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Liebe Leser,

am 29. Juli 2004 wurde in Dresden ein 90. Geburtstag gefeiert. Der Jubilar Alfred Neugebauer, Ehrenmitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und des Sächsischen Bergsteigerbundes, wollte jedoch keine großen Geschenke und Blumen in Empfang nehmen – nein, er bat seine Gäste, auf Blumen und Geschenke zu verzichten und stattdessen eine Spende zugunsten der Sächsischen-Schweiz-Initiative zu tätigen.

Zur Feier des bekannten Burgenforschers, der auch als Retter des Davidsterns der Dresdner Synagoge bekannt wurde, kamen viele Gäste. Wenige Tage nach seinem Geburtstag spendete Alfred Neugebauer 835,-Euro für die Sächsische-Schweiz-Initiative. Dafür ganz herzlichen Dank! Und natürlich danken wir auch den vielen weiteren Spendern des zurückliegenden Jahres! Dies hilft, auch weiterhin unabhängig von finanziellen Zuschüssen jedweder Art, unsere kritische und unabhängige Arbeit für die Sächsische Schweiz fortzusetzen.

Wer im Jahr 2004 in der Sächsischen Schweiz wandern oder klettern war, wird sie nicht übersehen und überhört haben: die touristischen Rundflieger, die über Rathen teils im 10-Minuten-Takt kreisen. Die zulässige Höhe von 600m über Grund wird dabei von fast keinem Flugzeug eingehalten.

Und wer wochentags in der Nationalpark-Region unterwegs war, bekam noch mehr an zweifelhaftem Vergnügen geboten. Nachdem ein gewaltiger Donnerschlag zuerst die Touristen, Wanderer und Bergsteiger aufschreckte, konnten sie dann die Flugkünste militärischer Jagdflieger hautnah miterleben, wenn sie im Elbtal zwischen den Tafelbergen hindurch und unterhalb der Festung Königstein jagen. Die zugelassenen Überflughöhen liegen bei Militärflugzeugen nur bei 150m über Grund, auch in Schutzgebieten. Dabei sind auch die Kernzonen des Nationalparks kein Tabu. Und es muß schon die Frage erlaubt sein: Müssen militärische Übungsflüge denn unbedingt über einem Schutzgebiet der höchsten deutschen Kategorie und in einem touristisch sehr beliebten Gebirge stattfinden?

Die Tiefflüge des Jahres 2004 wurden mit Hilfe vieler Wanderer und Bergsteiger aussagekräftig dokumentiert. Weitere Aktivitäten sind jetzt von unserer Seite geplant, um bald etwas zu ändern.

Fotodokument eines touristischen Tiefflugs am 1. August 2004 an der Westseite des Papststeins

Trotz der Erstellung eines Umweltgrundsatzprogramms, mit dem der Sächsische Bergsteigerbund eine Vorreiterstellung unter allen Sektionen des Deutschen Alpenvereins einnimmt, gibt es auch beim Bergsport Licht und Schatten. Kletterer haben im Bahratal und am Breiten Stein bei Dürrröhrsdorf eine Vielzahl weißer Spuren hinterlassen, dort wurde mit dem nicht erlaubten Hilfsmittel Magnesia geklettert.

Die weitere Palette der Themen dieses Heftes reicht von großen Zerstörungen wertvoller, geschützter Blockfelder bei Forstarbeiten über nichteinheimische Pflanzen, die massenhaft in den Tälern der Sächsischen Schweiz auftreten, bis zur aktuellen Borkenkäfersituation und zur Weißtanne, dem Baum des Jahres.

Der Böhmischen Schweiz widmen sich drei Beiträge – zur Natur des Rosenberges, zur aktuellen Besucherordnung und über eine kleine restaurierte Kapelle nahe Studeny.

Wir wünschen Ihnen mit diesem Heft eine sowohl interessante als auch kritische Lektüre, und hoffen auch weiterhin auf Ihre Unterstützung für unser Anliegen zum Schutz der Sächsischen Schweiz.

Dr. Peter Rölke


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