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Literaturtips

Torke, Horst:

Matthias Öder in der Sächsischen Schweiz

Matthias Öder in der Sächsischen Schweiz

Schriftenreihe des Stadtmuseums Pirna, Heft 12, ISBN 3-9808047-1-2; 112 Seiten, 38 teils farbige Abbildungen, Bestellung: Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2, 01796 Pirna, Tel.: 03501-527985, Fax: 03501-556401; 7,- EUR (+Porto)

Wenn es um Nachweise alter Flurnamen in der Sächsischen Schweiz geht, fällt oftmals der Name Matthias Öder. Über diesen Karthographen liegt nun druckfrisch eine Publikation von Horst Torke aus Pirna vor.

„Mathes Öder Marckscheider“, diesen Schriftzug findet man häufig in Abrechnungen über die 1592/93 in den Ämtern Pirna, Lohmen, Hohnstein und Stolpen vorgenommene Vermessung der kurfürstlichen Wälder. Diese Vermessung war Teil der ersten Landesaufnahme des Kurstaates Sachsen durch den Markscheider Matthias Öder. In deren Ergebnis entstanden die sogenannten Ur-Öder-Blätter und die Karte Öder/Zimmermann als eine Pionierleistung der europäischen Kartographie des 16. Jahrhunderts.

Im vorliegenden Heft 12 der Schriftenreihe des Stadtmuseums Pirna geht der Autor Horst Torke, bekannt u.a. durch Bücher zu Forstgrenzzeichen und Steinkreuzen, dem Wirken Öders in der Sächsischen Schweiz nach. Torke analysierte die Notizen Öders über Wege und Steige im Liebethaler Wäldchen und im Lohmener Wald und wertete sein „Vermessungsbüchel“ mit den Daten der Vermessung von Grenzen und topographischen Linien um Lilienstein und Rathen aus. Er versuchte dabei, die Anfertigung der Karten Öders von der ersten Kartenskizze bis zur endgültigen Fassung nachzuvollziehen.

Das vorliegende Buch zeichnet sich durch eine umfassende Quellenrecherche aus, die im Sächsischen Hauptstaatsarchiv erfolgte, was dem Werk einen wissenschaftlichen Charakter gibt. Dabei gelingt es Horst Torke, nichts rein Theoretisches vorzulegen, sondern stets seine hervorragenden Kenntnisse der Örtlichkeit im Territorium einfließen zu lassen. Man muß sich allerdings schon gut in der Sächsischen Schweiz auskennen, um den Analysen folgen und die alten Karten einordnen zu können. Für den Wanderer und Naturfreund ist es eine interessante und zugleich anspruchsvolle Lektüre; Kartographen werden voll auf Ihre Kosten kommen.

Dr. Peter Rölke


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