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Umweltgrundsatzprogramm des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB)

Der Deutsche Alpenverein (DAV) verabschiedete bereits 1977 sein „Grundsatzprogramm zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz des Alpenraumes“ und setzte damit ein deutliches Zeichen für einen Wandel seiner Aufgaben und Ziele. Waren es vormals die Erforschung und Erschließung der Alpen, so zählt heute immer mehr die Bewahrung vor Zerstörung durch Industrie, Tourismus und Verkehr zu den zentralen Anliegen. Das Grundsatzprogramm des DAV enthält Punkte wie den Verzicht auf neue Hütten und Wege, die Förderung einer umweltverträglichen An- und Abreise oder auch die rücksichtsvolle Ausübung des Bergsports (www.alpenverein.de).

Das Grundsatzprogramm gilt für alle Sektionen des Deutschen Alpenvereins. Durch seine starke inhaltliche Orientierung auf den Alpenraum ist jedoch eine Anpassung an die örtlichen Arbeitsgebiete wünschenswert. Der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) hat nun als erste DAV-Sektion für ihr spezielles Arbeitsgebiet, die Sächsische Schweiz, ein eigenständiges „Grundsatzprogramm zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz der Sächsischen Schweiz“ erarbeitet und verabschiedet.

Bemerkenswert ist, daß die Initiative zur Konkretisierung des DAV-Grundsatzprogrammes auf die Verhältnisse der Sächsischen Schweiz nicht vom Vorstand ausging, sondern als Antrag und Beschluß der Mitgliederversammlung direkt „von der Basis“ kam.

Eine Arbeitsgruppe innerhalb der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz des SBB kümmerte sich daraufhin um die Erstellung. Die zwei arbeitsintensiven Jahre bis zur Verabschiedung des Grundsatzprogrammes auf der Jahreshauptversammlung des SBB 2004 waren mit Diskussionen und der Einarbeitung verschiedenster Anregungen gefüllt. Insbesondere um Inhalte und Formulierung der Selbstbeschränkung in der Felserschließung wurde heftig gerungen.

Mit dem neuen Grundsatzprogramm nimmt der SBB einmal mehr eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz ein und demonstriert so die Zukunftsfähigkeit des Kletterns im Elbsandstein. Das Programm soll für den SBB eine wichtige Entscheidungsgrundlage und für Behörden eine Orientierungshilfe im Umgang mit dem SBB bilden. Es stellt gewissermaßen eine Selbstverpflichtung zum Naturschutz dar und geht damit über den Gültigkeitsbereich der Sächsischen Kletterregeln oder gesetzlicher Regelungen hinaus.

Die Verabschiedung des Grundsatzprogrammes kann natürlich nur ein erster Schritt sein. Nicht nur SBB-Mitglieder sind deshalb aufgerufen, das Programm mit Leben zu füllen und aktiv an der Umsetzung der Inhalte mitzuwirken. Der Text des Grundsatzprogrammes kann unter der neuen Homepage des SBB www.bergsteigerbund.de abgerufen werden, Broschüren sind über den SBB bzw. in dessen Geschäftsstelle erhältlich.

Juliane Friedrich


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