SSI-??? Startseite SSI

Böhmische Schweiz

Feuer am Marienfelsen

Am Freitag, dem 9. September 2005 kam es in den frühen Morgenstunden zu einem Brand des Aussichtspavillons auf dem Marienfelsen (Mariina skála) bei Jetoichovice. Verursacht haben den Brand zwei junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren, die oben auf dem Felsen übernachteten und Kerzen brennen ließen. Sie wurden von brennenden Brettern geweckt, konnten aber das Feuer selbst nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Die entflammten Reste der Hütte fielen in die Tiefe und verursachten einen Waldbrand. Neun Feuerwehreinheiten rückten aus, die in der Nacht einen zwei Kilometer langen Wasserschlauch ausbreiten mußten. In dem felsigen, schwer zugänglichen Gelände gab es Probleme mit der Technik. Einige Dutzend Feuerwehrmänner kämpften gegen das Feuer. Der Schaden beträgt nach polizeilichen Angaben etwa 70 000 Kronen.

Der Marienfelsen vor dem Brand (Foto: Elke Kellmann )

Der Pavillon auf dem Gipfelfelsen fiel gänzlich dem Feuer zum Opfer. Auch der Sandstein am Gipfel wurde durch die Feuerglut beschädigt.

Der Aussichtspunkt am Marienfelsen (428 m) hat eine lange Tradition. Er wurde anfänglich vom Volk wegen seiner Gestalt treffend Großer Spitzstein genannt. Den jetzigen Namen erhielt er nach der Fürstin Maria Anna von Kinsky, der Gemahlin des Herrschaftsbesitzers Ferdinand Kinsky. Seit altersher diente der Felsen den Forstleuten als Feuerbeobachtungsstelle bei Waldbrandgefahr. Für die Besucher/Touristen wurde im Jahre 1856 am Gipfel eine „Gloriette“ errichtet, welche jedoch eine andere Gestalt hatte als diejenige, die nun dem Brand zum Opfer fiel. Wie der Direktor des Nationalparkes mitteilte, wird die Erneuerung des Aussichtspavillons ungefähr 200 000 Kronen kosten.

LSG Labské pískovce wurde zum Vogelschutzgebiet erklärt

Am 31. Dezember 2004 wurde durch einen Regierungserlaß das Vogelschutzgebiet Elbsandsteingebirge (Labské pískovce) ausgewiesen. Es ist ein Bestandteil einer Reihe von Schutzgebieten der Europäischen Union, genannt NATURA 2000. Die Gesamtfläche dieses Vogelschutzgebietes erstreckt sich über das Landschaftsschutzgebiet Labské pískovce und den Nationalpark Böhmische Schweiz. Es ragt außerdem östlich in das Landschaftsschutzgebiet Lausitzer Gebirge hinein (in Richtung Chøibská und Krásná Lípa). Aus Sicht der EU sind es vor allem vier bedrohte Vogelarten, derentwegen das Schutzgebiet ausgewiesen wurde: Wanderfalke (derzeit kommen hier 7 bis 10 Brutpaare vor), Schwarzspecht (130 bis 150 Brutpaare), Uhu (6 bis 10 Brutpaare) und Wachtelkönig (30 bis 50 rufende Männchen). Außerdem werden hier weitere 20 brütende Vogelarten angetroffen, die zu den bedrohten Arten gerechnet werden, wie z. B. Schwarzstorch, Wespenbussard, Rotmilan, Seeadler, Birkhuhn, Kranich, Sperlingskauz, Rauhfußkauz, Ziegenmelker und Eisvogel.

Steinzeitfunde in der Böhmischen Schweiz

Die älteste Geschichte des Elbsandsteingebirges ist für viele vor allem mit den Felsenburgen oder der mittelalterlichen Kolonisation verbunden. Weitaus weniger bekannt und geringer sind dagegen die Spuren jener Menschen, die vor Tausenden von Jahren hier durchzogen, sich kürzer oder länger aufhielten, siedelten oder lebten.

