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Leserbriefe

Tornado-Tiefflug über dem Kleinen Zschand

16. September 2004 auf dem Massiv am Heringsturm im Kleinen Zschand, 16:36 Uhr.

Wochentags ist es eine schöne Sache, die Ruhe im Gebirge, in der Nationalparkregion zu genießen. Es sind wenige Menschen unterwegs, alles ist etwas beschaulicher. So auch am 16. September, einem Donnerstag. Da ich Urlaub habe, die Kletterfreunde aber nicht, bin ich alleine klettern; man muß vorsichtig und noch bedachter sein mit seinem Tun, kann aber dafür die Ruhe umher und die herrliche Landschaft im Nationalpark um so intensiver genießen.

So war ich also am Heringsturm im Kleinen Zschand unterwegs, etwas abseits, zum Erwandern. Ich war gerade abgeseilt. Plötzlich von oben ein intensives Geräusch, extrem lautes Pfeifen oder Fauchen. Meine Überlegungen über die Art des Geräusches wurden schlagartig abgebrochen, als ich den Krach mit „Flugzeug“ in Zusammenhang brachte – abstürzendes Flugzeug. Während ich einerseits nach Spalten oder Felsvorsprüngen suchte, um mich vor dem gerade stattfindenden Flugzeugabsturz in Sicherheit zu bringen, schaute ich mit dem anderen Auge hinauf zum Himmel, um die Richtung zu orten, aus der die Gefahr droht. Doch so hoch brauchte ich gar nicht zu gucken, einhundert, höchstens zweihundert Meter überm Heringsloch, da flog sie, die Gefahr, überm kleinen Winterberg Richtung Elbtal abdrehend.

Während ich begriff, dies war ein Tiefflieger, wohl der Bundeswehr, wiederholte sich das Geräusch, etwas weiter nördlich oder nordwestlich. Jeweils etwa 4 Sekunden dauerte der Spuk, dann noch gleich zweimal, wohl im Elbtal oder im Schmilkaer Talkessel.

Was war das?! Hat der 3.Weltkrieg begonnen? Haben die Tschechen die Grenze überschritten und in Schmilka den Grenzposten überrannt? Wird hier ein neuer Rambofilm gedreht? Filmaufnahmen können es nicht sein, da hätten mich meine Quartiergeber gewarnt. Daß die Tschechen die Grenze überrannt hätten, kann nicht die Ursache sein, geschieht dies doch täglich, wenn auch in anderer Richtung. Mir fielen wieder die Warnungen der Bergfreunde vor dem plötzlichen Flugzeuglärm ein, aber wenn man es selbst erlebt hat, begreift man den Sinn der Warnungen erst richtig.

Lutz Kocour

Im Heft 20 wurde ein Leserbrief von Katja Süßemilch und Jan Hänel veröffentlicht, der sich mit dem Betreten von Pfaden im Nationalpark Böhmische Schweiz und dem unfreundlichen Auftreten der Nationalparkwächter befaßte. Bei einem Termin des Ehrenvorsitzenden des SBB, Dr. Ulrich Voigt, bei der Nationalparkverwaltung in Krasná Lípa im März 2004 wurde dieses Thema angesprochen und ein SSI-Heft 20 übergeben. Im offiziellen Informationsblatt der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz erschien dazu eine Antwort.

Aus dem Informationsblatt der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz (Zpravodaj Spravy NP Èeske Švycarsko Nr.1/2004)

Übersetzung des Beitrages von J. Marek, Chef der Nationalparkwacht:

„Ich möchte hier nicht auf den Teil des Berichtes eingehen, in dem die deutschen Touristen das Auftreten der Wache des NLP Böhmische Schweiz als überheblich und unangemessen beschreiben. Das deswegen, weil jeder etwas anderes behauptet und wir zu keinem Schluß kommen würden. Ich kann mich nur zu den Tatsachen äußern, die im Bericht wiedergegeben sind.

In erster Linie muß den deutschen Touristen klar sein, daß sie sich auf dem Gebiet der Tschechischen Republik befinden und so ihre Regeln und Gesetze zu respektieren haben. Im gegebenen Fall ist es von Seiten der deutschen Touristen zur Verletzung der Besucherordnung des NLP gekommen. Und zwar durch das Betreten und Bewegen auf markierten Bergsteigerpfaden, die ausschließlich als Zugänge zu Bergsteigerobjekten für organisierte Bergsteiger bestimmt sind. Es stimmt, daß auf dem Gebiet des NLP Sächsische Schweiz eine andere Regel für die Benutzung der markierten Bergsteigerpfade gilt, das ist aber kein Grund und keine Entschuldigung, um diese Regeln zu verletzen.

Die Wächter des NLP verlangen von allen Besuchern die Einhaltung der Besucherordnung und bei der Verletzung können sie die Besucher mahnen oder eine Geldstrafe erteilen. In diesem Falle wurden sie gemahnt. Die Besucher des NLP werden genügend über das Benehmen im NLP durch doppelsprachige Informationstafeln informiert.“



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