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Aktuelle Mitteilungen

Neuer Alternativvorschlag zum Grenzwegzugang

Der Vorschlag von Mitgliedern des Sächsischen Bergsteigerbundes, als Kompromiß zum gesamten Grenzweg wenigstens den Zugang von der Weberschlüchte zu ermöglichen, wurde im Jahr 2005 dem Nationalpark- und Forstamt Sächsische Schweiz offiziell übermittelt. Mit diesem Zugang wäre das landschaftlich bedeutsamste Wegstück, der Ausblick nach Böhmen im Bereich des sog. Kanapees, erhalten geblieben. Diesen Kompromiß hält man seitens des SBB für die Wanderer vermittelbar und tragfähig. Der Leiter des Nationalpark- und Forstamtes Sächsische Schweiz, Dr. Jürgen Stein, antwortete, daß „...der Vorschlag nach Abstimmung mit dem Nationalpark Böhmische Schweiz als nicht realisierbar bewertet wird und somit abzulehnen ist. ... Der Zugang über die Webergrotte zum Grenzweg betrifft Steilhangbereiche in der Kernzone mit hoher Bedeutung für den floristischen Artenschutz und die Erhaltung und Förderung des Ruhecharakters. Zur Vermeidung von Erosionsschäden an Boden und Bewuchs müßten erhebliche bauliche Maßnahmen durchgeführt werden...“. Außerdem wird begründet, daß der Grenzweg im Bereich Kanapee tschechisches Territorium berührt. Eine einvernehmliche Regelung mit dem Nationalpark Böhmische Schweiz sei nach wie vor nicht zu erkennen.

Auerhahnsteig im Großen Zschand wieder markiert

Die Nationalparkverwaltung kritisiert, daß die Akzeptanz der Sperrung des Auerhahnsteigs im Großen Zschand nach wie vor nicht gegeben ist. Der Pfad wurde wieder durch Privatpersonen gesetzeswidrig markiert.

Nichts Neues vom Wanderweg im Gelobtbachtal

Auch 2005 gab es noch keine Verbesserung der unbefriedigenden Lage für den Wanderweg durch das Gelobtbachtal im Bereich der Gelobtbachmühle. Im Bereich des Privatgrundstückes um die Gelobtbachmühle ist der Wanderweg versperrt, womit der ganze Talabschnitt unpassierbar wird. Die Arbeitsgruppe „Wanderwege Sächsische Schweiz“ im Umweltministerium nahm sich im Oktober 2005 erneut der Problematik an und wird versuchen, eine Lösung zu finden. Der Sächsische Bergsteigerbund hatte erneut mit dem Bürgermeister, Herrn Suddars, gesprochen. Das Nationalpark- und Forstamt nahm bereits Kontakt mit dem Eigentümer unter Hinweis auf das große öffentliche Interesse auf, so daß Hoffnung besteht, einen Kompromiß zu finden.

Zusatzschilder für fünf Stiegen bzw. Wege

Zusatzschild

In der Arbeitsgruppe „Wanderwegekonzeption“ beim sächsischen Umweltministerium wurde abgestimmt, daß zu den bisherigen Markierungen der Bergpfade mit grünem Pfeil auf grauem Grund noch Zusatzschilder hinzukommen. Damit sollen die wichtigsten Stiegen wie die Häntzschelstiege oder die Obere Affensteinpromenade, nach denen die Touristen oft suchen oder nachfragen, ausgeschildert werden.

50 Jahre LSG im Jahr 2006

Im kommenden Jahr 2006 jährt sich die Gründung des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz zum 50. Mal. Aus diesem Anlaß ist eine Festveranstaltung geplant.

Neue Forstreviere, neue Waldwacht

Ab dem 1. Januar 2006 wird es Änderungen in der Forstverwaltung der Sächsischen Schweiz geben, wobei neue Revierschnitte eingeführt werden. Neu gebildet wird der Forstbereich Neustadt mit den Revieren Cunnersdorf, Gottleuba, Langburkersdorf. Das Nationalpark- und Forstamt, erst gebildet aus der Nationalparkverwaltung und den Forstämtern Bad Schandau und Lohmen, wird umbenannt: in Nationalparkamt. Die Zuständigkeiten bleiben aber weitgehend identisch. Ziele der gesamten Umstrukturierung im Forst sollen u.a. stärkere Ausrichtung auf Wirtschaftlichkeit und Verwaltungsverschlankung sein. – Eine neue Waldwacht, bestehend aus Waldarbeitern, gibt es im Forstamt Cunnersdorf. Sie sollen im linkselbischen Teil kontrollieren.

Aktuelles von Lachs

Auch im Unterlauf der Wesenitz wurden jetzt die ersten Lachsrückkehrer nachgewiesen, informierte der Sächsische Landesfischereiverband. Hier wurden seit 2001 jährlich 40-50.000 Lachsbrütlinge durch den Anglerverband Wesenitztal e.V. ausgebracht.

