Kirnitzschtalbahn ist mit 24,- DM bei 4 Personen teurer als das Taxi
1990 war es mir erstmals möglich gewesen, das Elbsandsteingebirge zu besuchen. Was ich damals bei Wanderungen im Gebiet des Pfaffensteins, des Zirkelsteins und der Bastei erlebt habe, hat mich derart angerührt, daß ich seitdem jedes Jahr diesen Landstrich aufsuche. Es war Liebe auf den ersten Blick. Einiges von meiner Begeisterung habe ich auf Exkursionen, bei denen ich die Sächsische Schweiz Studenten und Gymnasiallehrern vorgestellt habe, vermitteln können. Die Hefte der SSI "studiere" ich Ausgabe für Ausgabe gründlich, nicht wenige meiner Unternehmungen gehen auf Anregungen einzelner Artikel zurück. Ich danke dem Redaktionsteam für seinen unermüdlichen Eifer im Kampf um die Erhaltung dieser einzigartigen Landschaft.
Ich hoffe, Sie verübeln es mir nicht, wenn ich mich heute als kritischer Beobachter melde.
Ich weiß sehr wohl den Wert des Nationalparks und seiner Zonierung zu schätzen, ich unterstütze alle Bemühungen, das Elbsandsteingebirge zu verkehrsberuhigen (z.B. Kirnitzschtal und Zeughaus), ich meine auch, daß den Querfeldeingehern und Mountainbikern beizeiten ihre Grenzen aufgezeigt werden müssen, daß Golfplätze und landschaftsfremde Baukörper nicht genehmigt werden sollten. Ich habe aber große Sorge, daß (mehr) die Naturparkverwaltung (als der SBB) auf dem besten Wege ist, Teile des Elbsandsteingebirges zu Tode zu schützen. Man kann nicht gegen, sondern nur mit der Bevölkerung den Naturschutzgedanken vorantreiben. Wenn dem Wanderer immer wieder Wege entzogen werden, indem man sie sperrt oder verfallen läßt (siehe Obere Affenstein-Promenade und Rotkehlchenstiege), könnte der eines Tages verprellt reagieren und sein Interesse "kundenfreundlicheren" Regionen zuwenden. Ich bitte Sie daher herzlich, bleiben Sie am Ball und sorgen Sie durch das richtige Augenmaß für eine Ausgewogenheit der divergierenden Interessen. Dazu muß auch das Bemühen zählen, den ÖPNV attraktiver zu gestalten.
Als Autofahrer, der gern sein Vehikel stehen läßt und umsteigt, fühle ich mich kräftig auf den Arm genommen, wenn ich für meine Entscheidung, von Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall mit der Kirnitzschtalbahn zu fahren, 24,- DM einfach (für 4 Personen) berappen muß. Ein Taxi wäre nicht teurer, dafür aber wesentlich schneller und kommoder gewesen. Preise, wie sie die OVPS fordert, verderben die ehrlichen Absichten. Verhandeln Sie bitte weiter, damit eine attraktive Infrastruktur entsteht; es gibt kaum einen besseren Verbündeten des Naturschutzes.
Mit großem Interesse habe ich die Ausführungen von Herrn Graf (Heft 11/1995-96) über das Hohnsteiner Wandergebiet gelesen. Er verweist mit Recht auf die Rolle, welche dieses Gebiet in der Wissenschaftsgeschichte der Geologie gespielt hat. 1990 stand ich staunend vor dem "berühmtesten" Aufschluß Sachsens an der Wartenbergstraße. Inzwischen wage ich es nicht mehr, Besucher dorthin zu führen. Zuerst vergammelte die Erklärungstafel - heuer war sie gänzlich abhanden gekommen -, dann breiteten sich mehr und mehr Gebüsch, Stauden und Gräser aus, kurzum, der Aufschluß wächst zu. Dieser Verfall schmerzt den Geologen/Geographen. Ich plädiere vehement dafür, dieses einzigartige Dokument wieder zu öffnen. Die Wartenbergstraße wird augenblicklich umgebaut, da ließe sich doch mit ein paar Baggerbissen ein frischer Anschnitt herstellen - und eine würdigende Texttafel aufzustellen, das dürfte auch keine Hexerei sein, meinen Sie nicht auch? Ich bitte Sie sehr um ein Herz für die Erdwissenschaften!
So, das wär's. Verdächtigen Sie mich meines Wohnsitzes wegen bitte nicht als Besserwessi. Mir geht es - wie Ihnen - nur um das Eine: Die Schönheit des Elbsandsteingebirges zu erhalten, den sanften Tourismus zu fördern und Interessenskonflikte demokratisch auszutragen. Mit den besten Wünschen für Ihre Arbeit verbinde ich freundliche Grüße.
Dr. Peter Volz, Stuttgart
Das vom Wormsbergweg im Bielatal aufgenommene Foto (siehe rechte Seite) zeigt deutlich, welche Zerstörung der Landschaft durch die Wegebauarbeiten an diesem markierten Wanderweg entstanden ist.
