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Internationale Konferenz zum Thema „Sandsteinlandschaften: Diversität, Ökologie und Naturschutz“

Vom 14. bis 20. September 2002 fand in Doubice (Daubitz) in der Tschechischen Republik eine internationale Konferenz zum Thema „Sandstone Landscapes: Diversity, Ecology and Conservation“ („Sandsteinlandschaften: Diversität, Ökologie und Naturschutz“) statt.

Hochkarätige Fachvorträge wurden insbesondere von den tschechischen Fachkollegen vorgestellt. Weit gespannt war der Bogen der Fachvorträge, von fossilen Mollusken über Geologie, Petrographie, Hydrologie bis hin zur Botanik, insbesondere über Moose und Farne, geobotanische Aspekte bis hin zu Fragen der Fauna und Bodenfauna. Auch geomorphologische und klimatologische Fragen wurden vorgestellt und diskutiert. Referenten und Interessenten waren selbst aus Südafrika angereist. Es wurde eine wirklich rundherum interessante und gelungene Tagung.

Von sächsischer Seite waren über die gesamte Kongreßdauer die Herren Frank Müller und Rüdiger Krause anwesend. Offizielle Vertreter der sächsischen Wissenschaft und Wirtschaft, wie z.B. Repräsentanten der TU Dresden und des Nationalparks Sächsische Schweiz, erschienen leider nur, um ihr Referat zu halten. Neben verschiedenen fachlichen Ausführungen wurde da von offizieller Seite über die schönen Künste im Spiegel der Sächsischen Schweiz oder über Kultur im Zeichen des blauen Bandes der Elbe referiert. Themen, die aus meiner Sicht wohl besser zur Bereicherung des kulturellen Rahmenprogramms geeignet wären.

Es stellt sich aber die Frage, wieso in Deutschland und insbesondere in Sachsen dieser Kongreß auf so verhaltenes Interesse stieß, wurde der Freistaat doch letztendlich nur von ehrenamtlichen Teilnehmern vertreten. Hier zeigt sich, daß die deutsche Forschungslandschaft offenbar einen beachtlichen Nachholbedarf aufweist. Vorsichtigen Schätzungen zufolge sind an den tschechischen Forschungseinrichtungen wie dem Tschechischen Botanischen Institut, der Tschechischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Tschechischen Institut für Geologie, verschiedenen Universitäten und der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz etwa 50 Wissenschaftler hauptberuflich im Bereich Diversität, Ökologie und Naturschutz der Sandsteinlandschaften tätig. Dazu kommen etwa noch einmal genausoviele Diplomanden und Doktoranden.

In Deutschland beschäftigt sich dagegen nur „eine Handvoll“ Wissenschaftler, insbesondere an der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften der Technischen Universität Dresden am Rande vieler anderer Aufgaben nebenher mit diesem Themenkreis. Gleiches gilt für die Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz, wo sich engagierte Mitarbeiter neben ihrer umfangreichen Verwaltungstätigkeit gelegentlich mit dieser Problematik befassen. Letztendlich ruht das Engagement auf deutscher Seite auch auf den Schultern ehrenamtlicher Interessenten.

Dr. Volker Beer, Leipzig


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