Bonner Sparpaket verzögert Bau der umstrittenen Kurklinik Ostrau
Nicht etwa die gravierende Beeinträchtigung des Landschaftsbildes hat den Bau der Kurklinik auf der Ostrauer Hochfläche vorerst verhindert, nein, es waren die Sparpläne der Bundesregierung. Im Reha-Bereich sollen bundesweit 3,2 Mrd. DM gespart werden, so daß die Prognosen von ca. 30 % weniger Rehabilitationen ausgehen. Der sächsische Heilbäderverband rechnet deshalb, daß vier geplante Kliniken, darunter auch Ostrau, nicht gebaut werden.
Bei dem aus der Sicht vom Naturschutzverbänden und Nationalparkverwaltung überdimensionierten Bauwerk waren noch vor kurzem Veränderungen und eine bessere landschaftliche Einpassung "aus medizinisch-technologischen Gründen der kardiologischen Reha-Klinik" strikt abgelehnt worden. Doch plötzlich soll gar nicht mehr gebaut werden, und eine Unterbringung der Herz-Patienten in der bestehenden Falkensteinklinik ist möglich. Für diese Klinik liegt mittlerweile sogar ein Erweiterungsantrag vor, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß der Investor ohne die üblichen Belegungsgarantien der Versicherungsträger sein Bauvorhaben der neuen 200-Betten-Klinik aufgibt.
Bis Ende des Jahres , so fordert es das Umweltministerium, soll Investor Spang sich verbindlich erklären. Dann soll, so Staatssekretär Dr. Dieter Reinfried, allerdings nur bei einer Absage der Investition, über eine Wiedereingliederung der für den Klinikbau im Frühjahr 1996 aus dem LSG ausgegliederten Fläche beraten werden.