Den Verantwortlichen sollte das Gewissen geschärft werden, damit sie in Zukunft pfleglicher mit der Heimat umgehen. Auch wenn der Wald der Forstwirtschaft "gehört", er ist und bleibt trotzdem ein Erholungsgebiet der Menschen.
Für den Ausbau der aus dem Glasergrund unweit der Ottomühle herausführenden Wege bestand offensichtlich seit Jahrzehnten keine Notwendigkeit, da das Schaftwaldgebiet durch Zufahrten gut erschlossen ist. Nachdem nun die Ära der großflächigen sozialistischen Waldwirtschaft vorüber ist, werden offensichtlich neue Waldzufahrten notwendig. Bei den Sprengungsmaßnahmen wurde der Wormsbergweg von Schutt und Blöcken überrollt.
Genauso rigoros ist übrigens auch der Wegebau im hinteren Kirnitzschtal unweit des Stimmersdorfer Weges vorgenommen worden. Dort wurde rechts der Kirnitzsch soviel Fels weggesprengt, daß jetzt selbst die schwerste Technik einwandfrei in die Kirnitzschtalstraße einbiegen kann.
Dr. Karlheinz Baumann, Pirna
Wir werden dies an die zuständigen Forstämter weiterleiten und eine Rückantwort im nächsten Heft veröffentlichen.
Eine erfreulicherweise restaurierte Tafel erinnert auf dem Kohlbornstein an den Besuch der Felskanzel durch König Albert von Sachsen. Leider haben Birken und Kiefern in den letzten Jahren die besonders schöne Aussichtskanzel überwachsen. Es wäre sinnvoll - zumal alle Landkarten den Kohlbornsteinausblick mit dem Zeichen für einen besonderen Aussichtspunkt markieren und dadurch Wanderer anlocken (und enttäuschen!) - möglichst bald den Wildwuchs zu entfernen. Das wäre schon deshalb wichtig, weil Wanderziele außerhalb des Nationalparkes Sächsische Schweiz auf linkselbiger Seite eine Entlastung der Hauptwanderziele mit sich bringen könnten.
Dr. Karl-Ludwig Hoch
Wir haben diesen guten Vorschlag an das zuständige Forstamt Cunnersdorf weitergleitet.
Das vom Wormsbergweg im Bielatal aufgenommene Foto (siehe rechte Seite) zeigt deutlich, welche Devastierung der Landschaft durch die Wegebauarbeiten an diesem markierten Wanderweg entstanden ist.
Den Verantwortlichen sollte das Gewissen geschärft werden, damit sie in Zukunft pfleglicher mit der Heimat umgehen. Auch wenn der Wald der Forstwirtschaft "gehört", er ist und bleibt trotzdem ein Erholungsgebiet der Menschen.
Für den Ausbau der aus dem Glasergrund unweit der Ottomühle herausführenden Weg bestand offensichtlich seit Jahrzehnten keine Notwendigkeit, da das Schaftwaldgebiet durch Zufahrten gut erschlossen ist. Nachdem nun die Ära der großflächigen sozialistischen Waldwirtschaft vorüber ist, werden offensichtlich neue Waldzufahrten notwendig. Bei den Sprengungsmaßnahmen wurde der Wormsbergweg von Schutt und Blöcken überrollt.
Genauso rigoros ist übrigens auch der Wegebau im hinteren Kirnitzschtal unweit des Stimmersdorfer Weges vorgenommen worden. Dort wurde rechts der Kirnitzsch soviel Fels weggesprengt, daß jetzt selbst die schwerste Technik einwandfrei in die Kirnitzschtalstraße einbiegen kann.
Dr. Karlheinz Baumann, Pirna
Wir werden dies an die zuständigen Forstämter weiterleiten und eine Rückantwort im nächsten Heft veröffentlichen.
80% der Kreisstraßen im Landkreis Sächsische Schweiz sind entweder schadhaft oder entsprechen nicht den Normen, u.a. in der Belastbarkeit oder in der Breite, informierte die Presse (SZ, Pirna vom 24.1.1996). - Ein Straßenausbau, eine Stützwanderneuerung oder sonstige erforderlich werdende Straßenerneuerung wird nicht ohne Einfluß auf die Umwelt vonstatten gehen können. Bauherren, Planer und Bauausführende sind jedoch gefordert, durch entwurfstechnische Maßnahmen und Wahl von besonderen Bauverfahren sowie durch sorgfältige Ausführung erhebliche Beeinträchtigungen von Umwelt und Landschaft zu vermeiden.
Im LSG Sächsische Schweiz wurden erste positive Ergebnisse im Straßenbau erzielt. Es wird bewiesen, daß durch bewußtes Anwenden von bisher in Sachsen nicht gebräuchlichen Bauweisen Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaftsstrukturen erhalten werden können.
