melden. Auch Hinweise auf Tiefflüge sollten immer wieder öffentlich bekannt gemacht werden. Es kratzt bei Flugplatzbetreibern, Piloten und Flugschulen doch ein wenig an der Vorstellung, man könnte hier tun und lassen, was man will.

Neue Umweltvorlesung an der TU

Nach dem Hochwasser gilt es, die Behandlung der Flüsse grundlegend neu zu überdenken. Um diese und andere Themen dreht sich die Umweltringvorlesung „Flüsse – Lebensadern zwischen Schutz und Nutzung“ an der TU Dresden. Diese Vorlesungsreihe, organisiert von SSI-Mitarbeiterin Juliane Friedrich, steht allen interessierten Zuhörern offen. Aktuelle Informationen finden sich unter http://www.tuuwi.de.

Schmierereien an der Starken Stiege

So sah es im Frühjahr 2002 am Einstieg der Starken Stiege aus.

Mit Entsetzen mußte im Frühjahr 2002 eine mit Farbe beschmierte Felsfläche am Einstieg der Starken Stiege im oberen Rauschengrund im Schmilkaer Gebiet festgestellt werden (siehe Foto links vom Frühjahr 2002). Mittlerweile veranlaßte die Nationalparkverwaltung die Beseitigung dieser Verunstaltung. Bleibt nur zu hoffen, daß dies eine Einmaligkeit bleibt.

Zusammenstellung der Meldungen:
Juliane Friedrich/Dr. Reinhard Wobst/Dr. Peter Rölke


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