Die Felsenwelt der heutigen Böhmisch-Sächsischen Schweiz wurde schon in der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) von kleinen Gruppen von Jägern und Sammlern bewohnt. Es wird angenommen, daß ihre Lebensweise ähnlich war wie die der Waldindianer Nordamerikas vor der Ankunft der Europäer. Ihre Werkzeuge und Waffen bestanden aus Holz, Knochen, Feuerstein oder Quarzitgestein. Es waren kleine Gruppen von Menschen, die in dieser Fels- und Waldwildnis gejagt haben und sich unter den Felsüberhängen Rastplätze errichteten. Die Funde aus dieser Zeit sind spärlich. Dem Forscher können die Knochensplitter, Feuersteinabschläge und verkohlen Holzreste bemerkenswerte Erkenntnisse liefern.

Die vor einigen Jahren durchgeführten archäologischen Grabungen in der Böhmischen Schweiz förderten überraschende Neuigkeiten zu Tage. Durchsucht wurden Felsüberhänge bei Brtníky, Doubice, Všemily und Srbská Kamenice. Es kamen Funde aus dem Mesolithikum (ca. 9500 bis 5500 vor unserer Zeitrechnung) und dem Eneolithikum (4300 bis 2200 vor unserer Zeitrechnung) zum Vorschein.

alle Beiträge bis hier:
Karl Stein, Dìcín-Bìla

Neuer Aussichtspunkt am Liethenkamm bei Dolní Žleb

Blick vom neuen Aussichtspunkt am Liethenkamm elbaufwärts (Foto: Jan Hänel )

Ein neuer, lohnender Aussichtspunkt in der Böhmischen Schweiz wurde durch die Verwaltung des Landschaftsschutzgebietes CHKO Labské pískovce in Dìcín am linkselbischen und derzeit noch wenig erschlossenen Liethenkamm eingerichtet. Ein schöner Ausblick hinüber zum Rosenkamm, ins Elbtal und bis ins Böhmische Mittelgebirge ist dadurch möglich geworden. Es bietet sich eine Rundwanderung an (teilweise unmarkiert, Mitnahme von Kartenmaterial wichtig, ca.18 km): Rad-/Wandergrenzübergang an der Gelobtbachmühle – Dolní Žleb – Lehmischbachgrund – Liethenkammaussicht – Èertová Voda – Dolní Žleb – Gelobtbachmühle (oder ab Gierseilfähre Niedergrund; unregelmäßiger Betrieb; siehe auch Beitrag unten).

Jan Hänel, Dresden

Neues Gipfelkreuz auf dem Hutberg zerstört

Nur wenige Tage konnte das im Juni 2005 wiedererrichtete Gipfelkreuz auf dem Pastevní vrch (Hutberg) bei Rùžová (Rosendorf) die Wanderer erfreuen. Es wurde mutwillig von Unbekannten zerstört.

Fähre in Dolní Žleb wieder in Betrieb

Am 1. September 2004 war es auf der Elbe bei Dolní Žleb (Niedergrund) zu einem tragischen Unfall gekommen: Ein Dampfer verursachte einen derartigen Wellengang, daß die Fähre ins Schwanken geriet und sich die Vertauung löste. Der Fährmann sprang in den Fluß, um die Fähre einzuholen und kam dabei ums Leben. Seitdem war die Fähre außer Betrieb. Nun wurde vom zuständigen Gemeindeamt ein neuer Pächter angestellt. Die Fähre verkehrt vom 1. 4. bis 30. 9. von 6 bis 12 Uhr und von 13 bis 20 Uhr. In den übrigen Monaten endet der Betrieb schon um 18 Uhr. Die Preise sind: Erwachsene 8 Kc, Kinder 5 Kc, Fahrräder 8 Kc, PKWs 20Kc. Bei Hochwasser ist die Fähre aber außer Betrieb.

Karl Stein, Dìcín-Bìla

Krasná Lípa soll Touristenzentrum werden

Auf dem Marktplatz von Krásná Lípa (Schönlinde) soll ein neues „Haus der Böhmischen Schweiz“ entstehen. Geplant ist, daß es nicht nur als Touristen-Information dient, sondern auch als Bildungszentrum mit Unterkunftsmöglichkeit. Außerdem soll ein Fabrikgebäude zu einem Dienstleistungszentrum mit Galerie, Café, Sauna und Fitneßstudio umgebaut werden, und der örtliche Sportplatz soll eine Kletterwand erhalten.



[nach oben]