Schadhafte oder eingestürzte Stützmauern an Straßen müssen nicht in jedem Fall als Schwergewichtsmauern oder Winkelstützwand aufwendig in Stahlbeton neu errichtet werden. Eine äußerst sinnvolle Methode ist die Ausführung steiler Böschungen mittels geotextilbewehrter Erde. Unter Zuhilfenahme von alterungsbeständigen Textilgeweben wird es möglich, Erde als natürlichen Baustoff auch zur Aufnahme hoher Lasten zu nutzen. Mit ihr sind Geländeanpassungen und eine rasche Begrünung möglich. Baumbestand kann erhalten bleiben.
Teilweise wurde auf eine Kombination mit Gabionen zurückgegriffen. Gabionen sind nichtrostende Drahtgitterbehälter, die mit anstehendem Gesteinsmaterial gefüllt werden. Absätze zwischen den Gabionen werden mit Mutterboden abgedeckt und eingesät oder bepflanzt. Nach kurzer Zeit sind die genannten Hilfsmaterialien nicht mehr erkennbar, sondern das Erscheinungsbild einer Trockenmauer gegeben.
Baumaßnahmen an Kreisstraßen in Königstein nach Gohrisch, Pfaffendorf und Leupoldishain sowie nach Cotta, in Pötzscha und in Schöna zeigen, daß es möglich ist, durch die richtige Bauart und die Auswahl des Materials eine Mauer "leben" zu lassen. Ein Verzicht auf sterile Mauern, auf Mörtel und zu enge Fugen verschönert nicht nur das Bild, sondern gibt Pflanzen- und Tierarten einen neuen Lebensraum. Hinzu kommt, daß diese Ergebnisse nicht mit Mehraufwendungen erreicht wurden, sondern sich diese Bauweisen kostengünstiger gegenüber Massivstützwänden herkömmlicher Art gestalten. Mit den genannten Beispielen sind nach Auffassung des Verfassers Maßstäbe für weitere notwendige Straßenbaumaßnahmen im LSG Sächsische Schweiz gesetzt worden.
Jürgen Vogler, Dresden
Grundsätzlich sei bemerkt, daß das Angebot von Bus und Bahn für Ausflüge in die Sächsiche Schweiz schon recht zufriedenstellend ist und jedem, der da meint, immer das Auto benutzen zu müssen, kann energisch widersprochen werden. So wäre eine scharfe Kritik in meinem Fall an der Bahnverbindung Pulsnitz - Sächsische Schweiz nicht gerechtfertigt. Positiv ist vor allem die Abfahrtszeit der S-Bahn von Dresden Hbf. gegen 8.30 Uhr und eine Stunde später der Busanschluß von Bad Schandau in Richtung Hinterhermsdorf. Als negativ für diesen Ausflug in die Hintere Sächsiche Schweiz empfinde ich dagegen die doch recht lange Reisezeit von ca. 3 Std. (ab Pulsnitz Bhf.) und die hohen Fahrtkosten von immerhin etwa 20 DM/Person einschließlich Bahncard-Benutzung. An ersterem kann man wohl kaum etwas ändern, es ist auch nicht der entscheidende Faktor, aber eine höhere Attraktivität bezüglich der Reisekosten wäre von Vorteil.
Günstig für Bahn AG und OVPS auf der einen und dem "Schweiz-Reisenden" auf der anderen Seite würde sich meiner Meinung nach eine kombinierte regionale Bahncard für Bahn und Bus auswirken. Der Tourist kann entscheiden, ob diese für ihn effektiv ist, je nach dem, wie oft er die Sächsiche Schweiz besucht. Gut finde ich die vorgeschlagenen Tagestickets für Bahn und Bus zum günstigen Preis, der in Spitzenbelastungszeiten, z.B. Pfingsten, noch gesenkt werden könnte, so daß der Autofahrer sich für den ÖPNV entscheidet und damit zu Gunsten der Natur.
Doch als "Schweiz-Reisender" aus der Kamenzer Region muß ich die morgendlichen Verkehrszeiten der Züge auf der Strecke Arnsdorf - Pirna bemängeln. Der erste durchgehende Zug fährt bereits gegen 5.00 Uhr ab Arnsdorf, der nächste 6 Std. später, dazwischen verkehrt nur ein Zug gegen 7.00 Uhr bis Dürrröhrsdorf, wo man über eine Stunde auf den Anschluß nach Pirna warten müßte. Der Umweg auf der Hinfahrt in die Sächsiche Schweiz über Dresden ließe sich durch Nutzung dieser Verbindung vermeiden (Fahrgeldersparnis), was bei diesen "Unzeiten" aber vollkommen unmöglich ist. Die Lösung wäre ein durchgehender bzw. anschlußerhaltender Zug nach Pirna bzw. Dürrröhrsdorf so gegen 8.00 Uhr, der auf die Züge der KBS 227 (DD-Hbf.-Kamenz-Senftenberg) und die S-Bahn ab Pirna abgestimmt wurde.
S. Wunderlich