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Fällung einer landschaftsbestimmenden, gesunden Eiche am Wenzelweg aus wirtschaftlichen Gründen?

Fragen der Wandergruppe um Dietmar Arnold

Gefällte Eiche am Wenzelweg in den Schrammsteinen – Gefahrenbeseitigung wegen eines Kronenbruches oder gutes Holz zum Verkauf? Fotos: Dietmar Arnold Gefällte Eiche am Wenzelweg in den Schrammsteinen – Gefahrenbeseitigung wegen eines Kronenbruches oder gutes Holz zum Verkauf? Fotos: Dietmar Arnold

Eine Wandergruppe um Dietmar Arnold aus Dresden hatte im Dezember 2004 die Fällung einer alten und landschaftsbestimmenden Eiche am Wenzelweg (Bereich Wildwiese/ Schrammsteine) festgestellt. Diese riesige Eiche sah den Wanderern allerdings ziemlich gesund aus. „Wenig später lagen von dieser Eiche nur unverwertbare Astgabelsegmente aus der Baumkrone und dünnere Äste im Bereich um den Baumstumpf herum“, schreibt Herr Arnold in einem Brief an die Nationalparkverwaltung und bitte auch uns, sich der Angelegenheit anzunehmen. Dietmar Arnold vermutet: „... die Eiche war zum Zeitpunkt der Fällung ein gesunder Baum, der ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen zur Disposition stand.“ Das Gebiet um die Wildwiese liegt im Nationalpark, zwar nicht in der Kernzone, doch trotzdem gelten die strengen Bestimmungen des Nationalparks.

In seiner Antwort erläutert der Leiter des Nationalpark- und Forstamtes, Dr. Jürgen Stein, daß diese Alteiche aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt werden mußte, denn sie wies einen sichtbaren Kronenbruch auf. Revierleiter Thalmann hatte die Eiche als akute Gefährdung für Besucher bewertet. Eine willkürliche Fällung von Altbäumen könne ausgeschlossen werden.

Dagegen hält Dietmar Arnold den schnellen Abtransport des Holzes für ausgesprochen verwunderlich. Hinzu kommt, daß die benachbarten Altbäume aus seiner Sicht im Kronenbereich auch nicht gut aussehen. Er schreibt in einem zweiten Brief an die Nationalparkverwaltung: „ ... Neben einem Torso einer ehemaligen Eiche, einem morschen Stamm, der wenige Meter am Wegesrand drohte, verzeichneten noch mehrere Alleebäume auf dem Wenzelweg offensichtlich älteren und verkehrsgefährdenden Windbruch in den Baumwipfeln, so daß man diese Gefahrenquellen sicher gleich mit beseitigt hätte, um ein ausschließlich den Sicherheitsaspekten unterworfenes Fällungsmotiv auch nachträglich glaubhaft vertreten zu können.“ Und weiter: „... Es sind weder Ansätze von Kernfäule im Stamm noch Riß- und Bruchstellen an den Vergabelungssegmenten ersichtlich.“

Herr Dr. Stein teilt daraufhin mit, daß der Eichenstamm tatsächlich einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt wurde. Er bedauert, daß dies zu Irritationen geführt hat. Und abschließend: „Um dies zukünftig zu vermeiden, habe ich festgelegt, aus Gründen der Verkehrssicherung umzuziehende bzw. zu fällende Bäume künftig grundsätzlich unaufgearbeitet im Bestand zu belassen.“ Eine eindeutige und für einen Nationalpark richtige Entscheidung.

Dr. Peter Rölke


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