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Neue Wanderkarte Sächsisch-Böhmische Schweiz

Im August 2003 erschien die bereits seit 1995 geplante, neue Wanderkarte des Landesvermessungsamtes Sachsen, in welche die Nationalparkverwaltung das neue Wegekonzept hat einfließen lassen. Die Karte umfaßt einen Zusammenschnitt einiger bisheriger Karten-Blätter und hat damit für den Wanderer einen besonderen praktischen Wert. Sie ist mit 9,60Euro teurer als die Einzelblätter, enthält aber ein informatives naturkundliches und touristisches Begleitheft, für das Frank Richter verantwortlich zeichnet. Neben Fakten und Daten zum Nationalpark erfährt man darin etwas über Geologie (mit aussagekräftigen Zeichnungen), Naturräume, Flora und Fauna. Für die 90 Wanderbeschreibungen ist nur wenig Platz vorhanden. Kurze Informationen zu Nationalparkhaus, Eishaus und Amselfallbaude runden das Begleitheft ab.

Wanderkarte Nationalparkregion

Wichtig für die Nationalparkverwaltungen beider Länder war, daß diese Karte nur noch die offiziell zugelassenen Wege in den Kernzonen enthält. Extra eingetragen ist die neue Kategorie Bergpfad u.a. für Tümpelgrund/Griesgrund, Rotkehlchenstiege, Goldsteig, Westelschlüchte, Häntzschelstiege. Warum der Zugang zum Pavillon auf dem Kleinen Winterberg und der Pfad direkt zur Aussicht Bärenfangwände fehlen, die beide als Bergpfad beschlossen und im Gelände gekennzeichnet wurden, ist unverständlich, denn soviele Bergpfade gibt es gar nicht einzutragen. Dies dürfte nun manchen Wanderer im Gelände verunsichern. Der Alte Flößersteig im Gr. Zschand und eine Aussicht auf dem Gleitmannshorn im Kl. Zschand tauchen dagegen nicht im beschlossenen Wegekonzept auf, sind aber eingezeichnet.

Zu begrüßen ist sicherlich, in einigen naturschutzfachlich wertvollen Gebieten wie den Zeschnigleiten die teils verwachsenen Wege zu löschen. Anerkennend sei erwähnt, daß die neue Karte eine der wenigen ist, die den Riesengrund richtigerweise durchgehend mit einem Weg aufführt. Wertvoll ist für den Wanderer, daß das nördliche Gebiet um Sebnitz und den Unger vorhanden ist.

Die Karte ist von hoher topographischer Qualität, sicher die beste im Maßstab 1:25.000. Sie enthält dennoch viele Fehler, die nicht nur dem Kenner auffallen werden: z.B. ist der Aufstieg auf das Kleine Pohlshorn falsch eingetragen, und es fehlen der Luchsstein im Ziegengrund, die umfassende Aussicht sowie der Weg auf den Kleinen Bärenstein, die Kleine Bastei in Rathen und die gelbe Markierung auf den Lampertsstein. An der Häntzschelstiege gibt es dagegen gleich zwei Aufstiege. Nicht zu finden sein wird die eingezeichnete, umfassende Aussicht auf dem Kleinhennersdorfer Stein. Den schönen Pfad über das kulturhistorisch interessante Goßdorfer Raubschloß und den Weg am Schandauer Berg in den Ochelwänden hätte man nicht weglassen sollen, und der Parkplatz am Labyrinth ist falsch eingezeichnet. Weitere Wegefehler sind z.B. im Sebnitzer Wald, am Tanzplan-Aufstieg, am Malerweg (CDF) bei Krippen, am Peststein bei Sebnitz. Auch der Standort des im SSI-Heft vorgestellten FND Kuckuckslaube wurde nicht richtig eingetragen. Bezeichnungen für große Täler wie das Weißbachtal bei Hinterhermsdorf oder Knechtsbachtal fehlen.

Die Bezeichnung von Klettergipfeln erscheint wie auf den bisherigen Karten des Landesvermessungsamtes etwas willkürlich, wenn man z.B. im Bielatal mit Baumschulenturm, Schaftwaldturm, Waldnadel und Bielazinne wirklich ausgesprochen kleine "Quacken" verzeichnet, aber gleichzeitig auf Spannagelturm und Dürrebielenadel verzichtet.

Der Karten-Titel sagt dem potentiellen Käufer, daß auch die Böhmische Schweiz vollständig vorhanden sei. Das Kartenblatt endet aber schon in Jetrichovice, so daß bereits Marienfelsen, Kreuzberg und Balzhütte fehlen. Das gesamte Khaatal, das Schneeberggebiet und die Tyssaer Wände mit Eiland passen ebenfalls nicht auf den Kartenausschnitt.



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