In diesem Heft wollen wir weitere Gebiete aufzeigen, in denen die Erosionsschäden durch eine Sanierung eingedämmt bzw. aufgehalten werden konnten. Es sind dies das Felsengebiet der Torsteinkette südlich vom Großen Schrammtor bis zum Vorderen Torstein sowie der Klettergipfel Rauensteinturm an der Nordseite des Rauensteins unweit von Rathen.
Am Fuße des Klettergipfels Rauensteinturm wurde im Jahr 1986 mit der Sanierung der Erosionsschäden begonnen. Von der erhöhten Rauensteinscharte hatten sich große Sandströme nach beiden Seiten der Schlucht in das Gelände ergossen, immer mehr Hänge wurden durch die Bergsteiger abgetreten.
In mehreren Arbeitseinsätzen wurden der nordöstliche Zugang durch den Wald mit vielen Stufen angelegt und in der Scharte große Abstützungen bzw. Abstufungen angebracht, um den Bewegungen des Sandes Einhalt zu gebieten. Im Bereich der Südwestseite konnte ebenfalls mittels Abstützungen und Absperrungen (die leider schnell zerstört oder verfeuert worden sind) der Sandstrom aufgehalten werden. Auf allen beruhigten Flächen wurden junge Bäume gepflanzt.
Im Frühjahr 1996 wurden durch einen Einsatz des Kletterklub "KV Enzian" des SBB, der die ständige Betreuung übernommen hat, Ausbesserungen vorgenommen und die verschwundenen Absperrungen neu erstellt.
Die Zugangswege und die abgesperrten Flächen wurden durch die Klettersteigmarkierungen gekennzeichnet.
13. Torsteinkette südlich des Großen Schrammtores
Das Gebiet der Schrammsteinkette ist eines der touristisch sehr stark frequentierten Gebiete. So führt der von sehr vielen Besuchern genutzte Wanderweg zur Schrammsteinaussicht durch das Große Schrammtor. Und auch die Kletterfelsen sind beliebt und werden oft bestiegen. Dadurch entstand eine große Belastung sowohl des Wanderweges als auch des Areals um die Kletterfelen.
Wie bereits im nördlichen Teil der Schrammsteinkette (siehe auch Heft 11), waren auch im südlichen Teil dringend Arbeiten zur Besucherlenkung und zur Sanierung erosionsgeschädigter Hänge notwendig.
Für den Zugang durch den Wald zu den Kletterfelsen Viererturm, Zackenkrone, Kesselturm u.a. sowie für den Zugang zu den schönen Kletterwegen des Meurerturmes und des Vorderen Torsteines von Südwesten über die Blockfelder waren geführte Zugangswege erforderlich.
In den 50er und 60er Jahren wurde begonnen, den Wanderweg zum Schrammtor zu befestigen, aber im Verlauf der Zeit gab es hier große Verfallserscheinungen. Erst im Jahr 1985 wurde unter der Leitung der Abteilung Landeskultur des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Königstein und mit der Unterstützung vieler Bergsteiger die Sanierung begonnen. Eine große Zahl von Arbeitseinsätzen mit vielen hundert Arbeitsstunden wurden in den kommenden Jahren durchgeführt.
Am Wanderweg wurde der noch vorhandene morsche Holzbelag beseitigt, und in schwerer körperlicher Arbeit ein neuer Belag gelegt. Zu beiden Seiten des Weges wurden stabile Geländer angebracht.
Gleichzeitig wurde die Sanierung der zerstörten Blocklandschaft am Vorderen Torstein in Angriff genommen. Die Abgrenzung mit Geländern gestaltete sich sehr schwierig. Auf den völlig versandeten Flächen zwischen den Felsblöcken wurden Abstützungen und Faschinen angebracht. Das dazu benötigte Material (Reisig und Holzstangen) mußte von einem weit entfernten Holzeinschlag herangeschafft werden. Durch die Anbringung der Geländer entlang des Elbleitenweges und durch den geführten Zugang zu den Kletterfelsen Viererturm und Kesselturm war die Sanierung zu einem gutem Abschluß gekommen.
Heute haben sich am Vorderen Torstein die angepflanzten kleinen Bäume behaupten können, und es hat sich viel Gras und Heidekraut gebildet. Leider sind derzeit nahezu alle Absperrungen eingefallen und müssen unbedingt erneuert werden, um das Erreichte zu schützen.
Alfred Rölke