Im November letzten Jahres gingen nun hier, wie in den vorangegangenen Jahren in der Kirnitzsch, im Lachsbach und in der Kamenice (Kamnitz), die ersten heimkehrenden Lachse unterhalb des Wehres der Pratzschwitzer Mühle bei einer Testbefischung ins Netz. Es handelte sich um einen Lachsrogner (68 cm/1,8 kg) und einen stattlichen Lachsmilchner (87 cm/4,2 kg). Auch wurden im Wesenitzunterlauf Laichgruben des Atlantischen Lachses entdeckt. Ausgestorben waren die Lachse nicht etwa durch die Umweltverschmutzung der Elbe, sondern durch die zahlreichen Bauwerke, insbesondere für die Fische unüberwindliche Wehre in den Nebenflüssen der Elbe.

Deutscher Alpenverein wurde bundesweit anerkannter Naturschutzverband

Der Deutsche Alpenverein (DAV) wurde 2005 national anerkannter Naturschutzverband. Bundesumweltminister Trittin überreichte am 5. September die Anerkennungsurkunde. Das 2002 novellierte Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, daß auch Verbände, die für naturverträgliche Sportausübung und Naturschutz stehen, als Naturschutzverbände anerkannt werden können. Der DAV sieht die Anerkennung als Verpflichtung für weiteres Engagement im alpinen und außeralpinen Bereich. Der Sächsische Bergsteigerbund ist mit über 9000 Mitgliedern größte ostdeutsche Alpenvereinssektion und fünftgrößte DAV-Sektion überhaupt.

Im Oktober 2005 wurde mit Prof. Heinz Röhle, Lehrstuhlinhaber an der TU Dresden in der Forstfakultät in Tharandt, ein Mitglied des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) zum 1. Vorsitzenden des DAV gewählt. Mit 700.000 Mitgliedern gilt der Deutsche Alpenverein als einer der größten Verbände Deutschlands. Prof. Röhle gilt als Kenner der Sächsischen Schweiz und moderiert seit fünf Jahren die Arbeitsgruppe „Wanderwege Sächsische Schweiz“ im Umweltministerium.

Treffen der AG Natur- und Umweltschutz des SBB mit Vertretern des Nationalparks Sächsische Schweiz

Am 28. September 2005 fand in der SBB-Geschäftsstelle ein Treffen von Mitgliedern der AG Natur- und Umweltschutz mit Vertretern des Nationalpark- und Forstamtes Sächsische Schweiz statt. Bei diesem Treffen ging es um eine Bestandsaufnahme der bestehenden Fragen und Probleme beider Seiten sowie um eine Auswertung der bisherigen Erfahrungen mit der Wanderwege- und Bergsportkonzeption.

Die Erfahrungen mit der Wanderwege- und Bergsportkonzeption wurden von beiden Seiten als gut angesehen. Beim Grenzweg allerdings sieht die Nationalparkverwaltung momentan keinen Handlungsspielraum. Die Boofenregelung an sich wird ebenso von beiden Seiten positiv eingeschätzt. Probleme bestehen zur Zeit auf der linkselbischen Seite, besonders im Bielatal, wo überall gebooft werden kann.

Problematisch ist dagegen, daß in allen Boofen und auch außerhalb davon gefeuert wird. So wurden bis September 2005 bereits ca. 300 Feuerstellen von der Nationalparkwacht beräumt. Eine Genehmigung einzelner Feuerstellen unter bestimmten Bedingungen wurde von der Nationalparkverwaltung nicht grundsätzlich abgelehnt. Es wurde aber im Zusammenhang damit der dringende Wunsch geäußert, daß die momentan geltenden Regeln besser eingehalten werden.

Ein weiteres Problem ist das Absägen von Bäumen an Kletterfelsen. Dieses Problem besteht bereits seit längerer Zeit, wurde aber durch den Artikel im SBB-Mitteilungsblatt von Bernd Arnold über die Verkrautung der Felsen noch verstärkt. Die Nationalparkverwaltung machte in diesem Zusammenhang das Angebot, bei akuter Gefährdung der Kletterer bzw. bei sehr starkem Zuwachsen das Freischneiden zu übernehmen. Dafür muß der SBB die entsprechenden Stellen benennen. Die Kletterer müssen aber auch akzeptieren, daß bestimmte Felsen immer mehr zuwachsen, andere dagegen durch Abholzung frei werden. Der Wald wächst nun einmal stetig, und die Bäume werden mit der Zeit immer höher. Es gibt Bilder von komplett abgeholzten Affensteinen. Niemand wird nun fordern, diesen Zustand wieder herzustellen. Außerdem verhindern die Bäume an den Einstiegen am besten die Erosion. Wir schaden uns selbst, wenn wir gerade diese Bäume absägen. Zumal das Absägen von Bäumen von der Nationalparkverwaltung als Sachbeschädigung betrachtet und entsprechend bestraft wird.

Deshalb sendet Eure Vorschläge über die Geschäftsstelle an mich (Sächsischer Bergsteigerbund / Vorstandsmitglied für Natur- und Umweltschutz, Könneritzstraße 33, 01067 Dresden), ich leite sie dann an die Nationalparkverwaltung weiter.

