Eine Diskussionen zu aktuellen oder umstrittenen Thema ist wichtig und notwendig, denn erst die Vielfalt von Ideen und Meinungen bringt eine Sache voran. Oberstes Gebot sollte sein, daß Diskussionen sachlich und unter Achtung des Gesprächspartners geführt werden.
Der uns bzw. dem Vorstand des Sächsischen Bergsteigerbundes als Reaktion auf das letzte SSI-Heft 12 zugegangene Brief des Bürgermeisters der Gemeinde Rosenthal-Bielatal, Bernd Gottschald, sprengt wohl jeglichen Rahmen des Anstandes. Zwar betont Herr Gottschald, den Brief nicht als Bürgermeister, sondern als Privatperson geschrieben zu habe, doch die nachfolgend abgedruckte Zuschrift wirft ein ein sehr trauriges Licht auf das Oberhaupt der Gemeinde Rosenthal-Bielatal, nicht nur wegen des untragbaren Vergleichs mit dem Nazi Goebbels.
Tendenzielle Äußerungen, wenn scheinbar Pfründe schwinden, sind uns nichts Neues. Ein Herr Wobst, sicherlich dahergelaufen (oder mit stinkendem PKW gefahren?) aus Dresden oder sonstwoher, jedenfalls nicht aus der Sächsischen Schweiz, weiß, da ja ein Herr Doktor, alles besser.
Das sind wir gewöhnt von den Herren Doktoren, schon vor der Wende war das so; auch mit dem Daherlaufen.
Es freut den Menschen, wenn sich einer Gedanken macht. Es freut auch, wenn er seine Meinung sagt. Ist jedoch die Meinung anderer nichts wert? Oder sind die Anderen leider mit Blindheit oder gar Dummheit geschlagen, wenn sie nicht der Meinung der Herren Doktoren sind.
Schau, schau, in alter Goebbels - Manier werden hier in der Öffentlichkeit (das muß man von den Heften der "Sächsischen Schweiz Initiative" annehmen) "Gesprächspartner", wenn man es noch so nennen kann, nach diesen Artikeln, in einem laufendem Verfahren diffamiert und durch oft wiederholte Lügen der Gesetzlosigkeit bezichtigt. Es werden Gerüchte und Gerede oder vielleicht auch hinter der Hand getuschelt "amtliche Halbinformationen", für die sich eventuell auch ein Herr Giese in Dresden interessieren könnte, für eine Kampagne in einem laufendem Verfahren genutzt.
Glauben die Verfasser, daß Kompromiß in der uneingeschränkten Übernahme Ihrer Meinung besteht. In Dresden mag das Usus sein, als Bewohner der Sächsischen Schweiz denke ich darüber etwas anders.
Der Sächsische Bergsteigerbund hält sich als Herausgeber dieser Hefte fein heraus. Das Kleingedruckte macht's, wie immer. Seite 48 letzter Satz:"Unterzeichnete Beiträge sind persönliche Meinungsäußerungen, die nicht in jedem Falle der Meinung der Redaktion entsprechen müssen." Na wunderbar, und weiter so, sie sollten sich jedoch dann auch nicht darüber, wie auf Seite 1 beklagen, daß "die wenigen, die wir in der Gesamtbevölkerung sind", noch weniger werden. Oder sollte diese Klage der letzten Heroen Sachsens eher auf die Spendendrüsen (Seite 3 und 4) drücken? Na dann, viel Erfolg.
Übrigens erwarte ich vom Sprachrohr des Sächsischen Bergsteigerbundes auch einmal Artikel über die Mißachtung von Natur und Umwelt durch sogenannte Freunde der Sächsischen Schweiz. Boofen, Feuerstellen, welche zu Felsabplatzungen führen (z.B. unter dem Großvaterstuhlmassiv), auch bei höchster Waldbrandwarnstufe, wildes Parken, Vermüllung auch außerhalb der Aktionstage usw. könnten da auch sehr interessant sein. Für's Kerngebiet alles roger. Der Rest soll sehen, wie er mit dem A... an die Wand kommt.
Ach so, ich vergaß, das betrifft ja nur die Wochenenden. Freitag ab 13.00 Uhr sind die Behörden zu, die Redaktion feiert Wochenende und außerdem rege ich mich als Freund der Sächsischen Schweiz am Wochende überhaupt nicht auf.
Bernd Gottschald, 01824 Rosenthal-Bielatal
PS. Dies ist ausschließlich die Meinung des Autors. Sie muß nicht mit der Meinung der Gemeinde Rosenthal-Bielatal übereinstimmen.
Im folgenden seien uns einige wenige Anmerkungen zu Ihrem Brief gestattet, Herr Gottschald: Zum einen kann unser Redaktionsmitglied Reinhard Wobst beim besten Willen nicht mit dem stinkenden Pkw ins Bielatal gefahren sein, er besitzt nämlich gar kein Auto. Zum anderen ist uns nicht klar, wessen Pfründe schwinden, wenn wir den Bau eines Luxushotels im Bielatal kritisieren.Der unerwartet scharfe Ton des Briefes läßt doch eher umgekehrt vermuten, daß der kritische Artikel Ihren Interessen schaden könnte.
Im übrigen werden wir auch zukünftig, wie es Reinhard Wobst für den Beitrag im Heft 12 getan hat, der Nat.ionalparkverwaltung als Gesprächspartner Glauben schenken. Wenn wir manchmal nicht alle potentiellen Gesprächspartner, wie z.B. ihre Gemeinde, befragen können, so liegt das daran, daß wir wochentags in anderen Berufen arbeiten gehen und alle Recherchen für die SSI-Hefte nach Feierabend oder am Wochenende erfolgen. Damit wäre wohl auch gleich Ihr Vorwurf beantwortet, daß die SSI-Redaktion freitags nach 13.00 Uhr Wochenende feiert... Genau dann beginnt die Zeit, in der wir die Beiträge für dieses Heft erstellen, selbstverständlich unentgeltlich.
Die von Ihnen kritisierte Situation des Freiübernachtens im Bielatal war Thema im letzten Arbeitskreis "Klettern und Naturschutz". Die Nationalparkverwaltung will sich verstärkt damit befassen und auch den Forst und sicher Ihre Gemeinde einbeziehen.
Was eigentlich, abgesehen von pauschalen Vorwürfen, der genaue Grund für seine Kritik am Artikel zum Hotelbau im Bielatal war, hat uns Herr Gottschald bis heute nicht wissen lassen... Daß es im Bielatal auch anders geht, zeigt die inhaltliche Diskussion und Zusammenarbeit mit dem Förderverein "Oberes Bielatal", dessen Arbeit wir in einem Beitrag vorstellen..