Klaus Kallweit
Vorstand für Natur- und Umweltschutz

Hinweise zur Gefahr durch Altbäume

Um auf die besonderen Gefahren durch Altbaumbestände hinzuweisen, wurden Schilder z.B. am Kleinen Winterberg aufgestellt. Mit diesen Hinweisen sollte auch eine rechtliche Absicherung erfolgen, falls Äste z.B. bei Sturm herunterfallen. Diese Schilder sollen aber nach Information der Nationalparkverwaltung wieder entfernt werden, im Gegenzug sollen Warnhinweise auf alle Eingangstafeln des Nationalparks.

Praktikum für Studenten im Nationalpark

Urwüchsige Riffwälder, bizarre Felslandschaften, tiefe Schluchten, Wildbäche, Wanderfalke, Uhu und Fischotter – all das gibt es noch im Nationalpark Sächsische Schweiz. Für naturbegeisterte junge Menschen aus der Region, die sich in der Umweltbildung engagieren und dabei für den Erhalt eines Stückes einzigartige Wildnis einsetzen wollen, bieten sich hier die besten Voraussetzungen. Auch 2006 bietet die Commerzbank vier Studentinnen oder Studenten die Möglichkeit, für jeweils drei Monate die Umweltbildungsarbeit der Ranger und Wildnispädagogen des Nationalparks zu unterstützen.

Seit 1990 bietet die Commerzbank in Zusammenarbeit mit EUROPARC Deutschland e.V. – dem Dachverband der Großschutzgebiete in Deutschland – Studenten die finanzielle Möglichkeit, in deutschen Großschutzgebieten ein drei- bis sechsmonatiges „Praktikum für die Umwelt“ zu absolvieren. Die Unterkunft und ein monatliches Praktikantengehalt zahlt die Commerzbank.

Im Nationalpark Sächsische Schweiz begann das erste Praktikum für die Umwelt 1991. Seitdem absolvieren hier Jahr für Jahr zwei bis sechs Studentinnen und Studenten das „Praktikum für die Umwelt“. Zu ihren Aufgaben während dieser Zeit gehört die Vermittlung neuer Naturerfahrungen an Nationalpark-Besucher und die Durchführung von Tagesprogrammen für Kinder- und Jugendgruppen aus der Region.

Unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de können sich Studierende aller Fachrichtungen bewerben. Ansprechpartnerin im Nationalpark ist Margitta Jendrzejewski (Tel. 035022 - 900 622, E-Mail: Poststelle@nlpfoa.smul.sachsen.de). Bewerbungsschluß ist der 7. Januar 2006.

Dirk Fanko, Pressesprecher
Nationalpark- und Forstamt Sächsische Schweiz

Waldpflegearbeiten auf der Sellnitz am Lilienstein

Von Mitte August bis Ende September 2005 erfolgten in den Waldbeständen rund um die Sellnitz Waldpflegemaßnahmen auf ca. 24 Hektar. Dabei fielen insgesamt rund 1.200 Kubikmeter Holz an. Die jüngeren Waldbestände wurden mit einem sog. Harvester bearbeitet. Diese Maschine fällt und entastet die Bäume in einem Arbeitsgang. Auf diese Weise wird körperlich schwere, motormanuelle Arbeit der Waldarbeiter ersetzt. Die Maschine arbeitet sehr waldpfleglich, da sie die gleichen Fahrwege wie sie für den Abtransport des Holzes nach motormanueller Holzernte benötigt würden, benutzt. Aufgrund der Holzeinschlagsmaßnahmen ergaben sich kurzzeitige Einschränkungen für Wanderer auf dem Sellnitzweg und dem Kanonenweg.

Dirk Fanko, Pressesprecher
Nationalpark- und Forstamt Sächsische Schweiz

„Nissan-Outdoor-Challange“

in der Sächsischen Schweiz am 21.05.2005

Am 21.05.2005 fand im Gebiet des Rauensteines ein Event im Rahmen der Nissan-Outdoor-Challange statt. Dabei wurden am Kletterfelsen „Nonne“ Werbe-Aufsteller und ein Transparent angebracht. Im Vorfeld wurde weder beim zuständigen Forstamt, bei der Nationalparkverwaltung, noch bei einem der Bergsteigerverbände Rücksprache gehalten. Der Sächsische Bergsteigerbund hat sich in seinem Grundsatzprogramm ausdrücklich gegen eine Kommerzialisierung der Sächsischen Schweiz ausgesprochen. Deshalb wurden sowohl an Nissan als auch an die durchführende Agentur TOUR Extrem Training & Event GmbH Schreiben mit einer diesbezüglichen Stellungnahme des SBB versandt. Wegen der durchweg ablehnenden Reaktionen unter den Bergsteigern wurde von dem an diesem „Event“ beteiligten Bergsportveranstalter unaufgefordert eine Stellungnahme an den SBB geschrieben verbunden mit der Hoffnung, daß alle anderen Bergsportveranstalter für solche Ereignisse sensibilisiert werden. Eine Reaktion der anderen Beteiligten steht bislang aus.

Klaus Kallweit
SBB-Vorstand für Natur- und Umweltschutz


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